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Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

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Westcoast-Geschichte unter Tage: die „Denniston Experience“

170 Meter bergauf fährt der kleine Zug, durch die spektakuläre Szenerie der Paparua Ranges und über die restaurierten „Banbury Arches“ durch die tief eingeschnittene Waimangaroa Gorge, bevor er vor dem schwarzen Loch des Tunneleingangs zum Stehen kommt.

Dann wird es finster – und kalt. In den Stollen und Gängen der alten Kohlenmine bei Denniston herrschen ganzjährig Temperaturen unter 11 °Celsius. Auch die Bauhelme und Reflektor-Regenjacken, die jeder Besucher anziehen muss, helfen nicht viel gegen die feuchte Kälte.

Bevor man jedoch anfangen kann, sich in den dunklen Tunneln zu gruseln, setzt die Audio- und Videoshow ein. Und man hat ja auch einen Job zu erledigen: Kohle hauen oder in die bereitstehenden Loren schaufeln, Grubenstützen errichten – eben alles, was ein Kohleminen-Arbeiter am Ende des 19. Jahrhunderts zu tun hatte. Die Aufsicht führt ein Hologramm, aber das ist nicht weniger streng, als ein echter Aufseher um 1880 gewesen wäre.

Der Einblick in die Geschichte des Kohlebergbaus in der historischen Denniston Mine könnte authentischer nicht sein. Die älteste Mine an der Westcoast der Südinsel war über mehrere Jahrzehnte die größte Kohlemine von ganz Neuseeland. Hier kam Top-Technik zum Einsatz: Die berühmte „Denniston Incline“, eine atemberaubend steile Kabelbahn für den Abtransport der Kohle ins Tal, galt als „Achtes Weltwunder“ und war bis weit ins 20. Jahrhundert die einzige Möglichkeit, Denniston zu erreichen oder zu verlassen. Die Überreste einiger zerstörter Loren am Wegrand der „Incline“ zeigen, dass dieser Transportweg nicht ungefährlich war; mehrere Menschen starben bei Zusammenstößen und anderen Unfällen.

Am 16. August 1967 wurde die „Denniston Incline“ außer Betrieb genommen, kurz bevor das Erdbeben von Inangahua den Berghang ohnehin irreversibel beschädigte. Auch der Kohleabbau in der Mine wurde wenig später eingestellt. Von der Kleinstadt mit Hotels, Restaurants und Schulen, in der die Bergarbeiter und ihre Familien ein karges Leben fristeten, sind heute nur noch zwei Häuser übrig.

Auf dem kargen, oft von starken Windböen gepeitschten Mount Rochfort Plateau mit weitem Blick über die flache, unbesiedelte Küste nördlich von Westport und den wilden Pazifik lebten einstmals über 1500 Menschen. Heute ist das Örtchen Denniston eine Geisterstadt, mit höchstens zehn Einwohnern.

Wer tiefer in die Geschichte der Westcoast und in die Erlebnisse der Bewohner von Denniston eintauchen will, der kann das anhand der gut recherchierten Bücher von Jenny Pattrick tun: „The Denniston Rose“ und „Heart of Coal“ geben einen sehr anschaulichen Eindruck vom damaligen Leben. Leicht war es nicht, und viele hassten ihr Leben auf dem öden, von Kohlestaub geschwärzten Plateau. Auf den Spuren der beiden Bücher führt heute ein Literaturpfad durch Denniston, unterstützt durch eine Smartphone-App.

Die Tour durch die Mine dauert etwa 2,5 Stunden, wer nur die Zugfahrt bis zum Tunneleingang machen will, muss reichlich eine Stunde einplanen. Start ist dreimal täglich, außer in den Wintermonaten. Preis: 100 NZD/Erwachsene (Kinder ab 5 zahlen 35 NZD, ab 10 kostet es 50 NZD) für die Minentour, 45 NZD (für Kinder 20/25 NZD) für den „Gorge Express“.

(Jenny Menzel)

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