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Fahrradhelmpflicht in Neuseeland noch zeitgemäß?

Fahrradhelme retten Leben – oder nicht? Obwohl die Helmpflicht für Radfahrer in Neuseeland seit fast 25 Jahren gilt, sind tausende Radfahrer nicht begeistert davon.

In den vergangenen vier Jahren sind fast 30.000 Bußgelder gegen Radfahrer verhängt worden, die keinen Helm trugen. Allerdings hat sich diese Zahl stetig nach unten entwickelt.

Trotzdem: Am 17. März 2018 demonstrierte eine Gruppe von 25 Radfahrern in Wellington gegen die Helmpflicht. Die Gruppe „Choice Biking“ hat das Event organisiert, das zeitgleich mit mehreren anderen Demonstrationen in Australien stattfand.

Helme wurden auf der Demonstration nicht von allen Teilnehmern getragen. Das Ziel der Anti-Helm-Aktivisten: Sie wollen zeigen, dass sich die Dinge seit der Einführung der Helmpflicht 1994 verändert haben.

Die Infrastruktur mache das Radfahren in Neuseeland inzwischen so sicher wie in Europa, wo keine Helmpflicht herrsche und viele Menschen ohne Helm radeln würden, meinen die Aktivisten. Ohnehin würden etwa 10 Prozent der Neuseeländer die Helmpflicht ignorieren, die auch nur sporadisch durchgesetzt werde.

Das wichtigste Anliegen der Radfahrer: Sie wollen nicht mit einer Helmpflicht zu Opfern einer autozentristischen Gesellschaft erklärt werden. Die Autofahrer müssten besser aufpassen, dann müssten sich Radfahrer nicht mit Helmen schützen. Eine Helmpflicht schrecke die Menschen vom Radfahren ab. Das wirke sich wiederum auf die Gesundheit der Gesellschaft insgesamt aus.

Stattdessen sollten Radfahrer ermutigt werden, sich selbst informiert zu entscheiden, ob sie einen Helm aus Sicherheitsgründen tragen wollen oder nicht.

Neuseeland, Australien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind bisher die einzigen Länder der Welt, die eine allgemeine Helmpflicht vorschreiben. In Neuseeland riskiert man ohne Radhelm (oder mit einem nicht sicher geschlossenen Helm) ein Bußgeld von 55 NZD.

Patrick Morgen vom Cycle Action Network NZ tritt seit einigen Jahren für eine Überarbeitung des Gesetzes ein. Derzeit sei es aber keine Priorität für die Regierung. Je mehr Radwege gebaut werden, auf denen Radfahrer völlig getrennt vom Autoverkehr fahren können, desto weniger Sinn mache eine generelle Helmpflicht.

Die Polizei verzeichnet tatsächlich sinkende Zahlen von Unfällen mit Fahrrad-Beteiligung; diese sind in Neuseeland aber ohnehin noch nie sehr hoch gewesen, weil hier nur wenige Menschen Rad fahren. Im Jahr 2016 wurden fünf Radfahrer im Straßenverkehr getötet, was 1,5 Prozent der Verkehrstoten ausmachte.

Ob diese niedrige Zahl nicht aber auch als Erfolg der Helmpflicht gedeutet werden könnte? Die Lager stehen sich ziemlich unversöhnlich gegenüber, und die Demonstration in Wellington lief zwar friedlich, aber ergebnislos ab.

(Jenny Menzel)

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