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Neuseeland macht die Tür weiter zu Einwanderung für Skilled Migrants wird erschwert

Der monatelange Druck der Öffentlichkeit und populistische Stimmungsmache in den neuseeländischen Medien haben jetzt ihre Auswirkung gezeigt. Das Einwanderungshoch soll nun seinen Höhepunkt erreicht haben und deshalb die Anzahl der Immigranten begrenzt werden. Die Regierung unter Immigrationsminister Michael Woodhaus verkündete jetzt überraschend Verschärfung der Einwanderungsbestimmungen, besonders in der Skilled Migrant Kategorie.

‚Den Hahn zudrehen’, so bezeichneten viele Medien die unvorhersehbare Reaktion der neuseeländischen Regierung auf die großen Einwanderungsströme der vergangenen Monate. Arbeitsplätze sollen von Einwanderern belegt und somit für Neuseeländer nicht mehr verfügbar geworden sein, so die Vorwürfe. Auch der enorme Druck auf den Immobilienmarkt in Auckland sorgte stetig für Aufregung und großen Unmut in der Bevölkerung. Es seien einfach zu viele Einwanderer, so immer wieder die Schlagzeilen in vielen Medien. Wohl im Hinblick auf die Parlamentswahlen im kommenden Jahr haben Premierminister John Key und sein Immigrationsminister jetzt dem Druck der Öffentlichkeit nachgegeben und drastisch reagiert, um die Flut der Migranten einzudämmen. Immigrationszahlen sollen von bisher 90.000 bis 100.000 in zwei Jahren auf 85.000 bis 95.000 in einem Zeitraum von zwei Jahren reduziert werden. Strengere Richtlinien und eine erhöhte geforderte Punktezahl werden ab sofort in der Skilled Migrant Kategorie, der Haupteinwanderungsschiene, gelten. Auch bei der Familienzusammenführung gibt es gravierende Änderungen. Von bislang 5.500 akzeptierten Einwanderern, reduziert man die Zahl hier auf nur noch 2.000 pro Jahr.

Der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington sieht diese überraschende ‚Notbremse’ der Regierung eher kritisch: „Ich denke, die neuen Richtlinien sind jetzt relativ drastisch ausgefallen, weil die Regierung die Problematik der vielen Einwanderer zu lange beobachtet aber nicht gehandelt hat. Das Problem nach dieser Änderung wird nun sein, dass zum Beispiel einige hochqualifizierte Antragsteller aus Europa nicht mehr rein kommen, dafür aber niedrig qualifizierte Studenten aus Indien, China oder von den Philippinen nach wie vor einwandern können. Denn sie machen den riesigen Bildungsexportmarkt Neuseelands aus, wenn sie an einer der vielen Polytechnics studieren und später als Restaurantmanager oder Marketingmanager, in einem Unternehmen ihrer Landsleute anfangen zu arbeiten. Und an diese Einkommensströme aus der Bildungsindustrie traut sich die Regierung nicht heran. Nach Schätzungen, kommen cirka 40 Prozent der Einwanderer über die Studienschiene nach Neuseeland“, gibt der Neuseeland-Experte zu bedenken. „Die richtigen ‚Superbrains’ aus Indien gehen nämlich ohnehin vorrangig in die USA, nach Kanada oder Australien. Neuseeland ist statistisch gesehen nur ihre vierte Wahl, wenn sie in die anderen Länder nicht hinein kommen. Das Problem löst sich so meiner Meinung nach nicht sinnvoll, sondern könnte künftig wirklich hochqualifizierten Europäern einfach nur den Weg versperren.“

Skilled Migrant Stream - Was genau ändert sich?

Das ist die gängigste Kategorie, sozusagen das Flaggschiff des neuseeländischen Einwanderungsrechts, welches die meisten Bewerber nutzen, um nach Neuseeland zu immigrieren. Die Skilled Migrant Category besteht aus einem Punktesystem, das die Antragsteller je nach Alter, Ausbildung, Berufserfahrung und Chancen auf dem neuseeländischen Arbeitsmarkt mit Punkten bewertet. Bislang konnte man sich unter diesen vereinfachten Voraussetzungen für ein Residence Visa (Daueraufenthaltserlaubnis) qualifizieren:

- Variante 1 :     Man erzielt 140 Punkte oder mehr
- Variante 2:     Man erzielt mindestens 100 Punkte und kann sogenanntes ‚Skilled Employment’ – also einen qualifizierten Job in Neuseeland - nachweisen (Joboffer)

Das reicht jetzt nach der Verschärfung der Einwanderungsbestimmungen jedoch nicht mehr aus. „Ab 12. Oktober werden nur noch Kandidaten berücksichtigt, die mindestens 160 Punkte erzielen“, erklärt Peter Hahn die neuen Details. „Darüber hinaus wurden die Anforderungen an die Englischkenntnisse verschärft. Diese beiden Änderungen haben jedoch für manche Kandidaten einschneidende Konsequenzen! Für rund ein Prozent meiner Kunden bedeutet es jetzt das Aus des Traumes, nach Neuseeland auszuwandern, für rund zehn bis 20 Prozent bedeutet es mehr Zeit, mehr Aufwand, mehr Risiko und letztendlich auch mehr Kosten im Verfahren.“ Viele Bewerber sehen zunächst in den Listen von Immigration nach, wie viele Punkte sie erzielen können. Viele haben jedoch keine genaue Kenntnis darüber, welche Regeln sich hinter den einzelnen Punkten verbergen. „Daher ist die Tendenz vieler Kunden, sich bei der Ersteinstufung zu überschätzen und sich zu viele Punkte zu geben. Auf 160 Punkte zu kommen, ist nämlich gar nicht so einfach!“, weiß Peter Hahn nur allzu gut. Jeder Fall ist anders und somit ist ein Pauschalisieren schwierig. „Als Faustregel kann man nur sagen, dass Bewerber ohne Jobangebot, ohne anerkannte und nachgewiesene Ausbildung, sowie Kandidaten, die den obligatorischen Englischtest nicht bestehen, eine Einwanderung nur noch selten möglich ist“, erklärt der Immigrationsberater. „Bei vielen wird nach den neuen Richtlinien jetzt der Knackpunkt sein, die Ausbildung über ein NZQA-Verfahren nachzuweisen und anerkennen zu lassen.“

Früher konnten viele Handwerker auch zunächst ein Jahr mit einem Work Visa in Neuseeland arbeiteten und dann beim Residence-Antrag später den Englischtest umgehen. „Diese Regelung gibt es jetzt nicht mehr, so dass es für viele Kandidaten in diesem Bereich künftig eindeutig schwieriger wird. Auch einige andere Bewerber können nun ihre Einwanderungspläne begraben, weil sie keine in Neuseeland anerkannte Ausbildung vorweisen können. Das betrifft sogar manche, die schon viele Jahre mit einem temporären Work Visa in Neuseeland leben, arbeiten und Steuern zahlen. Sie können nicht davon ausgehen, dass sie ein Residence Visa erhalten. Work Visa sind zeitlich befristet und werden nicht bis in alle Ewigkeit verlängert. Manche Deutsche müssen sich daher jetzt wohl oder übel auf die Rückwanderung in die alte Heimat einstellen. Das ist nicht einfach, wenn man Kinder hat, die schon auf die lokalen Schulen gehen, ein Haus gekauft und viele neue Freunde gefunden hat!“

Familienzusammenführung derzeit unmöglich

Auch die Family Category wurde bereits über die letzten Jahre immer weiter verschärft. „Am Anfang konnte ich die Eltern von Einwanderer meist gleich mit den Antragstellern hinein bringen. Es gab keine Mindestgrenze an Einwanderern für diese Kategorie. Über die Jahre kam dann die Regelung dazu, dass die Eltern finanziell gesponsert werden müssen. Später wurde die Quote reduziert und die drei Jahre Wartezeit ab Erteilung der Residency der Kinder eingeführt“, erklärt der Einwanderungsberater die Entwicklung. „Über die vergangenen Jahre haben sich deshalb zig Anträge aufgestaut und die Wartezeit für Familienangehörige wurde immer länger. Jetzt mit der neuen Regelung und der Gesamtquote von nur noch 2000 pro Jahr, liegt die Einwanderung in diesem Bereich sozusagen erst einmal brach. Es muss nun zunächst der Stau der alten Anträge abgearbeitet werden, soweit es die neue Quote eben zulässt. Wollte ich heute meine Mutter nach Neuseeland holen, läge der Antrag für Jahre brach, ich hätte derzeit keinerlei Chance!“
Die Aussetzung der Familienzusammenführungskategorie soll jedoch nur temporär sein. Wann und ob die Türen sich wieder öffnen, ist allerdings ungewiss. Bleibt also für viele Betroffene die Hoffnung, dass sich die Bestimmungen irgendwann wieder lockern werden.

Unterdessen überarbeitet die Regierung momentan auch die Policy für Work Visa. „Es würde mich nicht wundern, wenn es hier noch vor oder kurz nach Weihnachten zu diversen Änderungen kommt“, kommentiert der Einwanderungsberater aus seiner Jahrzehnte langen Erfahrung.

Was die Regierung nur als Feintuning verkauft, hat doch für viele Neuseelandinteressierte gravierende Auswirkungen. „Neben der Aufregung um die neuen Regelungen, wird die Einwanderung jetzt für viele Bewerber einfach risikoreicher. Sie kann sich zudem zeitlich verzögern, bedeutet viel mehr Aufwand, wenn es beispielweise erst einmal Ablehnungen gibt, die zu Appeal-Verfahren führen. Und dadurch entstehen dann zusätzliche Kosten“, resümiert Peter Hahn.

Nach Neuseeland auszuwandern wird künftig schwieriger und aufwendiger, so viel steht fest. Ein Lichtblick: Bei den neuen Regulierungen gänzlich unangetastet blieb jedoch die Partnership Category. Wer einen neuseeländischen Partner hat oder sogar heiratet, kann nach wie vor über diese Schiene einwandern und in Neuseeland leben, wenn die entsprechenden Visa beantragt und genehmigt werden, wie eh und je.

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