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Milliardäre kämpfen um ihr Fluchtziel

Pandemie, Atomkrieg und der Klimawandel: Falls die Welt kurz vor dem Untergang steht, wollen zumindest die Superreichen überleben. Der Zufluchtsort vieler Milliardäre ist Neuseeland. Die neue Regierung will es Ausländern jetzt jedoch verbieten, Wohnimmobilien zu kaufen. Viele Reiche gehen jetzt auf die Barrikaden.

Neuseeland ist ein innovatives, kleines Land am Ende der Welt. Trotz der nur 4,7 Millionen Einwohner starten von hier kommerzielle Raketen erfolgreich ins All und Google-Mitgründer Larry Page will hier erstmals seinen Flugdienst mit Lufttaxis starten.

Auch Peter Thiel könnte im Notfall nach Neuseeland

Die Wirtschaft läuft rund, die Menschen sind freundlich, die Landschaft ist idyllisch. Das Land ist alles andere als überfüllt und zudem weit weg von Amerika und Europa. Kein Wunder, dass es sich etliche Milliardäre als den optimalen Zufluchtsort im Falle der Apokalypse auserkoren haben.

Auch der deutschstämmige Tech-Milliardär und PayPal-Gründer Peter Thiel ist seit 2011 – trotz Kontroversen im Land – offizieller Bürger des Landes und hat Immobilien erworben.

Laut eines Berichts des Magazins Business Insider vom Februar hat er sein neuseeländisches Haus inzwischen sogar mit einem speziellen Schutzraum ausrüsten lassen. Und Thiel ist bei weitem nicht der einzige Superreiche, der sich in Neuseeland eingekauft hat. Auch „Titanic“-Regisseur James Cameron hat eine Bleibe sowie etliche andere Silicon Valley-Chefs und US-Hedge-Fonds-Manager.

Gesetzesentwurf: Reaktion auf Immobilienkrise

Eine neue Gesetzesvorlage will diesen Reichen das Leben nun jedoch schwer machen. Künftig sollen Ausländer kein existierendes Wohneigentum mehr in Neuseeland erwerben können. Damit reagiert die neue sozialdemokratische Regierung unter Jacinda Ardern auf die Immobilienkrise in ihrem Land. Auckland wurde 2017 zur viert teuersten Stadt der Welt gewählt. Dort haben sich die Preise seit 2007 mit durchschnittlich mehr als einer Million neuseeländische Dollar (fast 600.000 Euro/700.000 Franken) fast verdoppelt.

Vor allem für Erstkäufer ist der Markt dadurch fast unerschwinglich geworden. Die Mieten kletterten ebenfalls kräftig nach oben und Obdachlosigkeit und Kinderarmut nahmen dramatisch zu.

„Für uns ist es sehr wichtig, dass wir unseren Wohnungsmarkt aussortierem, damit wir Neuseeländern eine faire Chance geben, ihr erstes Eigenheim zu kaufen", sagte der neuseeländische Finanzminister Grant Robertson in einem Fernsehinterview. Qualitativ hochwertige Investitionen, die die Produktivität der neuseeländischen Wirtschaft unterstützten, seien aber nach wie vor gefragt.

Geschäftsleute drohen, Investitionen zu stoppen

Trotzdem fürchten viele Superreiche um ihre Luxusdomizile in Neuseeland. Das Regierungskomitee, das an der Gesetzesänderung arbeitet, hat deswegen bisher weit über 200 Vorlagen zu dem Gesetzesentwurf erhalten. Etliche ausländische Geschäftsleute wollen das Gesetz gelockert sehen. „Die Vision von dem, was wir zu Neuseeland beitragen möchten, wird so bedroht", schrieb beispielsweise der kalifornische Milliardär Ric Kayne in einem Beitrag.

Die neuen Regeln werden „Auswirkungen auf uns persönlich und andere wie uns haben, die, nachdem sie dieses Land für sich entdeckt haben, beträchtliche Ressourcen für den Erhalt, den Schutz und die Verbesserung einsetzen wollen“, fügte Kayne hinzu, der einen exklusiven Golfclub in Neuseeland gebaut hat.

Ein Punkt, den der Amerikaner beispielsweise gelockert sehen will, ist, wie lange man sich pro Jahr in Neuseeland aufhalten müsse. „Ich verbringe inzwischen jedes Jahr mehr als 100 Tage in Neuseeland, aber ich werde wegen meiner ständigen Reisen nicht an 183 Tagen im Jahr in Neuseeland sein“, schrieb der Amerikaner, der eine permanente Aufenthaltsgenehmigung für Neuseeland besitzt.

Das neue Gesetz würde ihn trotz dieser Genehmigung jedoch zwingen, das neue Familienheim, das er gerade baue, zu verkaufen, nur weil er eben viel unterwegs sei. Dies sei kontroproduktiv für weitere geschäftliche Investitionen, die er in Neuseeland plane, folgte die Drohung auf den Fuß. 

Doch Kayne ist nicht alleine mit seiner Revolte. Auch der wohlhabende neuseeländische Geschäftsmann Eion Edgar hält das neue Gesetz für negativ für den internationalen Ruf seines Landes. Er führt in seinem Kommentar eine Reihe ausländischer Investoren auf, die neuseeländische Landstriche und Gebäude dank ihrer Investition schützen oder restaurieren konnten.

Seine Empfehlung an das Regierungskommitee ist deswegen, dass ausländische Parteien nur Immobilien ab zwei oder sogar fünf Millionen neuseeländische Dollar erwerben dürfen. So könne man sicherstellen, dass Erstkäufer im Immobilienmarkt nicht bestraft würden.

(Barbara Barkhausen)

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