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Hitzewelle lockt tropische Fische nach Neuseeland

Wärmere Meerestemperaturen als normal haben tropische Fische in die Gewässer vor Neuseeland gelockt. Die 3000 Kilometer Distanz vom tropischen Queensland in Australien haben die Tiere wohl dank einer Strömung überbrückt, die zwischen den beiden Ländern verläuft.

Der Queensland Groper, auch bekannt als Riesenzackenbarsch, ist ein eher behäbiger Fisch. In Australien ist der Meeresbewohner eine der Ikonen des Great Barrier Reefs. Viele der Fische, die stattliche drei Meter lang und bis zu 600 Kilogramm schwer werden können, sind eher territorial. Einige haben deswegen von den lokalen Tauchveranstaltern am Riff sogar eigene Namen verliehen bekommen.

Dass so ein Groper sich von Australien bis nach Neuseeland verirrt, ist also eher eine Seltenheit. Trotzdem hat das neuseeländische Tauchteam Paihia Dive im gleichnamigen Ort Paihia, knapp 230 Kilometer nördlich von Auckland auf der Nordinsel Neuseelands, genau solch einen seltenen Besucher vor die Linse bekommen.

Zahlreiche Meldungen tropischer Besucher

Der Tauchveranstalter war mit Besuchern am Wrack der HMNZ Canterbury in der Bay of Islands unterwegs, als der etwa einen Meter große Riesenzackenbarsch auftauchte. Dass so ein tropischer Meeresbewohner aus Australien sich in neuseeländischen Gewässern blicken lässt, ist inzwischen schon mehrmals geschehen. Auf der Facebookseite des Veranstalters sind auch Fotos eines Gestreiften Anglerfisches und einer Grünen Meeresschildkröte zu sehen, die normalerweise in wärmeren Gefilden leben.

Bereits im März wurden laut neuseeländischer Medienberichte auch mehrere Arten seltener tropischer Fische auf den Kermadec-Inseln 1000 Kilometer nördlich von Neuseeland gesichtet, was Experten damals auf die Erwärmung der Ozeane zurückführten. Auch aus den Häfen von Dunedin und Wellington wurden tropische Besucher gemeldet, die normalerweise nicht in der Region vorkommen.

Ungewöhnlich heißer Sommer in Neuseeland

Die tropischen Tiere wagen sich aufgrund wärmerer Meerestemperaturen über die Tasman Sea. Neuseeland hat einen sehr heißen Sommer hinter sich, währenddessen in einigen Regionen um bis zu 6 °Celsius höhere Meerestemperaturen als normal gemessen wurden. Auch die Region, in der der Groper gesichtet wurde, verzeichnete Temperaturen, die zwei bis vier Grad höher lagen als normal.

„Wir glauben, dass diese Fische als pelagische Larven und Jungtiere ankommen, die von der warmen Nordströmung, die Tasman Front genannt wird, über die Tasman Sea transportiert werden“, sagte Andrew Stewart, Fischexperte des neuseeländischen Nationalmuseums Te Papa in Wellington. Stewart sagte, vereinzelte Groper seien erstmals 1993 gesichtet worden.

Fische werden zu „lokalen Berühmtheiten“

Bei den Tauchveranstaltern war die Freude zunächst groß über die tropischen Funde. „Diese Saison war unglaublich mit all den tropischen Besuchern“, schrieben die Neuseeländer auf Facebook und kommentierten, dass sie täglich neue Tiere gesichtet hätten. Auch Stewart bestätigte, dass die Tiere schnell zu „lokalen Berühmtheiten“ würden.

Doch Craig Johnston, der Besitzer von Paihia Dive, äußerte auch Bedenken. Die Tiere würden ihren Aufenthalt in Neuseeland unter Umständen nicht überleben, sobald die Wassertemperaturen unter 18° Celsius fallen – was im derzeitigen neuseeländischen Winter durchaus möglich ist.

Andrew Stewart war dagegen optimistischer: Der Fischexperte vermutet, die Tiere könnten überleben, die Temperaturen wären aber zu kalt, um sich zu vermehren. Außerdem seien sie ja auch meist die einzigen ihrer Art in den neuseeländischen Gewässern. Grundsätzlich sei dies aber ein Thema, das die lokale Tauchgemeinschaft wie auch Wissenschaftler genau beobachten müssten, „um zu sehen, ob sich die Biodiversitätsmuster verändert, wenn die Meerestemperaturen steigen“.

(Barbara Barkhausen)

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