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Neuseeland testet neue Maßnahmen gegen Unfälle durch Touristen

Der neuseeländische Mietwagenverband wird 2018 ein im letzten Sommer eingeführtes System ausbauen: Unternehmen an der Westcoast und im Süden der Südinsel teilen seitdem Daten zu Fahrern, deren Mietverträge nach Unfällen oder Anzeigen wegen gefährlichem Fahrverhalten gekündigt wurden.

Die „schwarze Liste“ soll verhindern, dass solche Bruchpiloten sich danach Ersatzfahrzeuge beschaffen können. Stattdessen bekommen sie Informationen über weitere Reisemöglichkeiten wie etwa öffentliche Busse.

Welche Region als nächste an der „schwarzen Liste“ teilnehmen wird, ist offiziell noch nicht entschieden. Genauso wenig äußert sich die Vereinigung dazu, wie viele Touristen derzeit auf ihrer Blacklist stehen. Mietvertragskündigungen sind jedenfalls nicht selten.

Im Sommer 2017/18 werden durchschnittlich 40.000 Mietwagenfahrer täglich auf den Straßen Neuseelands unterwegs sein, mindestens 100.000 während der Hochsaison. Im Lauf der letzten drei Jahre ist die Zahl registrierter Mietfahrzeuge (einschließlich Campervans) von knapp 33.000 auf fast 60.000 gestiegen – passend zum Ansturm internationaler Touristen. Die Mietwagenflotte besteht daher inzwischen zum Großteil aus relativ neuen Fahrzeugen mit modernen Sicherheitsvorkehrungen. Das sollte helfen, Unfällen vorzubeugen.

Trotzdem waren 2016/17 an acht Prozent der tödlichen Unfälle und fünf Prozent der Unfälle mit Schwerverletzten Fahrer mit ausländischen Führerscheinen beteiligt. Die meisten stammten aus Australien, China und Deutschland. Knapp die Hälfte der ausländischen Fahrer, die einen Unfall verursacht hatten, stammten aus Ländern mit Rechtsfahrgebot. Das Fahren auf der falschen Straßenseite war ein Faktor bei etwa einem Drittel der Fahrer gewesen, die in tödliche Unfälle verwickelt waren.

Interessant ist auch: Etwa die Hälfte der deutschen Unfallfahrer sind unter 25. Und nur sehr wenige Besucher verursachen einen Unfall in den ersten Tagen ihrer Reise.

Eine der größten Gefahren für Touristen aus Rechtsfahr-Ländern ist das Auffahren auf eine leere Straße von einem Parkplatz. Ohne visuellen Hinweis verfallen dann viele Fahrer unbewusst in alte Gewohnheiten. Die meisten bemerken nach 100 Metern, dass etwas nicht stimmt, weil die Verkehrsschilder falsch stehen oder die Straßenmarkierungen seltsam aussehen. Manchmal ist es dann aber schon zu spät.

Die New Zealand Transport Authority und Mietwagenfirmen haben verschiedene Maßnahmen ausprobiert, um Besucher an das Linksfahrgebot zu erinnern: von Pfeilen auf der Straße neben Raststellen bis zu Aufklebern auf den Lenkrädern.

Eine neue Idee ist ein Spurdetektionssystem: Sobald das Fahrzeug auf der falschen Seite fährt, ertönt dann ein Warnton. Und nicht nur das: Bei starken Bremsungen, schnellen Kurvendurchfahrten und Geschwindigkeitsüberschreitungen benachrichtigt das Fahrzeug automatisch den Vermieter, der dann den Fahrer über ein Tablet verwarnt.

Campervans mit dieser Technologie könnten bereits in der nächsten Saison in Neuseeland erhältlich sein. Der Wohnmobilverband THL hat das System bereits erfolgreich in 1.300 Fahrzeugen in Australien getestet. Das Warnsystem habe Unfälle und Raserei um 80 Prozent reduziert.

(Jenny Menzel)

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