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Geheimtipp in Dunedin: Olveston Historic Home

Es sieht vielleicht nicht ganz so grandios aus wie das Anwesen der Herren von „Downton Abbey“, aber Fans der englischen Serie um eine adelige Familie und ihre Bediensteten kommen im historischen „Olveston Home“ trotzdem voll auf ihre Kosten.

Am Stadtrand von Dunedin, auf der Royal Terrace, wartet in dem rot-weißen Backsteinhaus mit Spitzgiebeln und Mansarden eine „Living history“-Erfahrung, die für viele Besucher zum Höhepunkt ihrer Reise gehört.

Die opulenten Räume und Salons des Gutshauses im jacobinischen Stil des 17. Jahrhunderts versetzen Besucher in ein vergangenes, goldenes Zeitalter. Das antiquarische Mobiliar, die Wandverkleidungen und Gemälde, die Fenster aus Buntglas und nicht zuletzt die wundervolle Sicht, die sich nach draußen eröffnet, machen es einfach, sich wie ein Lord oder eine Lady zu fühlen. Wem in dieser illustren Rolle unwohl ist, der schaut am besten in der Küche und in den Räumen der Bediensteten vorbei, die sich standesgemäß im Untergeschoss befinden.

Neuseeland bietet eine ganze Reihe historischer Anwesen aus der Zeit von Jane Austen und ihren Kolleginnen. Viele befinden sich in und um Dunedin, wo sich schon früh wohlhabende Kaufleute und Politiker niederließen. In der Gestaltung ihrer Häuser zeigt sich die Sehnsucht nach der alten Heimat und der Wunsch, hier auf der anderen Seite der Welt eine Kopie davon zu schaffen.

Im „Olveston Historic Home“ ist das auf eindrucksvolle Weise gelungen. Errichtet wurde das Anwesen mit 35 Zimmern für den Geschäftsmann und Kunstliebhaber David Theomin und seine Familie, die im Jahr 1906 hier einzogen und bis 1966 in den Räumen wohnten. Nach ihrem Tod vermachte Theomins Tochter Dorothy das Anwesen der Öffentlichkeit, und seit 1967 steht das Haus Besuchern offen.

Theomin, der sein Vermögen mit dem Import von Pianos machte, ließ sein Haus vom Londoner Architekten Sir Ernest George planen. Die Fassaden bestehen aus Backsteinen aus Moeraki-Lehm und sind mit dem typischen weißen Marmor verkleidet, den man aus dem nahe gelegenen Oamaru kennt. Auf dem Dach finden sich jedoch französische Schindeln, die Tapeten stammen aus New York und die zahllosen Antiquitäten, Kunstwerke und Artefakte sind ein Sammelsurium aus Europa, Asien und dem Mittleren Osten.

Das Anwesen ist aber nicht nur eine Sammlung von Kostbarkeiten, sondern auch ein Anschauungsbeispiel dafür, wie man zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch im vergleichsweise rückständigen Neuseeland Komfort und Stil zu kombinieren wusste. Im „drawing room“ empfing die Dame des Hauses ihre Freunde zum „afternoon tea“, im drei Stockwerke hohen „ballroom“ mit Galerie wurde getanzt, in der Bibliothek oder im persisch aufgemachten gemütlichen „Kartenzimmer“ konnte man entspannte Nachmittage verbringen, während sich die Herren im Billard-Raum vergnügten.

Erstaunlich sind die modernen Annehmlichkeiten, die das Olveston-Anwesen seinen Bewohnern bot: Zentralheizung, elektrischer Toaster und Mixer, mehrere Badezimmer mit Duschen und beheizten Handtuch-Ständern, ein hausinternes Telefonsystem und ein Lastenaufzug sind mehr, als viele moderne neuseeländische Häuser zu bieten haben.

Der große, im formellen englischen Stil gestaltete Garten rund um das historische Anwesen ist Heimat einiger so alter Bäume, dass er vom Stadtrat als Naturschutzgebiet eingestuft wurde. Einheimische Pflanzen ergänzen sich mit Gewächsen, die aus Europa importiert wurden, und bieten heute rund um das Jahr einen wunderschönen Anblick. Viele versteckte Plätzchen laden zum traditionellen englischen Picknick auf dem Rasen ein. In den kühleren Monaten, die in Dunedin ja leider in der Überzahl sind, bietet das beheizte, kürzlich restaurierte Konservatorium einen angenehmen Aufenthalt.

Zutritt zum „Olveston Historic Home“ gibt es nur im Rahmen geführter Besichtigungen, die sechsmal täglich stattfinden. Einwohner aus Dunedin bezahlen 16 NZD, Gäste von außerhalb 20 NZD (11 NZD für Schulkinder ab 5 Jahren). Der Zutritt zu den Gärten ist frei.

Wer tiefer in die guten alten Zeiten eintauchen will, der kann sich beim „Morning Tea“ oder beim noch dekadenteren „Devonshire and Edwardian High Tea“ von Dienern seine Scones und Sandwiches servieren lassen oder Unterricht im Croquet oder im botanischen Zeichnen nehmen.

(Jenny Menzel)
Bild-Credit: Karora (Public domain), via Wikimedia Commons

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