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Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

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Der Norden Neuseelands: Geburtsort zweier Nationen

Northland heißt der nördlichste Teil von Neuseelands Nordinsel, der sich nördlich von Whangarei bis zum Cape Reinga erstreckt. Neuseelands am wenigsten entwickelte Region ist Heimat von acht Maori-Stämmen und wird wegen ihres milden Klimas als „winterless north“ bezeichnet.

Im hohen Norden Neuseelands (der aus unserer europäischen Blickrichtung immer noch ziemlich weit im Süden liegt) begann die Geschichte des Landes gleich zweimal. Zuerst landeten hier die Vorfahren der heutigen Maori, hergekommen aus ungeklärter Heimat, dem mystischen „Hawaiki“ irgendwo in den Weiten des südlichen Pazifiks. Auf schmalen Kanus aus Holz und Flachs, ausgerüstet mit Vorräten, Haustieren und ihren Sagen und Mythen, segelten die Polynesier furchtlos über tausende Kilometer offener See und nahmen ihre neue Heimat in Besitz: Aotearoa, das Land der langen weißen Wolke.

Dass es ihr Recht war, hier zu siedeln, war ihnen selbstverständlich: Immerhin hatte Urahn und Halbgott Maui die Nordinsel mit seinem Fischhaken aus dem Meer gefischt. „Te Ika A Maui“ heißt die Nordinsel deshalb bis heute, und ihre langgezogene Spitze ist „Te Hiku O Te Ika“, die Schwanzspitze des Fisches von Maui.

Die einsamen, breiten Strände im Norden der Nordinsel sind voller tiefer spiritueller Bedeutung für die Stämme, die hier seit Jahrhunderten ihr Zuhause haben. Hier hieß das Land seine neuen Bewohner erstmals willkommen, und hier verabschiedet es sie, wenn sie die Erde verlassen. Am Cape Reinga, einem für die Maori heiligen Ort, wandern die Seelen der Verstorbenen in die Unterwelt, die sich genau am Fuß eines winzig scheinenden, knorrigen Pohutukawa-Baums öffnet. „Te Rerenga Wairua“ heißt denn auch „Absprungplatz der Geister“.

Kupe, Urahn der Maori und einer der ersten polynesischen Siedler, soll irgendwann im 10. Jahrhundert Neuseeland entdeckt haben und am Hokianga Harbour an Land gegangen sein – aber wann, wo und mit wem genau, darüber streiten Historiker noch heute. Die Spuren des berühmten Vorfahren finden sich jedenfalls noch heute zahlreich, als Namen von Halbinseln und Bergen und eben auch im Namen Neuseelands selbst: „Eine Wolke, eine Wolke!“, soll Kupes Frau gerufen haben, als sie das Land vom Kanu aus das erste Mal erblickten.

Die Nachfahren Kupes trafen Jahrhunderte später ebenfalls im Northland auf die nächsten Besucher Neuseelands: Nachdem Abel Tasman die Küste nur passiert hatte, war James Cook der erste Europäer, der auf seiner Entdeckungsfahrt den Boden der Nordinsel betrat.

Die Bay of Islands und die nördlich davon liegenden Buchten wurden ab dem Ende des 19. Jahrhunderts die Heimat von immer mehr Einwanderern aus Europa, Amerika, Australien und China. Kerikeri gilt als älteste (Pakeha-) Siedlung Neuseelands, hier steht auch das älteste steinerne Gebäude. Erst kamen die Wal- und Robbenfänger, dann die Holzfäller, die Goldsucher und Siedler.

Sie alle suchten in Neuseeland eine neue Heimat – und gerieten dabei schnell in Konflikte mit denjenigen, die bereits hier lebten. Ihre Waffen, ihre Krankheiten, ihre Gier nach Gold und Rohstoffen machten den Maori schwer zu schaffen; obwohl diese, an kriegerische Auseinandersetzungen gewöhnt, einen veritablen Gegner abgaben.
Die langen Kämpfe, die auf beiden Seiten zu viel Blutvergießen führten und bis heute ungelöste Streitfälle bergen, führten im Jahr 1840 zu einer Art Waffenstillstand: Am 6. Februar wurde in der Nähe des Städtchens Russell in der Bay of Islands die „Treaty of Waitangi“ geschlossen, zwischen 46 Maori-Stammeshäuptlingen (denen sich später über 500 weitere anschlossen) und den Vertretern der britischen Regierung.

Obwohl dieses Dokument bis heute nicht unumstritten ist und von vielen Maori kritisch gesehen wird, ist der „Waitangi Day“ doch in den vergangenen 40 Jahren zu Neuseelands Nationalfeiertag geworden. Der stammesübergreifende Marae „Te Whare Runanga“ und das zwölf Tonnen schwere zeremonielle Kriegskanu „Ngatokimatawhaorua“, gepaddelt von 80 Männern, stellen zusammen mit dem Museum von Waitangi, das erst 2016 eröffnet wurde, die Vergangenheit und die Zukunft Neuseelands dar.
Die „Waitangi Treaty Grounds“ in der Bay of Islands gelten heute als Geburtsstätte der modernen neuseeländischen Nation und sind auf jeden Fall einen Besuch wert – nicht nur am 6. Februar.

(Jenny Menzel)

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