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Immigration New Zealand aktuell: Behörde ändert die Investor Kategorie

Mit Hilfe der eigenen Finanzkraft nach Neuseeland auswandern, dieser Weg wird für viele vermögende Menschen aus aller Welt immer interessanter. Doch nicht alle Kiwis sehen der Flut der superreichen Neuankömmlinge wohlgesonnen entgegen. Die Regierung hat unterdessen die angekündigten neuen Bestimmungen für die Einwanderung über die Investor Kategorie veröffentlicht.

300 Investoren können pro Jahr über die sogenannte Investor II Kategorie nach Neuseeland einwandern. Mit der Investition ihres Kapitals in vom Staat akzeptierte Anlagen, durch Nachweis von Alter, Englischkenntnissen und Berufserfahrung in leitender Position können die Millionäre Punkte sammeln und sich innerhalb der Jahresquote für die Residency, die Aufenthaltsgenehmigung in Neuseeland, qualifizieren.

Investoren aus China, den USA und Europa

Die Hauptflut der Antragsteller kommt mittlerweile aus China, weiß der langjährige deutsche Einwanderungsberater Peter Hahn. „Allerdings haben viele chinesische Investoren Probleme, ihre Gelder außer Landes zu bringen, bei zahlreichen Anträgen decken die Behörden zudem Betrug oder Missbrauch auf. So werden nach Angaben der Business Migration Branch cirka 80 % aller chinesischen Anträge letztendlich abgelehnt. Dennoch machen sie den Großteil der Investor-Quote aus.“

Nach den US-Wahlen interessieren sich auch immer mehr US-Amerikaner für Neuseeland. Immigration New Zealand gab bekannt, dass sich nach dem Wahlsieg Trumps die Registrierungen auf ihrer Webseite aus den USA um das 17-fache erhöht hätten. Nach einem Bericht der ‚New World Wealth’ liegt Neuseeland auf Rang 6 der beliebtesten Destinationen für auswandernde Millionäre. „Ich habe in den letzten Jahren auch immer mehr deutsche Investoren, die in Neuseeland eine Hintertür für den Ernstfall in Europa sehen oder einfach Neuseeland als prädestiniertes Einwanderungsland entdeckt haben“, berichtet Peter Hahn aus Wellington.

Bedenken einiger Kiwis

Doch nicht alle Neuseeländer sind den ausländischen Millionären wohlgesonnen. Immer häufiger melden sich Umweltschützer, Anwohner und Organisationen zu Wort, die ihre Bedenken äußern, wenn sich reiche Zuwanderer erlauben, ihr neues Zuhause nach ihren Vorstellungen umzugestalten. So werden riesige unberührte Landstriche zu Nutz- oder Wohnflächen umgewandelt, Bachsysteme denaturiert oder private Hubschrauberlandeplätze in die Naturidylle gesetzt. „Wir haben einen neuen Millionär hier in unserer kleinen Gemeinde in Te Arai Beach. Er wird sich vermutlich nicht wirklich integrieren. Dafür verändert er unsere sensitive Dünenlandschaft mit seinem Landschaftsplaner in einen Golfplatz. Die massive Düngung der Grünflächen verpestet dann auch noch unser Grundwasser und den Bach“, beklagt Anwohner Aaron McConchie . „Hier werden jetzt riesige Sandmassen bewegt, in denen die seltenen Fairy Turn Vögel leben. Es gibt nur noch 40 brütende Paare auf der Welt. Man entzieht ihnen so einfach den Lebensraum. Durch die neu eingebauten Staustufen im Fluss kommen auch die Whitebaits, die Nahrung der Brutpaare und ihrer Aufzucht, nicht mehr in die unteren Flussläufe, aus denen die Vögel ihre Nahrung beziehen. Das kann nicht richtig sein!“, beschwert sich auch Melanie Scott.

Doch die ausländischen Millionäre können sich nicht alles erlauben, weiß der Neuseeland-Experte Peter Hahn. „Einen privaten Golfplatz als Investition im Rahmen eines Einwanderungsantrages zu bauen, ist beispielsweise rechtlich gar nicht möglich. Auch wer als Ausländer vor – und zum Teil auch noch nach – dem Erhalt der Residency große Ländereien kaufen möchte, muss über das Overseas Investement Office gehen. Das ist eine streng regulierte Behörde, die über den Verkauf der großen Areale an Ausländer und künftige Verwendung entscheidet. So ein Verfahren ist unglaublich aufwendig und teuer. Schon der Antrag alleine kostet 20.000 NZD. Und auch ein Millionär muss sich natürlich an offizielle staatliche Bauauflagen halten.“

Dennoch kommt es vermehrt über ausländische Investoren zu Missmut in der Bevölkerung. „Viele Kiwis sind sich der Einmaligkeit und der fragilen Ökosysteme ihrer Heimat sehr bewusst. Wenn ein Fremder auftaucht und alles umgräbt, steigt natürlich die Skepsis. Auf der anderen Seite haben die neuen Landbesitzer das Recht, ihr Eigentum unter Einhaltung von Vorschriften so zu gestalten, wie sie es möchten“, schildert der Peter Hahn den Konflikt.

Änderungen für Investoren

Die neuseeländische Immigrationsbehörde plante ohnehin, in dieser Einwanderungsschiene Änderungen einzuführen. Sie ließ bereits Anfang Dezember verlauten, dass es zu neuen Richtlinien bei der Einwanderung über die Investor II Kategorie kommen wird. Jetzt wurden Details bekannt, auch wenn die gesamte Policy noch nicht herausgegeben wurde. „Interessierte Investoren brauchen nun 3 Millionen NZD als Investitionskapital, dafür wurden die sogenannten Settlement Funds, die nicht investiert aber nachgewiesen werden mussten, gestrichen. Das ist jetzt eine etwas höhere Investitionssumme als zuvor. Zudem will man die Quote von 300 Anträgen pro Jahr auf 400 erhöhen“, berichtet der Einwanderungsberater. „Für hervorragende Englischkenntnisse und jahrelange Berufserfahrung können die Investoren dann bald mehr Punkte sammeln. Auch die Investition in Shares, also Aktien, anstelle der beliebten Government Bonds, sollen künftig mit mehr Punkten und einer schnelleren Bearbeitungszeit belohnt werden.“

Die neuen Regulierungen werden folglich nicht dramatisch ausfallen, nur wenige Klienten werden sie tatsächlich im Einwanderungsverfahren negativ beeinflussen. „Ich finde diese Neuerungen wirklich sehr moderat im Vergleich zu anderen radikalen Änderungen die dann über Nacht in der Einwanderungspolitik getroffen werden. Man versucht hier den Vorteil der finanzkräftigen Einwanderer noch ein wenig besser für den Staat und die Wirtschaft Neuseelands zu nutzen, hat sich jedoch noch zurückgehalten und behält sich die Auswahl der Bewerber in vielen Punkten vor. Das ist ein guter Ansatz!“, urteilt Peter Hahn aus seiner über 20-jährigen Erfahrung. Und nicht alle Investoren sind Umweltverpester „Auch einige meiner Investor Kunden haben sich hier schöne Ländereien oder Farmen gekauft. Doch sie wissen sehr gut, welche Naturidylle sie hier erwerben und nutzen sie entsprechend verantwortungsvoll.“    

Inwieweit dann die Neuseeländer selbst die ausländischen Kapitalhaie künftig im eigenen Land begrüßen, bleibt offen. Die neue Policy zur Investor II Kategorie wird im Mai 2017 in Kraft treten.

 

(Peter Hahn und Anja Schönborn)

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