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„Ta moko“ wird wieder gesellschaftsfähig

Die Gesichtstätowierungen der Maori, „ta moko“, sind visuelle Verbindungen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – eingraviert in die Haut. Für die traditionelle Kunst des Tätowierens sah es lange Zeit schlecht aus; 1907 hatte die Regierung im „Tohunga Suppression Act“ die spirituelle und lehrende Tätigkeit der Maori-Meister für illegal erklärt und damit das kulturelle Wissen der Maori zum Untergang verdammt.

Erst in den letzten Jahrzehnten haben die Maori „ta moko“ wiederentdeckt; zusammen mit anderen Künsten wie der Holzschnitzerei („whakairo“), dem Weben („raranga“) oder dem Haka. Eine entscheidende Rolle bei der Bewahrung und Neuvermittlung des Wissens spielte das M?ori Arts and Crafts Institute von Te Puia in Rotorua, das 1963 eigens dafür von der neuseeländischen Regierung geschaffen wurde.

Heute kann man hier zuschauen, wie geübte Kunsthandwerker junge Maori in den alten Künsten unterweisen. Das Tätowieren wird hier zwar nicht unterrichtet, ist aber überall präsent. Arekatera Maihi, Meister im Holzschnitzen, trägt die schwarzen Linien und Kringel auf seiner Stirn, um seine Augen und auf Nase und Kinn. „Ta moko“ ist für ihn mehr als Tätowieren. Es ist die Kunst, das Wesen des Trägers und seiner Geschichte in ein visuelles Design auf der Haut zu übertragen. „Ta moko“ zeigt auch die Familien- und Stammesverbindungen des Trägers an und seinen Platz in der Gemeinschaft, dazu seine Erfolge und seinen Ehestand. Es wird auch als „taonga“, als kultureller Schatz, betrachtet; jedes „moko“ gilt als intellektuelles Eigentum seines Trägers.

Maori glauben, dass ein „moko“ bereits vor der Geburt seines Trägers feststeht; es existiert schon in ihm und entwickelt sich dann auf der Haut weiter, während dieser lebt. Klar, dass das Design daher nicht aus einem Bilderkatalog ausgesucht werden kann; es muss vom Tattoo-Meister in vielen gemeinsamen Gesprächen mit dem Träger entwickelt werden.

Gesichtstattoos werden heute wieder mit Stolz getragen, nachdem sie lange Zeit mit kriminellen Straßengangs assoziiert wurden. Tatsächlich spielten Maori-Gangs eine wichtige Rolle für das Revival der Tattoos in den 1970ern, denn ihre Angehörigen ließen sich als erste wieder „mokos“ tätowieren – ohne allerdings den traditionellen Designs zu folgen. Auch heute noch tun sich viele Maori schwer damit, stolz auf ihre Kunst zu sein und ein Gesichtstattoo zu tragen.

Selbst Arekatera Maihi, der Meister, hat 15 Jahre gebraucht, bis er sich für sein „moko“ entschieden hatte und den Mut aufbrachte, es zu tragen. Mit einem „moko“ wird man angestarrt, fotografiert und nicht zuletzt immer auf eine politische Art und Weise wahrgenommen – weil man deutlich für die Rechte der Maori eintritt.

Nicht nur Männer tragen die Maori-Gesichtstattoos. Das „moko“ der Frauen, „kauae“ ist traditionell auf Kinn und Oberlippe begrenzt. Im Jahr 2016 wurde Nanaia Mahuta von der Maori Party die erste Angehörige des neuseeländischen Parlaments, die ein „moko kauae“ trug. Sie und viele andere Maori wünschen sich, dass „ta moko“ irgendwann wieder ganz normal in der Maori-Gemeinschaft werden, dass jeder Maori sie trägt.

(Jenny Menzel)

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