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Das Geheimnis der gestrandeten Pottwale in Taranaki

An einem abgelegenen Strand in Süd-Taranaki wurden am 24. Mai 2018 acht tote Pottwale angespült; vier weitere fand man in der Umgebung des Kaupokonui Beach in den folgenden Tagen.

Für eine Rettung war es bereits zu spät; Tierärzte sind sicher, dass die gestrandeten Wale schon tot waren, bevor sie am Strand angespült wurden. Die Tiere waren hauptsächlich Bullen und erreichten Größen von bis zu 14 Metern.

Entdeckt wurden die ersten Leichen am Morgen vom Verwalter des anliegenden Campingplatzes. Die Wale müssen in der Nacht angeschwemmt worden sein. Ein Tier-Pathologe der Massey University schätzte, dass die Pottwale bereits seit etwa 36 Stunden tot waren. Über die Todesursache konnte ohne Obduktion keine genaue Aussage getroffen werden; und der Zustand der bereits im Verwesen begriffenen Körper machte diese schwierig.  

Vertreter des DOC wenige Stunden erreichten den Strand wenige Stunden später, konnten aber nichts mehr tun als die Gegend abzusperren. Die Absperrungen mussten am nächsten Tag verstärkt werden, nachdem in der Nacht Unbekannte versucht hatten, vier Zähne eines Wals mit einer Axt abzuhacken.

Der Verdacht lag nahe, dass die Todesfälle der Pottwale durch die seismischen Probebohrungen in der Bucht von Taranaki ausgelöst worden sein könnten – diese werden sowohl von der Bevölkerung Taranakis als auch von neuseeländischen Umweltschutzgruppen sehr kritisch gesehen, weil sie direkt im Lebensraum zahlreicher Meerestiere erfolgen und über ihre kurz- und langfristigen Auswirkungen keine Kenntnisse bestehen.

Die letzte seismische Probebohrung in der Bucht war allerdings schon am 30. März abgeschlossen worden. Angesichts dieser Zeitspanne erklärte das DOC einen Zusammenhang mit dem Tod der Pottwale als äußerst unwahrscheinlich.

Was nun noch zu entscheiden bleibt, ist der Umgang mit den toten Walen. Meeressäuger stehen in Neuseeland unter gesetzlichem Schutz, und es ist verboten, ihre Knochen oder Ähnliches ohne Erlaubnis zu entfernen. Nur ortsansässige Maori-Stämme haben das Recht, die Kieferknochen und Zähne der Wale für kulturelle und künstlerische Zwecke zu nutzen.

Vertreter der Ngati Tu begannen deshalb am Freitag, einige der Wal-Kadaver zu bearbeiten. Zuvor hatten sie einen Gedenk-Gottesdienst („karakia“) für die Wale gehalten.

Die Kadaver am Strand wurden in ausgebaggerten Gruben begraben; sechs Tiere, die weiter außerhalb liegen, sollen auf natürlichem Weg verrotten. Zuschauer und DOC-Mitarbeiter, die bei kaltem, stürmischem Wetter den Arbeiten beiwohnten, waren in ernster Stimmung. Niemand kann sich an Strandungen von Pottwalen in Taranaki erinnern – und nun stranden gleich zwölf tote Tiere. Was dieses Ereignis für die Zukunft bedeutet, darüber herrscht große Unsicherheit.

Der letzte Vorfall dieser Art in Neuseeland geschah an einem Strand in West-Auckland im Jahr 2003. Auch damals starben zwölf Wale. Die größte Zahl von Pottwalen in der neuseeländischen Geschichte wurde 1974 am Muriwai Beach angespült, damals starben 72 Tiere. Die Ursachen waren auch damals nicht zu erkennen.

(Jenny Menzel)

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