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Massentötungen von Rinderherden in Neuseeland

Das sind Nachrichten, die keiner gern verbreitet: Neuseeland ist das erste Land weltweit, das sich zur Massentötung seiner Rinderherden gezwungen sieht. Sowohl Milchkühe als auch Rinder für die Fleischproduktion sind von der drastischen Maßnahme betroffen, da beide möglicherweise mit „Mycobacterium bovis“, einem Erreger von Rindertuberkulose, infiziert sein können.

Mycobacterium bovis hat zwar keine Auswirkungen auf die Sicherheit von Milch und Rindfleisch für den Menschen. Was das Ministerium und die Bauern beschäftigt, ist, dass bisher niemand weiß, wie der Erreger nach Neuseeland gelangen konnte. Die üblichen Ankunftswege erscheinen Experten sehr unwahrscheinlich.

Die Notschlachtungen sind ein radikaler Versuch, die Krankheit einzudämmen, die von Zuchttieren aus anderen Ländern eingeschleppt wurde. Während man in anderen Ländern mit der Krankheit lebt, hat das Landwirtschaftsministerium in Neuseeland sich zu einer Alles-oder-nichts-Herangehensweise entschlossen.

Das Ministerium hat bereits damit begonnen, 22.300 Rinder auf 28 betroffenen Farmen zu schlachten. Bis auf eine liegen alle Farmen auf der Südinsel. Nach diesen Tötungen wird entschieden, ob mit den Massenschlachtungen fortgefahren werden soll oder ob es mehr Sinn macht, lediglich die Verbreitung des Bakteriums einzudämmen.

Die Chance auf Erfolg ist nicht sicher. Anders als in anderen Ländern kann sich das Bakterium in Neuseelands offen gehaltenen Viehherden, die sich viel bewegen, schneller ausbreiten und hätte wesentlich größere Auswirkungen.

Die ersten Notschlachtungen sind notwendig, um das Risiko einer massenhaften Ausverbreitung von Mycobacterium bovis zu verringern. Bisher ist der Krankheitserreger in Neuseeland noch nicht weit verbreitet.

Ob die radikale Maßnahme Erfolg hatte, wird sich erst im nächsten Frühjahr zeigen, wenn die neuen Kälber geboren werden.

Die zur Schlachtung vorgesehenen Rinder müssen vor Beginn der neuen Milchvieh-Saison im Juni getötet werden. Betroffene Farmen werden für ihre Verluste von der Regierung entschädigt.

Weil das Fleisch erkrankter Tiere vom Menschen bedenkenlos verzehrt werden kann, wird es von den Schlachtereien normal verkauft. Ob es gesondert gekennzeichnet sein wird, ist derzeit nicht bekannt; genauso wenig, wie sich die Massenschlachtungen auf den Rindfleischpreis auswirken werden.

(Jenny Menzel)

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