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Schweres Erdbeben erschüttert Neuseelands Südinsel

Fünf Jahre ist es her: das „große Beben“ von 2010/11, das die Stadt Christchurch schwer beschädigte und mit 185 Toten als bisher schwerstes Beben in die Geschichte Neuseelands einging. Seitdem herrschte keineswegs Ruhe – Neuseeland liegt auf dem „pacific ring of fire“, einer Bruchzone zwischen zwei Erdplatten, die ständig aneinanderreiben und dabei kleinere und größere Erdbeben auslösen.

In der Nacht zum Sonntag fing es wieder einmal zu grummeln an. Von Christchurch bis Auckland und Gisborne spürten die Menschen kurz nach Mitternacht, wie der Boden wackelte und schwankte. Für die Ostküsten wurde noch in der Nacht eine Tsunami-Warnung ausgerufen. Wer nahe am Meer wohnte (und das tun an der Ostküste die meisten), konnte also nicht zurück ins Bett, sondern musste eine schlaflose Nacht in höher gelegenem Gelände verbringen.

Etwa 90 Kilometer nördlich von Christchurch, wo das Epizentrum des Erdbebens nur wenige Kilometer unter der Erdoberfläche lag, schien das Beben gar nicht mehr aufzuhören. Mehrere hundert „aftershocks“ erschreckten die bereits gründlich verschreckten Einwohner und vor allem zahlreiche Touristen, von denen Kaikoura, die Hauptstadt des „whale watching“, bis zu 100 000 im Jahr empfängt.

Als am Montagmorgen die Sonne aufging, wurde das Ausmaß der Schäden sichtbar. Auf den ersten Blick hatte Neuseeland diesmal Glück: Da das Epizentrum in einer relativ dünn besiedelten Region lag, ist bis auf wenige historische Gebäude, die nicht erdbebensicher waren, nicht viel zerstört worden. Die Fährterminals in Picton und Wellington sowie Bahnlinien wurden beschädigt, viele Straßen und Highways waren zeitweise unpassierbar und ein angestauter Fluss trat über die Ufer. Zwei Todesopfer sind zu beklagen, die von den Trümmern ihres Hauses erschlagen wurden bzw. einen Herzinfarkt erlitten.

Das dicke Ende kommt aber noch: Kaikoura, das eingequetscht zwischen dem Meer und den Bergen der Kaikoura Range liegt, ist nur über den Küsten-Highway SH 1 an das Fernstraßennetz angeschlossen. Das Beben hat große Teile der Straße aufgerissen oder durch Felsblöcke und  Erdrutsche unpassierbar gemacht. Genau wie mehrere kleinere Orte in der Region ist Kaikoura wahrscheinlich für die nächsten Wochen und Monate von der Außenwelt abgeschnitten. Gas-, Strom- und Wasserleitungen sind zerstört worden.

Mit Helikoptern und Schiffen werden nun Wasser, Nahrungsmittel und andere Versorgungsgüter herangeschafft und gleichzeitig hunderte Touristen ausgeflogen. Ihre Wohnmobile und teilweise sogar ihr Gepäck müssen die Reisenden vorerst zurücklassen. Sie sind übernächtigt, verschreckt und wollen nur nach Hause – aber sie alle sind auch zutiefst berührt von dem Ausmaß an Hilfe und Unterstützung, das sie von den Einwohnern Kaikouras und den Neuseeländern allgemein erhalten. Der örtliche Marae (ein Gemeindehaus der Maori) nahm fast eintausend gestrandete Reisende ohne Obdach über Nacht auf, der Stamm der Ngati Tahu spendete tonnenweise Langusten, für die Kaikoura berühmt ist. Anwohner luden Reisende zum Essen und Übernachten in ihre Häuser ein, Piloten mit Kleinflugzeugen flogen Touristen auf eigene Kosten nach Christchurch aus. Und immer noch bebt die Erde.

Dass das Beben gerade am Beginn der Sommersaison in einer der touristisch beliebtesten Gegenden der Südinsel zuschlug, ist für die örtlichen Unternehmen, die vom Reiseverkehr leben, verheerend. Sie alle hoffen nun, dass die Aufräumarbeiten möglichst schnell und problemlos vonstatten gehen. Reisende, die demnächst ihren Neuseeland-Urlaub antreten, sollten ihren Routenplan aber auf jeden Fall anpassen –und Kaikoura erst einmal von ihrer Liste streichen.

(Jenny Menzel)

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