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Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

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Höhlenabenteuer an der Westcoast

Das Städtchen Charleston an der Westcoast der neuseeländischen Südinsel, etwa 30 Kilometer südlich von Westport, hat Besuchern nicht viel zu bieten – die glorreichen Zeiten des Goldrauschs von 1866 sind lange vorbei.

Trotzdem sieht Charleston das ganze Jahr über Besucher aus aller Welt. Diese zieht es allerdings nicht auf die Goldfelder, sondern unter Tage: Sie wollen das Höhlensystem der Nile River Caves entdecken, das etwa drei Kilometer vor der Ortsgrenze liegt.

Tief unter dem Kalksteinboden des triefnassen, grünen Regenwalds des Paparoa National Park erstreckt sich ein weit verzweigtes System aus Höhlen, von denen viele miteinander zusammenhängen. Der Ananui Creek, ein Zufluss des Waitakere/Nile River, hat sie im Lauf von Jahrhunderttausenden aus dem Karstfelsen gewaschen. In der Te Ananui Cave fand man bis zu 25 000 Jahre alte Knochen und Fossilien.

Ein Teil des Höhlensystems, das vom DOC verwaltet wird, ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Trockenen Fußes gelangt man recht bequem in etwa einer Stunde durch das relativ hoch liegende Metro Cave System. Sprechende Namen wie „Room of Chaos“, „Hall of Refugees“ oder „Giraffe Corner“ zeigen, wie unterschiedlich und faszinierend vielfältig die Höhlen sind, die man passiert – einige mit kathedralenartigen Ausmaßen, andere von klaustrophobischer Enge.

Neuseelands größtes Höhlensystem bietet eine komplett andere Erfahrung als die vor Touristen wimmelnden Waitomo Caves. Hier wurde nichts verändert, es gibt weder Bretterpfade noch Hängebrücken – alles sieht genauso aus wie bei seiner Entdeckung vor wenigen Jahrzehnten. Auf der „Eco Cave Tour“ des Unternehmens „Underworld Adventures“ kann man viel lernen – und zwar nicht nur darüber, wie viele Jahrtausende Stalagmiten und Stalaktiten brauchen, um zusammenzuwachsen, oder wie sich die „glow-worms“ in den finsteren Höhlen ernähren.

In der bedrückenden Finsternis lernt man vor allem, wie gut man selbst mit der Dunkelheit zurechtkommt. Und die ist gewaltig: Sie senkt sich wie eine samtene schwarze Decke auf die Teilnehmer der Höhlentour hinab, und wenn unterwegs die Taschenlampen ausgeknipst werden und alle den Atem anhalten, fühlt man sich seltsam körperlos. Die Augen suchen ziellos nach einem Punkt zum Fixieren, schon bald weiß man nicht mehr, ob sie überhaupt offen sind. Wer jetzt niemanden zum Festhalten hat und nichts hört außer dem eigenen Atem, der bekommt schon nach zehn Minuten einen „Höhlenkoller“, wie die gut ausgebildeten Guides erzählen.

Im Schein der Taschenlampen fühlen sich viele Besucher nicht wesentlich wohler; zu bedrückend ist der Gedanke an die Tonnen von Felsgestein, unter denen man zögernd voranschreitet, zu fremdartig sind die Geräusche, die man hört, aber nicht zuordnen kann. Das grün schimmernde Licht, das man irgendwann durch einen Felsspalt aufscheinen sieht, scheint zuerst gleißend hell – und selten hat man sich so darüber gefreut.

(Jenny Menzel)

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