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Tragischer Todesfall beim Rafting am Shotover River

Veranstalter in Queenstown haben ihre Rafting-Touren auf dem Shotover River bis auf Weiteres ausgesetzt, nachdem am 19. Mai 2018 ein australischer Tourist auf dem Shotover River ums Leben gekommen ist.

Der Todesfall ist bereits der zweite, der sich in einer Zeitspanne von zwei Monaten auf dem gleichen Streckenabschnitt des Shotover River bei Queenstown ereignet hat.

Ende März war ein erfahrener Guide des Unternehmens „Queenstown Rafting“, Moana-Roa Keith Haare, vermutlich durch einen Herzanfall gestorben, nachdem sein Schlauchboot an der „Toilet“-Stromschnelle gekentert war.

Bei dem zweiten Todesfall war ein Schlauchboot mit sechs australischen Touristen an Bord gekentert – ebenfalls an der „Toilet“-Stromschnelle, die inzwischen zu Ehren des gestorbenen Guides „Moana Roa Chief Rapid“ heißt.

Die Stromschnelle ist der zentrale Engpass auf der Rafting-Tour, die sich durch den Skippers Canyon und den Arthurs Point windet, bevor der Shotover River in den Kawarau River mündet. Zwei weitere Boote auf demselben Trip passierten die Stelle, ohne zu kentern. Die Standard-Rettungsprozedur setzte wie üblich ein, wobei die Guides und mehrere Sicherheits-Kajaker die Gäste zu den Ufern des Flusses bringen.

Dabei verlor jedoch einer der Rafter, der sich an einem Rettungsseil festhielt, den Halt und wurde durch eine weitere Stromschnelle gerissen. Der Sicherheits-Kajaker, der ihn durch diese Stromschnelle begleitete, brachte ihn danach ans Ufer.

Dort fiel der Australier überraschend in Ohnmacht und konnte trotz unmittelbar einsetzender Erster Hilfe und einem Defibrillator nicht wiederbelebt werden. Rettungssanitäter, die etwa eine Stunde später per Helikopter am Ort ankamen, konnten jedoch nichts mehr für ihn tun und erklärten ihn für tot.

Ein Begleiter des Mannes, der sich bei dem Zwischenfall die Schulter ausgekugelt hatte, wurde ins Lakes District Hospital ausgeflogen. Der Rest der Reisegruppe ist inzwischen wieder nach Australien zurückgekehrt.

Die beiden Rafting-Unternehmen, die gemeinsam Exkursionen auf dem Shotover River anbieten, sind enorm betroffen und ratlos: Das Kentern von Rafting-Booten ist nicht ungewöhnlich auf diesem Flussabschnitt, der mit Grad 4 bis 5 eingestuft wird. Die Wetterbedingungen zum Zeitpunkt des Unfalls waren exzellent, der Wasserstand des Flusses war mittel bis langsam und alle Sicherheitsparameter wurden eingehalten.

Beide Rafting-Anbieter arbeiten nun mit der Polizei und mit Maritime New Zealand zusammen, um eine mögliche Fehlerursache zu finden. Bis auf Weiteres werden auf dem Shotover River keine Rafting-Touren mehr angeboten.

Whitewater Rafting ist eine gefährliche Sportart, das sollte jedem klar sein, der eine solche Tour bucht. Es ist lebenswichtig, den Anweisungen der Guides zuzuhören und ihnen sofort Folge zu leisten. Trotz Rettungswesten und Sicherheitsprozeduren ist das Risiko, unter Wasser zu geraten und dort verletzt zu werden, sehr hoch.

Auf dem Shotover River hatte es vor den aktuellen Zwischenfällen allerdings seit mehr als zehn Jahren keine Todesfälle gegeben, und generell ist Whitewater Rafting in Neuseeland ein vergleichsweise sicherer Abenteuersport.

(Jenny Menzel)

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