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Erste Fahrversuche mit Luft-Taxis in Canterbury

In einer abgelegenen Ecke von Canterbury wird seit Oktober 2017 im Geheimen ein neuer Typ eines autonomen elektrischen „Flugautos“ getestet. Seine Erfinder hoffen, in den nächsten sechs Jahren einen „Flugtaxi-Service“ für Neuseeland zu starten.

Hinter dem Projekt stehen einige der klügsten Köpfe der Luftfahrtindustrie, darunter ehemalige Mitarbeiter von Google, der NASA und Boeing. Das fliegende Verkehrsmittel soll für kurze Trips genutzt werden, die man normalerweise mit dem Auto erledigt. So könnte der zunehmenden Verstopfung der Straßen entgegnet werden.

Das Fahr- bzw. Flugzeug ist seit acht Jahren in der Entwicklung und kann abheben und landen wie ein Helikopter. Es wird elektrisch angetrieben und wird von einer selbststeuernden Software geflogen; am Boden sitzt eine menschliche Aufsichtsperson. Seine Flugspanne liegt bei etwa 100 Kilometern, es erreicht Maximalgeschwindigkeiten von 150 km/h. Der Prototyp trägt zwei Passagiere.

Premierinisterin Jacinda Ardern ist stolz auf das Programm: „Es sendet die Botschaft an die Welt, dass unsere Türen offen sind für Menschen mit tollen Ideen, die sie verwirklichen wollen.“

Cora – so der Name des Projekts – wird von der kalifornischen Kitty Hawk Corporation unterstützt, die angeblich von Google-Gründer Larry Page kofinanziert wird. Die neuseeländische Firma heißt Zephyr Airworks.

Neuseeland gilt für Hightech-Firmen als Eldorado: Dinge können sich hier schnell und unkompliziert entwickeln und die Regierung steht neuen Ideen und Projekten sehr offen gegenüber.

Kitty Hawk sind nicht die einzigen, die von den Vorteilen eines unbemannten Lufttaxis überzeugt sind. Etwa 30 Wettbewerber arbeiten derzeit an ähnlichen Projekten. Uber will bis zum Jahr 2020 den Versuch eines Lufttaxi-Services in LA, Dallas und Dubai starten. Der deutsche Drohnen-Anbieter Volocopter startete bereits im September 2017 unbemannte Testflüge in Lufttaxis für zwei Passagiere. Branchenkenner sind sicher: In zehn bis 20 Jahren werden Lufttaxis ganz normal sein.

Bevor jedermann in ein selbstgesteuertes Lufttaxi hüpfen kann, müssen noch viele Hindernisse überwunden werden. Ganz abgesehen von den technischen Voraussetzungen bleiben viele Fragen offen, wie ein solches Fahrzeug zertifiziert werden müsste und wie der angebotene Service zu regulieren ist.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen bildet seit 2015 die „Civil Aviation Rule“ über den Betrieb unbemannter Fahrzeuge. Für Luftfahrzeuge, die sich den Luftraum mit anderen Fluggeräten teilen, müssen noch neue Regulierungen erarbeitet werden.

Anvisiert wird eine Aufnahme des Betriebs in drei bis sechs Jahren. Die Lufttaxis sollen dann als Flotte unter dem Dach von Zephyr Airworks operieren und auf festen Routen unter enger Beaufsichtigung fliegen. Der Preis wäre am Anfang sicherlich hoch, weil das Angebot sehr exklusiv ist. Das ultimative Ziel ist es aber, den Service bezahlbar für jedermann anzubieten, nicht als Luxusdienstleistung für Millionäre.

Canterbury und Christchurch könnten mit dem Lufttaxi einen weltweit einzigartigen Service anbieten. Bereits jetzt laufen Versuche eines autonomen Shuttle-Busses am Flughafen Christchurch, und die Stadt bietet als erste in Neuseeland eine Carsharing-Flotte von Elektro-Autos an.

(Jenny Menzel)

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