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Gesetzesänderung tritt in Kraft: neue "Skilled Migrant" und "Essential Skills" Work Visa Kategorie

Nach Monaten der Vorankündigungen, Nachbesserungen und Spekulationen sind die neuen Richtlinien für Essential Skills Work Visa und die Skilled Migrant Kategorie (Residence Visa) nun am 28. August 2018 offiziell eingeführt worden. „Es gab nur wenige Überraschungen und mit denen konnte man eigentlich logisch rechnen“, kommentiert der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn. Welche neuen Bestimmungen in Kraft getreten sind und wie sich diese auswirken, hat 360 Grad für seine Leser zusammengefasst.

Mit den neuen Regulierungen für Work Visa und Residence Anträge in der Skilled Migrant Kategorie, verändert die neuseeländische Behörde Immigration New Zealand noch einmal die Visabestimmungen für temporäre Arbeitskräfte aus dem Ausland und Migranten. Angestellte sollen dort, wo sie händeringend gebraucht werden, zur Verfügung stehen, jedoch keinem qualifizierten Neuseeländer einen Arbeitsplatz wegnehmen. Man will sich zudem Zuwanderer ‚noch gezielter’ aussuchen und sicher gehen, dass sie integrierbar sind und einen tatsächlichen Nutzen für das Land bringen. „Die Tendenz der Verschärfung der Richtlinien geht auch mit diesen Neuregulierungen weiter“, erklärt Peter Hahn. „Allerdings muss man auch klar differenzieren, denn für den Großteil meiner deutschen Kunden haben sie keine gravierend negativen Auswirkungen!“

Ein kurzer Überblick über die Änderungen in der Skilled Migrant Kategorie:

  • Ob ein Beruf als skilled employment gilt oder nicht, wird neu geregelt: zusätzlich zu den bisherigen Einstufungen durch die ANZSCO Skill Level gibt es jetzt Verdienstgrenzen. Zwei der drei Gehaltsstufen sind besonders wichtig: wer hier in Neuseeland weniger als 48.859 NZD pro Jahr (23,49 NZD pro Stunde) verdient, hat keine Chance, ein Residence Visum zu erhalten. Wer auf der anderen Seite über 73.299 NZD (35,24 NZD pro Stunde) verdient, kann auch mit Jobs, die nach alten Regeln kein skilled employment wären, ein Residence Visa erhalten.
  • Vorangegangene Berufserfahrung muss ebenfalls skilled employment gewesen sein; dafür gibt es für Berufserfahrung dann mehr Punkte als bisher. Hier sind laut Peter Hahn Probleme vorprogrammiert, denn die Abrenzung von skilled und unskilled ist schwammig und kompliziert!
  • Wer zwischen 30 und 39 Jahre alt ist, bekommt mehr Punkte.
  • Postgraduate-Qualifikationen der Level 9 und 10 (z.B. Master, Doktor) bringen künftig mehr Punkte.
  • Wer in Neuseeland über 97.718 NZD (46,98 NZD pro Stunde) verdient, erhält Bonuspunkte.
  • Zusatzpunkte z. B. für Familienangehörige in Neuseeland oder Arbeit in einer identifizierten Future Growth Area fallen weg.

Die Skilled Migrant Kategorie basiert auf einem Punktesystem. Derzeit werden mindestens 160 Punkte gefordert. „Die meisten deutschen Kunden, die über diese Kategorie einwandern, haben kein Problem mit dem geforderten Mindestjahresgehalt“, weiß Peter Hahn aus seinen über 20 Jahren Berufserfahrung.

„Es gibt jetzt auch wieder Sonderregelungen, bei denen Antragsteller ohne ein job offer auf 160 Punkte kommen - beispielsweise ein hochqualifiziertes Paar, er Doktor, sie mit einem Master. Der Hauptantragsteller bekommt für seine Qualifikation bereits 70 Punkte, der Partner noch einmal 20 Punkte. Mit beispielsweise zehn Jahren Berufserfahrung erhalten sie noch einmal 50 Punkte. Sind sie unter 45 Jahre alt, dann kommen sie auf 160 Punkte ohne Job offer.

Früher war es so, dass die Kunden dann von der Einwanderungsbehörde interviewt wurden. Man wollte sehen, ob sie über Land und Arbeit Bescheid wissen und sich gut in Neuseeland integrieren können. Auf diese Interviews konnten wir unsere Kunden gut vorbereiten, so dass sie in der Regel gleich die Residency bekamen.

Nach den neuen Regelungen gibt es diese Möglichkeit nicht mehr. Jeder Antragsteller bekommt zunächst, je nachdem, ob er bereits in Neuseeland ist oder nicht, eine Arbeitserlaubnis von neun bzw. zwölf Monaten und kann sich so mit einem Visum in der Tasche auf dem Arbeitsmarkt umsehen. Das verschafft natürlich ungemeine Vorteile im Gegensatz zu Bewerbern, die sich mit einem Touristenvisum auf Jobsuche begeben oder gar von Deutschland aus versuchen müssen, hier eine Arbeit zu finden.

Grundsätzlich gilt für neuseeländische Firmen: An erster Stelle stehen Neuseeländer, an zweiter Stelle Ausländer mit einem Arbeitsvisum, die bereits vor Ort sind, an dritter Stelle Bewerber aus dem englischsprachigen Ausland. Erst dann werden Bewerber in Erwägung gezogen, die sich aus dem europäischen Ausland ohne Arbeitsvisum bewerben.

„Solche Kandidaten katapultieren sich also von Rang 4 auf Rang 2 nach vorn. Das ist keine schlechte Ausgangsposition, auch wenn man die Residency nicht mehr einfach so bekommt. Ist dann in der Zeitspanne des Arbeitsvisums skilled employment gefunden, kann der Residence-Antrag weiter vorangetrieben werden“, macht der Neuseelandexperte deutlich.

Auch bei den Essential Skills Work Visa gab es Änderungen:

  • Auch hier werden Berufe über die ANZSCO Skill Level und nach den neu eingeführten Gehaltsgrenzen eingestuft in lower skilled; mid skilled und higher skilled; am einfachsten ist ein Jahresverdienst von mehr als rund 73.000 NZD, mit dem der Job immer als skilled angesehen wird.
  • Je nach Skill Level werden unterschiedlich lange Arbeitsvisa vergeben.
  • Je nach Skill Level können solche Anträge nur einige Male gestellt werden.
  • Familienangehörige müssen künftig je nach Skill Level selbst Anträge stellen und bekommen nicht, wie bisher, automatisch Partnership Visa.

 

Ein vereinfachter Überblick über alle drei Skill Level:

lower skilled

z. B. Jobs in der Gastronomie, die oft nur mit dem neuseeländischen Mindestlohn von 15,75 NZD pro Stunde bezahlt werden

>20 NZD/Std.

  • 1 Jahr Work Visa
  • danach Land für 12 Monate verlassen
  • Familie kann nicht mit diesem Visum mitgebracht werden
  • Nur insgesamt 3x beantragbar

 

mid skilled

z. B. Köche und Handwerker

20-35 NZD/Std.

  • Max. Dreijahresvisum
  • Familie kann mitgebracht werden
  • Unbegrenzt verlängerbar

higher skilled

z. B. Farm Manager, Assistant Farm Manager (letztere wurden nach alten Regeln nicht als skilled employment eingestuft)

ab 35 NZD/Std. oder < 73.000 NZD/Jahr

  • 5 Jahre Work Visa
  • Familie kann mitgebracht werden
  • Unbegrenzt verlängerbar

 „Die Message ist klar: ,Temporär' soll den Leuten gleich von Anfang an die Hoffnung nehmen, dass sie, je länger sie mit einem Arbeitsvisum im Land leben, automatisch für immer bleiben können. Work Visa sind zeitlich begrenzt!“, resümiert der Immigrationsberater die neuen Regulierungen für "Essential Work Visa".

Auch mit den neuen Regulierungen kann man sowohl Arbeitsvisa als auch Residence-Anträge nach wie vor für viele Deutsche gut managen. „Der Großteil meiner Kunden verdient ohnehin mehr als die Minimalgrenze, sonst könnten sie nach deutschen Standards finanziell gar nicht in Neuseeland überleben. Für Kunden aus China oder Indien wird es künftig allerdings wirklich wesentlich schwieriger“, resümiert Peter Hahn.

Anmerkung der Autoren: Einige Aspekte sind im Text vereinfacht dargestellt worden, um die Thematik verständlicher zu machen. Wer sich genauer informieren will, soll sich entweder von kompetenter Seite beraten lassen oder die offiziellen Seiten von Immigration New Zealand studieren:

(Anja Schönborn)

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