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Neuer Virus gegen Kaninchenplage in Neuseeland

Die Nachricht passt so gar nicht zu Ostern: In vier ausgewählten Regionen der Bay of Plenty wird ab April ein neuer Virus ausgesetzt, der gezielt Kaninchen infizieren und töten soll.

Es ist der zweite Anlauf, um der Kaninchenplage in Neuseeland Herr zu werden. Wie beim ersten Mal 1997 wird erwartet, dass sich der tödliche Virus innerhalb eines Jahres über die gesamte Kaninchenpopulation verbreitet. Das erhoffte Ziel ist die Reduktion der Population um mindestens 40 Prozent.

Kaninchen gehören nicht zum neuseeländischen Ökosystem, fühlen sich aber in den (ebenfalls nicht zu Neuseeland gehörenden) Weidelandschaften sehr wohl. Und während sie ausnahmsweise keine endemischen, flugunfähigen Vögel ausrotten, richten sie in der Landwirtschaft einen jährlichen Schaden von geschätzten 60 Millionen Euro an.

Der Entschluss, die koreanische Variante der „Rabbit Haemorrhagic Virus Disease“ (RHDV) in der wilden Population auszusetzen, wurde vom Ministerium für Landwirtschaft und Environment Canterbury bestätigt. Das Virus wird in Futter versteckt und später hauptsächlich von Fliegen und Flöhen übertragen. Der große Vorteil des RHD-Virus K5: Es befällt nur Kaninchen und geht nicht auf andere Spezies über.

Als Haustiere gehaltene Kaninchen sind vor dem Krankheitserreger geschützt, solange ihre Besitzer auf die vorgeschriebenen Impfungen achten. Der Cylap-Impfstoff gegen die koreanische Variante, den es seit März 2017 in Neuseeland gibt, wirkt bisher 100-prozentig.

Die Farmer der Bay of Plenty erhoffen sich von der Virus-Freisetzung, die massenhafte Ausbreitung von Kaninchen in einigen Regionen wieder auf vernünftige Maße zu reduzieren. Gegenden mit trockenen Böden, wo natürliche Wälder an Weideland grenzen, sowie Küstenstreifen sind bei den Kaninchen am beliebtesten. In Opotiki, um die Rotorua Lakes und in Pongakawa haben sich die Nager bereits so stark ausgebreitet, dass man sie am hellichten Tag überall herumhüpfen sieht.

Versuche der Farmer, die Kaninchen zu erschießen oder zu vergiften, sind hier nicht mehr ausreichend. Die Zunahme der Kaninchenpopulation zeigt außerdem, dass die Tiere gegen den vorherigen Virus-Typ resistent geworden sind.

Laut offiziellen Angaben verursacht RHDV Hepatitis. Die infizierten Kaninchen sterben relativ schnell an multiplem Organversagen. Der neue Virus-Typ führe noch schneller zum Tod, die Tiere sterben binnen zwei bis vier Tagen nach der Infektion.

Wer jetzt Mitleid mit den neuseeländischen Kindern hat, die ausgerechnet zu Ostern tote Osterhasen sehen müssen, der sollte nach Otago schauen: Dort findet jedes Jahr zu Ostern der „Great Easter Bunny Hunt“ statt, bei dem auf einer organisierten Jagd zehntausende Kaninchen erschossen werden.

Osterhasen haben in Neuseeland einen schweren Stand, wie es scheint. In den Supermärkten gibt es nicht ohne Grund immer häufiger statt Schoko-Hasen lieber Schoko-Kiwivögel.

(Jenny Menzel)

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