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Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

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Modernes Kunstwerk ehrt die Ahnen der Maori

Die künstlerische Hommage eines Mannes an seine Vorfahren gilt heute als eine von Neuseelands beliebtesten kulturellen Attraktionen. Die Felsschnitzereien der Mine Bay liegen am Ufer des Lake Taupo, der für die Maori das spirituelle Herz der Nordinsel darstellt – oder vielmehr, sie ragen hoch auf.

Die in eine steile Felswand gemeißelten Linien bilden das stilisierte Antlitz von Ngatoroirangi, dem Navigator, der sein Volk, die Stämme der Tuwharetoa und Te Arawa, vor fast eintausend Jahren in einem traditionellen Kanu („waka“) aus Hawaiki über den Pazifik nach Neuseeland führte.

Um die Steinmetzarbeit fertigzustellen, brauchte Meisterschnitzer Matahi Whakataka-Brightwell vier Jahre. Er arbeitete an einer Felswand 14 Meter über dem Wasser, und schon bald kamen Touristen in Booten über den See gefahren, um ihm bei der Arbeit zuzusehen.

1976 begann Brightwell mit seinem Kunstwerk. Er betrachtet sich als Nachkommen von Ngatoroirangi in der 27. Generation und wollte seinem Vorfahren, von dem alle Stämme der Te Arawa abstammen, ein Denkmal setzen. Als er die überhängende Felswand am Seeufer sah, hatte er eine Inspiration.

Als Künstler, der nur durch mündliche Überlieferung gelernt hatte, war Brightwells erster Schritt eine Skizze des Gesichts-Tattoos von Ngatoroirangi. Es sollte den traditionellen Kunststil der Te Arawa zeigen, der sich über Jahrhunderte nicht verändert hat. Danach musste die raue Felswand geglättet werden, komplett von Hand. Auf einem dreistöckigen Gerüst fing Brightwell dann an zu meißeln, unterstützt nur von einigen Schnüren, welche die Grundlinien markierten, und drei weiteren Steinmetzen.

Jedes Detail des Designs hat eine Bedeutung: Folgt man der Zentrumslinie nach oben zum Haarknoten („tikitiki“), erreicht man die himmlische Seite des Wesens von Ngatoroirangi. Das Zentrum, genannt „matakite“ oder das dritte Auge, ist die spirituelle Seite, die den Menschen mit Mutter Erde verbindet. Das Lippen-Tattoo von Ngatoroirangi heißt „Matakokiri“: eine Sternschnuppe oder ein Komet, weil der Navigator von den Sternengöttern abstammt. Das Muster auf seinem Kinn heißt „hokioi“, der Adlerflügel, denn Ngatoroirangi sollte von A nach B fliegen. Das Tattoo auf seiner Nase schließlich zeigt die Kraft seines Urteilsvermögens.

In Anerkennung der verschiedenen Kulturen, die in Neuseeland zusammenleben, fügte Brightwell neben dem großen Gesicht noch zwei kleinere Figuren im keltischen Stil hinzu. Sie verkörpern den Südwind und Ngatoroirangi, der diesen Wind anhält, um nicht zu erfrieren.

Die Hauptschnitzerei misst über zehn Meter. Der Künstler schenkte sie der Gemeinde Taupo. Weder er noch seine vier Assistenten ließen sich für ihre Arbeit bezahlen, nur die Kosten für das Gerüst durften einige Anwohner übernehmen. Dass sein Kunstwerk eine Touristenattraktion werden würde, hat Brightwell überrascht, aber nicht verärgert.

Er hat eine Botschaft an die vielen Besucher: „Ich würde ihnen gern vermitteln, wie wir Maori das Kunstwerk sehen, und ihnen unser Erbe zeigen. Sie sollten verstehen, dass sie hier auf ein 800 Jahre altes Ereignis blicken.”

(Jenny Menzel)

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