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Whitebait: eine vom Aussterben bedrohte neuseeländische Delikatesse

September ist in Neuseeland traditionell eine wichtige Zeit: Die Whitebait-Fangsaison beginnt. Hunderte Neuseeländer und Neuseeländerinnen trotzen dem unberechenbaren Vorfrühlingswetter, sitzen dick eingepackt in Regensachen an Flussufern und schöpfen mit Netzen winzige, fast durchsichtige Fischchen aus dem kalten Wasser.

Whitebait, das ist der Sammelbegriff für die Jungen von fünf endemischen neuseeländischen Fischarten, den Galaxiiden. Der größte Teil des Whitebaits geht auf den Brutbestand des Inanga zurück, daneben wird auch der Nachwuchs von Koaro und drei Unterarten des Kokopu gefangen – alle fünf sind etwa 30 Zentimeter große, unscheinbare Bewohner neuseeländischer Flüsse der Südinsel, und alle fünf haben dasselbe Problem: Die zunehmende Überfischung ihrer Nachkommen hat ihre Arten an den Rand des Aussterbens gebracht.

Wie viel Whitebait die Fischer in einer Saison an Land ziehen, hängt von einer Reihe schwer vorhersagbarer Faktoren ab: dem aktuellen und dem vergangenen Wetter, der Tageszeit sowie der Strömung des Ozeans, aus dem die Jungfische im Alter von etwa sechs Monaten in die Süßwasserwege hineinwandern, um sich dort fortzupflanzen. Zwei weitere wichtige Faktoren sind die „Whitebaiter“, deren Fangvolumen in den letzten Jahren bereits mit Einschränkungen und Quoten belegt wurde, und die zunehmende Verschmutzung der Flüsse Neuseelands.

Schon vor einhundert Jahren gab es große Schwankungen in der Höhe des Whitebait-Bestandes. Mal fingen die Menschen so viel Whitebait, dass die Jungfische als Dünger auf die Felder gekippt und den Hühnern gegeben wurden, mal blieben die Netze fast leer. Aber die historischen Aufzeichnungen zeigen kein generelles Nachlassen über den Verlauf der Jahre. Auch nicht, als die Zahl der Whitebait-Liebhaber immer höher wurde und die Glasfischchen einen Ruf als Delikatesse bekamen – Preise von über 80 Euro pro Kilogramm sind heute keine Seltenheit.

Im Gegensatz dazu hat sich der Bestand der erwachsenen Fische kontinuierlich verringert, wie aktuelle Erhebungen erwiesen haben. Berechnungen von Naturwissenschaftlern sagen voraus, dass vier der fünf Fischarten, die Whitebait produzieren, bis zum Jahr 2050 ausgestorben sein werden.

Um die bedrohten Fischarten und – für viele Neuseeländer ebenso wichtig – die Whitebait-Kultur der Kiwis zu retten, kommt nur eine Doppelstrategie in Frage: „Whitebaiting“ müsste ab sofort verboten werden, und es muss sofort etwas gegen die fortschreitende Verschmutzung der Flüsse getan werden. Angesichts der unendlich langsamen politischen Bemühungen haben Umweltschutzorganisationen hier wenig Hoffnung auf schnelle Besserung.

Und so wird jeder Biss in einen „Whitebait Fritter“ demnächst zur Gewissensfrage: Die Delikatesse probieren, solange es sie noch gibt, oder etwas dazu beitragen, dass es Whitebait auch in Zukunft geben wird?

(Jenny Menzel)

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