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Verschärfungen als Chance? Mit Strategie auf den Einwanderungsweg

Zu niedriger Stundenlohn laut Arbeitsvertrag, keine glaubwürdige Beziehung, alternative Stellenbewerber aus dem Inland – mit diesen Ablehnungsargumenten von Immigration New Zealand müssen derzeit unzählige Bewerber auf ein „Work Visa“ kämpfen. Hinzu kommen neue, noch verunsicherte Immigration Officers, eine neue neuseeländische Regierung und striktere Richtlinien.

Doch die Einwanderung und das Arbeiten in Neuseeland sind derzeit für Europäer nicht aussichtslos. Die momentane Situation birgt auch neue Chancen, meint Immigrationsberater Peter Hahn.

Mit 17,70 NZD Stundenlohn liegt man unter dem geforderten Mindestgehalt für „skilled employment“ – „Work Visa“-Antrag abgelehnt. Damit musste sich kürzlich ein Iraner abfinden, obwohl sein jährliches Gehalt durch zusätzliche Kommissionszahlungen über den geforderten 48.000 NZD pro Jahr lag. Zudem bekam er, während der Antrag lief, eine Gehaltserhöhung.

Das ist nur einer der Fälle, die derzeit durch die Medien gehen. Einem homosexuellen verheirateten Paar wird das „Partnership Work Visa“ verweigert, da ihre Beziehung nicht glaubwürdig sei. Andere Bewerber fühlen sich durch die Immigration Officers nicht richtig beraten. Diese kämpften nach der Schließung vieler Büros und Umstellung auf Telefonkontakt mit ihrem neuen IT-System. Was ist los bei der neuseeländischen Einwanderungsbehörde?

„Diese Negativpresse und die vielen Ablehnungen derzeit sind ein Spannungsfeld aus vielen Faktoren“, erklärt der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington. „Zum einen gab es einen Regierungswechsel. Und auch, wenn es noch keine wirklich neuen Regelungen gibt, wurden die Richtlinien von der alten Regierung vorher noch verschärft und werden in der Praxis jetzt viel strikter angewendet.

Dazu kommt, dass viele Büros der Einwanderungsbehörde geschlossen wurden. Man kann seine Unterlagen nur noch per Post oder Kurier einreichen. Deshalb gab es einen großen Personalwechsel innerhalb der Behörde. Erfahrene Mitarbeiter sind weggegangen, neue Kräfte haben noch nicht das nötige Fachwissen und die Expertise, wie man mit einzelnen Fällen umgeht. Sie sind verunsichert oder zumindest verhalten in ihren Entscheidungen. Deshalb werden jetzt beispielsweise bei der Vergabe von „Work Visa“, aber auch bei „Residence“-Anträgen die bestehenden Gesetze einfach viel strenger gehandhabt. Das resultiert in der Praxis in unzähligen Ablehnungen.

Außerdem werden viele Fälle nicht richtig gemanagt. Ist dann der falsche Weg erst einmal eingeschlagen und die Ablehnung da, wird es sehr schwierig, diese ‚gegen die Wand gefahrenen Anträge’ noch zu retten“, weiß der Neuseeland-Experte aus seinen über 20 Jahren Erfahrung.

Viele Berater schreien auf, vor allem eine Flut von Anträgen aus Indien und China würde abgeschmettert. Unzählige Beschwerden landen vor dem „Immigration and Protection Tribunal“ – und als Vorzeigebeispiele in den Medien.

„Früher sind diese Bewerber über einen Studiengang oder andere Einwanderungsmechanismen in Massen reingekommen. Wenn so etwas funktioniert hat, sprach sich die Methode wie ein Lauffeuer herum. Die Bewerber landeten dann als Restaurantmanager oder in einem der unzähligen Callcenter auf dem Arbeitsmarkt. Durch die Einführung des Mindestlohns haben sie keine Chance mehr, ihren Job als ,skilled employment‘ durchzukriegen“, berichtet Peter Hahn.

Er ist jedoch alles andere als am Verzweifeln. Für ihn bedeuten weniger Immigranten auch weniger Mitbewerber auf dem Arbeitsmarkt. „Meist sind solche Verfahren einfach schiefgelaufen, von beiden Seiten. Die Bewerber haben ungeschickt gehandelt, die Immigrationsbehörde hat beispielsweise strikt ausgelegt. Wir finden es deshalb ganz wichtig, solch erschwerte Verfahren wie derzeit von vornherein mit einer klaren Linie zu fahren. Wenn man den ‚Gegner’ gut kennt und weiß, was für ein Sturm kommt, ist der Weg mit den Anträgen von Anfang an geradliniger.

Die Wirtschaftslage in Neuseeland ist immer noch sehr gut. Das bedeutet, viele Firmen haben aufgrund der weniger zur Verfügung stehenden Bewerber einen echten Fachkräftemangel. Daraus ergeben sich echte Chancen für meine europäischen Kunden.“ Mit dem Motto „Schwierig ist nicht unmöglich“ hat Peter Hahn seit über einem Jahr die „Work Visa“-Anträge aller Kunden durchgebracht.

Einige Hürden müssen bei bestehenden Verfahren noch genommen werden. „Es gibt aber auch immer wieder Fälle, wo man von vornherein sagen kann, dass es nahezu unmöglich ist, aufgrund der Voraussetzungen oder der Konstellation. Das muss man den Kunden dann ehrlich sagen und den Auftrag ablehnen!“

Mit ausreichend Wissen, Taktik und Erfahrung sollte man seinen Antrag an Immigration New Zealand derzeit auf jeden Fall stellen. Auf Glück oder wohlgesonnene Bearbeiter kann man momentan nicht bauen – egal, ob bei „Work Visa“ oder einem „Residence“-Antrag.

(Anja Schönborn)

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