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DOC-Ranger an touristischen Hotspots

Die zunehmende Zahl von Besuchern an beliebten Orten, die vom Department of Conservation (DOC) verwaltet werden, könnte sich bald negativ auf die dortige Umwelt auswirken. Das DOC hat deshalb eine neue Maßnahme getestet, um das Besuchererlebnis zu verbessern und gleichzeitig für angemessenes Verhalten vor Ort zu sorgen.

Ein Ort, an dem das neue Konzept im Sommer getestet wurde, sind die Blue Pools bei Makarora, einen Kurztrip von Hokitika an der Westcoast entfernt. Fast den gesamten Tag über sind dort Besucher unterwegs, die den kurzen Blue Pools Track vom Parkplatz zu einer Aussichtsplattform über der Schlucht des Hokitika River nehmen.

Der Weg durch Buchen- und Podocarp-Wald ist als einfach klassifiziert und liegt direkt am State Highway 6 – ideal, um sich während der Fahrt von Wanaka die Füße zu vertreten. Deshalb und natürlich wegen ihres wunderbar blauen Wassers sind die Blue Pools sind in den letzten Jahren zu einem echten Touristen-Highlight geworden.

Die Folge: Die Parkplätze auf den gekennzeichneten Flächen sind fast immer voll und viele Fahrzeuge parken illegal an beiden Seiten des Highways. Oft gibt es Warteschlangen auf dem Weg, wo zwei Hängebrücken überquert werden, und im Wald werden immer öfter Fäkalien und Toilettenpapier gefunden.

Das DOC wurde kritisiert, nicht genug für den Schutz solcher Hotspots zu tun, die Gefahr laufen, „zu Tode geliebt“ zu werden. Allerdings hat die Behörde keinen Einfluss darauf, Besucherzahlen zu beschränken, und mit begrenzter finanzieller Ausstattung konnte sie nicht viel tun.

Das ist nun anders: Dank eines 20-Millionen-Dollar-Extrabudgets für die Verbesserung des Besuchererlebnisses konnten in diesem Sommer in Central Otago, South Westland und Fiordland „Interpretations-Ranger“ eingestellt werden, die auf die Besucher der Nationalparks zugehen und ihnen die Besonderheit des Weltnaturerbes „Te Wahipounamu“ näherbringen sollen.

Die Reaktion der Touristen ist überwältigend positiv: Alle grüßen die Ranger, sind sehr freundlich und freuen sich, offizielle Vertreter des DOC auf den Wanderwegen zu treffen. Die Ranger bekommen viele interessierte Fragen gestellt, auf die Reisende sonst keine Antwort gefunden hätten – sie können beim Erkennen von Tier- und Pflanzenarten helfen, über die Geschichte der Orte informieren und viele Hintergrundinformationen geben.

Im Ergebnis wächst der Respekt für die besuchten Orte, wenn eine kundige Person dort zur Ansprache zur Verfügung steht. Eine gern gesehene Nebenwirkung ist ein deutlich besseres Betragen der Touristen: Zwar sollen die „conservation areas“ per definitionem Orte sein, wo Menschen sich frei bewegen und erholen können. Die Anwesenheit eines Rangers bringt die Besucher aber offenbar dazu, sich von ihrer besten Seite zu zeigen.

Auch das Problem von Toilettenabfällen in der Natur reduziert sich deutlich; die Ranger werden oft nach den nächsten Toiletten gefragt und können schnell helfen. Eine gut ausgestattete Toilette ist an den Hotspots selten weit entfernt.

Das DOC hat außerdem einen saisonal arbeitenden „Konzessions-Ranger“ eingestellt, der nach illegal arbeitenden Guides Ausschau hält, die Besucher zählt und z. B. die DOC-Konzessionen der Reisebusfahrer prüft. Auch dies wird positiv aufgenommen; die kommerziellen Anbieter bezahlen viel Geld für ihre Lizenzen und sind froh, danach gefragt zu werden.

Die Interpretations-Ranger sind noch bis April im Matukituki Valley, am Diamond Lake, am Raspberry Creek und auf dem Rob Roy Glacier Track unterwegs. Viele Reisende hoffen, sie im nächsten Sommer wiederzutreffen.

(Jenny Menzel)

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