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Der letzte Huia

Umweltschützerin Nikki McArthur traute ihren Augen nicht, als sie auf die handgeschriebene Notiz im Nachlass von Bob Stidolph, einem der Gründer der Naturschutz-Organisation „Birds New Zealand“, stieß.

In knappen Worten berichtete Stidolph von der Erzählung eines Schäfers, der nahe der Whaeroa Farm an der Kapiti Coast einen männlichen Huia-Vogel gesehen haben wollte – angelockt durch sein Pfeifen, mit dem er eigentlich den Hund gerufen hatte. Das Spektakuläre an dieser Notiz: Sie stammt aus dem Jahr 1924 und datiert damit 17 Jahre nach der letzten bestätigten Sichtung eines Huia im Raum Wellington.

Der Huia (auf Deutsch Lappenhopf) war ein bis zu 55 Zentimeter großer Vogel mit leuchtend orangefarbenen Kehllappen und einem langen, gebogenen Schnabel – der, und das ist weltweit äußerst selten, bei den Weibchen viel länger ausgeprägt war und es den Vögeln erlaubte, als Pärchen kooperativ auf Futtersuche zu gehen.

Die langen schwarzen Huia-Schwanzfedern mit der eindrücklichen weißen Spitze waren bei den Maori sehr begehrt als Kopfschmuck ihrer Chiefs, weshalb sie den Singvogel mit dem lauten Ruf zwar als „tapu“ ehrten, aber auch eifrig jagten. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts, als die ersten Naturkundler Verzeichnisse über die Artenwelt Neuseelands anfertigten (und tausende Exemplare zur Archivierung in europäische Museen verschickten), fanden sie auf der Südinsel keine Huia mehr vor.

Die dichten Regenwälder, in denen der Huia lebte und sich von Insekten und Beeren ernährte, wurden im 20. Jahrhundert so großflächig abgeholzt und durch menschliche Siedlungen zurückgedrängt, dass der Vogel keine Chance hatte. Als der Duke of York bei seinem Besuch in Neuseeland 1901 mit einer Huia-Feder am Hut gesichtet wurde, schwappte eine Modewelle über Europa, für die tausende Huia getötet und exportiert wurden.

Bemühungen der Maori, die letzten Verbreitungsgebiete des Huia zu schützen oder Tiere auf Kapiti und Little Barrier Island auszusetzen, scheiterten. Der Vogel wurde zwar unter Naturschutz gestellt, aber der Staat bemühte sich weder um die Bestrafung von Wilderern noch um den Erhalt des Lebensraums der Vögel. Ausgerechnet Sir Walter Buller, einer der bekanntesten neuseeländischen Ornithologen, verkaufte offenbar das einzige Pärchen, das nach Kapiti Island umgesiedelt werden sollte, stattdessen an den Baron Rothschild nach England. Seit 1907 gilt der Huia offiziell als ausgestorben.

Captain Sanderson, ein weiteres Gründungsmitglied von „Birds New Zealand“, organisierte in den 1920er-Jahren zwei Expeditionen, um diesen einzelnen Huia – und vielleicht seine überlebenden Artgenossen – in den Tararua Ranges aufzuspüren. Keiner der Suchtrupps konnte eine Spur des mysteriösen letzten Huia entdecken, auch wenn es bis in die 1940er-Jahre immer wieder vereinzelte Meldungen von Sichtungen gab.

Die Verzweiflung und Scham darüber, dass man der Ausrottung des Huia tatenlos zugeschaut hatte, führte 1923 zur Gründung von „Birds New Zealand“. Diese ornithologische Gesellschaft setzt sich bis heute für die wissenschaftliche Erforschung und den Schutz der neuseeländischen Vogelwelt ein. Und auch wenn der Huia nicht wieder zurückzubringen ist – sein warnendes Beispiel diente doch immerhin als Weckruf für die Neuseeländer, ihre einzigartige Natur zu erhalten.

(Jenny Menzel)

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