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Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

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Tradition der Maori: der Marae

Als „marae“ (ausgesprochen ganz einfach: „marai“) bezeichnet man ein Gelände, auf dem die Ureinwohner Neuseelands, die Maori, religiöse Zeremonien abhalten.
Mitgebracht haben die Maori ihre Sitten und Bräuche von den polynesischen Inseln, und auch dort findet man noch alte Marae: auf Hawaii und der Osterinsel, auf den Atollen Französisch-Polynesiens und auf Samoa.

Anders als auf den polynesischen Inseln haben sich die neuseeländischen Marae über den Lauf der Zeiten erhalten, was in großen Teilen der Renaissance der Maori-Kultur in den vergangenen Jahrzehnten zu verdanken ist. Wie schon seit Jahrhunderten besteht der Marae der Maori im Wesentlichen aus einem ebenen Platz, an dessen Rand ein aus Holz geschnitztes Versammlungshaus („wharenui“) steht, das oft mit dem eigentlichen Marae verwechselt wird.

Das Versammlungshaus sieht nicht einfach nur schön aus. Seine Schnitzereien sollen immer einen bestimmten Vorfahren des jeweiligen Stammes oder der Familie darstellen. Die Figur am Dachfirst stellt den Kopf dar, die breiten Bretter an der Front sind die Arme, die als Willkommensgeste geöffnet sind. Weitere Teile des Gebäudes sollen die Beine, das Rückgrat und die Rippen sein. An den Schnitzereien können Maori genau die Geschichten und Legenden des jeweiligen Stammes ablesen.

Jeder Maori-Stamm („iwi“) und Unterstamm („hapu“) hat seinen Marae, sogar einzelne Familien („whanau“) unterhalten eigene Maraes. Anders als etwa in den europäischen Kirchen finden auf den Marae nicht nur spirituelle und religiöse Rituale statt, es werden auch Handlungen von gesellschaftlicher und politischer Bedeutung hier durchgeführt: Man feiert Geburten und Beerdigungen, schlichtet Konflikte, ernennt Ratsmitglieder, hält Workshops ab oder heißt fremde Gäste willkommen. Obwohl die Maori eigene Häuser haben, kommen sie in ihrem Marae oft zusammen und schlafen dann alle gemeinsam im Hauptraum.

Moderne Marae sind mit Gemeindezentren zu vergleichen, sie bieten Raum für Gesundheitsberatung, Schulen oder Versammlungen. Es gibt sogar einige christliche Kirchen in Neuseeland, auf deren Gelände ein Marae liegt – ein weltweit leider allzu seltenes Zeugnis davon, dass sich zwei Religionen und Kulturen auch wunderbar tolerieren können.
Wunderschöne Marae kann man vor allem in Regionen bestaunen, wo viele Maori leben: um Rotorua, am Eastcape und im Northland auf der Nordinsel. Ein besonders prachtvoller Marae steht besucherfreundlich im Inneren des Te Papa Nationalmuseums in Wellington – auch dieser ist „voll funktionstüchtig“, was heißt: heilig und für Fremde tabu.

Einfach so das Gelände eines Marae zu betreten, wäre ein furchtbarer Faux-pas. Erst auf Einladung eines Stammesmitglieds darf ein Marae betreten werden, wobei grundsätzlich die Schuhe auszuziehen sind. Vor dem ersten Betreten eines Marae muss das „tapu“ des Fremdlings mit einer besonderen Zeremonie entfernt werden. Ein solches „powhiri“ ist ein unglaubliches Erlebnis, das man bei zahlreichen Maori-Reiseveranstaltern buchen kann. Dabei handelt es sich nicht um billige Tanzshows mit verkleideten Eingeborenen – die Maori Neuseelands sind ein selbstbewusstes Volk, das Gäste in seinem Land mit Offenheit und Würde willkommen heißt.

(Jenny Menzel)

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