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Warum Neuseeland die Geburtsstätte des Abenteuersports ist

Henry van Asch hing gerade auf einer Skipiste in Wanaka ab, als ein abenteuerlustiger Neuseeländer ihn davon überzeugte, einen seltsamen neuen Extremsport auszuprobieren: „Wirf dich von einer Brücke“, schlug der Typ vor, „gesichert nur mit einem Gummiseil um deine Füße!“

Van Asch, der als Speed-Skifahrer so einiges gewohnt war, zögerte nicht: „Es war verdammt cool,” sagt er. Bald waren die beiden emsig damit beschäftigt, andere mutige Leute von einem Sprung zu überzeugen. „Es gab ihnen einen großen Schub an Selbstvertrauen, und mir wurde klar, dass wir da etwas ganz Besonderes hatten.” Der Sport, den Henry und sein Freund A.J. Hackett so nebenbei erfunden hatten, war Bungee Jumping – oder Bungy Jumping, wie man es in Neuseeland buchstabiert.

Ihre erste kommerzielle Anlage – die erste weltweit – befindet sich noch heute auf der Kawarau Bridge bei Queenstown. Hier springt man von einer Stahlbrücke 43 Meter hinab zur Oberfläche des Kawarau River – Eintauchen ist optional. 28 Wagemutige probierten am Eröffnungstag, dem 12. November 1988, diesen Sprung; heute, nach fast 30 Jahren, kommen jedes Jahr fast 40.000 Menschen hierher.

Bungy Jumping gibt es heute überall auf der Welt, aber es steht immer noch synonym für Neuseeland. Der (Abenteuer-) Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen des kleinen Landes, er sorgt direkt oder indirekt für ein Achtel aller Jobs. Fast die Hälfte der Besucher kommt nach Neuseeland vor allem wegen der Outdoor-Aktivitäten. Und wo gäbe es mehr Möglichkeiten dafür als im Städtchen Queenstown?

Hier, an der Geburtsstätte des Bungy Jumping, ist ein ganzes Ökosystem des Abenteuersports gewachsen und hat sich über den Rest des Landes verbreitet. Die neuesten Zuwächse sind der „Canyon Fox“, bei dem man an einem Seil über eine 180 Meter breite Schlucht fliegt, der Extrem-Klettersteig „Wildwire Wanaka“ an einem Wasserfall und das Zipline-Abenteuer „Paradise Ziplines“ bei Glenorchy – alle paar Monate scheint es eine neue Attraktion für Adrenalinsüchtige zu geben.

Die Neuseeländer haben halt ideale Ausgangsbedingungen – sie leben quasi in einem gigantischen Outdoor-Abenteuerpark. Selbst in Großstädten wie Auckland und Wellington hat man es nie weit in die unberührte Natur, wo man Abenteuer erleben kann.

Sicherlich gibt es in anderen Ländern höhere Berge, längere Gletscher oder reißendere Flüsse – aber in Neuseeland sind all diese Naturspektakel auf einem sehr kleinen Gebiet komprimiert, so dass man es nie weit hat und alles sehr leicht zugänglich ist.

Extremsportarten wie Bungy verbinden die großen nationalen Leidenschaften: Sport, Natur und Abenteuerlust. Bungy-Pionier van Asch fügt hinzu, dass auch die Psyche der Neuseeländer für die Beliebtheit von Extremsport sorge: Dieses abgelegene Land habe schon immer Menschen angezogen, die den Mut hatten, Ungewöhnliches zu wagen.
„Neuseeland wurde von Abenteurern besiedelt: Erst die Maori, die vor 1.000 Jahren herkamen – sie waren die mutigsten aller Pazifikvölker. Dann Entdeckungsreisende wie Tasman und Cook aus Europa.”

Und tatsächlich hat sich A.J. Hackett seine Idee des Bungy-Sprungs von einem Ritual der Einwohner Vanuatus abgeschaut. Auf der Pazifik-Insel Pentecost binden junge Männer seit Jahrhunderten Lianen um ihre Füße und springen dann von 30 Meter hohen, aus Baumstämmen errichteten Türmen. Nur zum Spaß.

(Jenny Menzel)

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