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Wird Molesworth Station Neuseelands nächster Nationalpark?

Wenn der Pachtvertrag für die Molesworth Station im Hochland der Kaikoura Ranges ausläuft, ist offen, was mit der Rinderfarm passieren wird. Ein Vorschlag lautet, das Gebiet auf einer isolierten Hochebene zwischen Blenheim und Canterbury zum Nationalpark zu deklarieren.

Die Erschaffung biologischer Korridore zwischen den bisherigen dreizehn Nationalparks in Neuseeland gilt als eine der dringlichsten Maßnahmen, um auch in Zukunft die einzigartige und zunehmend bedrohte Natur des Landes zu erhalten.

Nach dem Vorbild Bhutans, wo gesetzlich festgeschrieben ist, dass 60 Prozent des Landes bewaldet bleiben müssen, hat das McGuiness Institute nun vorgeschlagen, zwei neue Nationalparks in Neuseeland zu erschaffen: einen auf dem Gelände der Molesworth Station und einen weiteren in den Marlborough Sounds. Beide sollten über einen biologischen Korridor verbunden sein, der helfen wird, die Artenvielfalt beider Habitate zu erhalten und zu bereichern.

Der Pachtvertrag für die Molesworth Station wird im Jahr 2020 auslaufen, seine Zukunft obliegt dann dem neuseeländischen Staat bzw. dem Umweltschutzministerium DOC. Die größte Farm Neuseelands mit ihren 180 000 Hektar wird seit Jahrzehnten von der Firma Landcorp bewirtschaftet, das DOC verwaltet das Gebiet jedoch im Namen des Staates.

Ein solches Projekt verlangt zweifellos nach erheblichen staatlichen Investitionen. Aber dieses Geld wäre für künftige Generationen von Neuseeländern sehr gut angelegt. Die Molesworth-Region ist enorm artenreich. Ein Ende der Bewirtschaftung dieses Gebiets eröffnet die Möglichkeit der Wiederherstellung seines ursprünglichen Zustands.

Auf den ersten Blick gibt es hier oben nur endlose Hügel voller Tussock-Gräser, zwischen denen Rinder weiden. Aber auch fast die Hälfte der 60 in Süd-Marlborough endemischen Pflanzenarten kommen auf der Molesworth Station vor. Aus diesem Grund wurde das Areal bereits 2005 vom DOC zum Erholungsgebiet („recreation reserve“) erklärt.

Um das Hochland wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen, wird viel Arbeit nötig sein; Schädlinge und Unkräuter müssen bekämpft werden, die jahrelange Beweidung hat den Boden nachhaltig verändert und die Natur teilweise bereits unwiederbringlich zerstört. Ob es möglich wäre, das Hochland wieder mit natürlichen Arten zu bewalden, wird allerdings von einigen Seiten bezweifelt. Momentan sind hier vor allem verwilderte Pinien heimisch, die von den europäischen Siedlern angepflanzt wurden.

Ein Sprecher des DOC wiegelt ab: Zur Zukunft der Molesworth Station gebe es derzeit noch keine Entscheidung, die Einrichtung eines Nationalparks sei genauso wenig geplant wie die neuer biologischer Korridore.

Nationalparks sind ein probates Mittel, um die Biodiversität zu schützen. Die Umweltschutzorganisation Forest and Bird wirbt schon seit Jahren dafür, die bestehenden geschützten Gebiete in Marlborough zum Kaik?ura Ranges National Park zu deklarieren.

Die Molesworth Station wäre eine perfekte Ergänzung. Die Landschaft ist wunderschön, von wissenschaftlicher Bedeutung und voller Ökosysteme mit bedrohten Arten. Aber es gibt auch Stimmen, die sich gegen eine Umwidmung des Gebiets in einen Nationalpark wenden.

Die häufigste Befürchtung: Durch so eine Maßnahme würde das Gelände viel populärer und die Zahl der Besucher würde enorm steigen. Anstatt die Natur hier oben zu schützen, wäre sie plötzlich einer großen Menge von Touristen ausgesetzt – und die bringen dem Naturschutz bekanntlich wenig.

(Jenny Menzel)

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