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Vier der Great Walks in Neuseeland werden teurer – für Touristen

Internationale Besucher in Neuseeland werden in Zukunft ungefähr doppelt so viel bezahlen wie Einheimische – wenn sie unterwegs auf vier der beliebtesten Great Walks sind und in einer Hütte oder auf einem Campingplatz des DOC übernachten wollen.

Konkret handelt es sich dabei um den Milford Track, den Kepler Track, den Routeburn Track und den Abel Tasman Coastal Track – Mehrtageswanderungen zwischen drei und fünf Tagen auf der Südinsel. Ein Versuch dieser neuen Strategie wird im Oktober 2018 starten, pünktlich zum Beginn der neuen Saison.

Der Versuch ist zunächst auf sieben Monate begrenzt und soll Erkenntnisse über die Auswirkungen der Preissteigerung liefern – deren erklärtes Ziel es ist, die immer weiter steigenden Besucherzahlen in geordnete Bahnen zu lenken. Die erhöhten Gebühren sollen direkt dem Department of Conservation zugute kommen, um die beliebten Wanderwege instandzuhalten.

Die derzeit neun „Great Walks“, Vorzeige-Wanderwege von Weltklasse mit spektakulären Eindrücken, ziehen als regelrechte Besuchermagneten tausende internationale Touristen nach Neuseeland. Wie diese Naturschönheiten auf faire und effektive Weise bewirtschaftet werden sollen, darüber diskutiert man in Neuseeland seit einigen Jahren mit zunehmender Intensität – ungefähr parallel zur stetig steigenden Zahl der Besucher.

Im Gegensatz zu den USA oder Südamerika sind Neuseelands Nationalparks für alle Menschen kostenfrei zu benutzen, dies ist sogar gesetzlich fixiert.

Die Investitionen des DOC in die Erhaltung und Pflege der neun „Great Walks“ liegen derzeit über den Einnahmen aus den „hut fees“ der Wanderer, die sich auf bis zu 3,8 Millionen Neuseelanddollar jährlich belaufen. Durch die erhöhten Gebühren für Touristen in der Versuchsphase erhofft sich das Umweltschutzministerium zusätzliche Einnahmen von 2,9 Millionen Neuseelanddollar.

Dass die Zahl der Buchungen und die Nachfrage signifikant sinken könnten, wird nicht befürchtet. Die erhöhten Übernachtungsgebühren könnten und sollen ausländische Besucher sogar anregen, auf andere Mehrtages-Wanderungen auszuweichen, immerhin gibt es noch fünf weitere Great Walks und zahlreiche andere Tracks, die günstiger oder ganz kostenlos sind.

Tourismus-Anbieter vor allem in der Region Abel Tasman befürchten allerdings das Gegenteil: noch stärkere Konzentrationen von Besuchern auf den als Tageswanderung beliebten Etappen des Coastal Walks, weil diese die erhöhten Übernachtungskosten einsparen wollen. Daneben sehen viele Neuseeländer die neue Maßnahme skeptisch und fürchten, dass ausländische Gäste sich „abgezockt“ und als Wanderer zweiter Klasse sehen könnten.

Ausländische Wanderer werden in Zukunft auf dem Milford Track 140 NZD pro Nacht bezahlen, auf dem Kepler und Routeburn Track je 130 NZD Pro Nacht und auf dem Abel Tasman Coastal Walk 75 NZD pro Nacht – das schließt auch Kinder ein, die im DOC-Tarifsystem ansonsten meist kostenfrei übernachten.

Für Neuseeländer bleiben die Preise bei 70 NZD pro Nacht auf dem Milford Track, 65 NZD pro Nacht auf dem Kepler und Routeburn Track und bei 38 NZD pro Nacht auf dem Abel Tasman Coastal Walk. Ihre Kinder unter 18 Jahren übernachten weiterhin kostenfrei.

Der vergangene Sommer war erneut eine Rekord-Saison. 1,75 Millionen Besucher wurden in den neuseeländischen Nationalparks und Naturschutzgebieten willkommen geheißen, das entsprach 52 Prozent aller internationalen Touristen in Neuseeland; 5 Prozent mehr als in der Saison 2016/17. Besucher aus Übersee machen etwa 60 Prozent aller Wanderer auf den „Great Walks“ aus.

Zusammen mit dem neuen Preissystem, das offenbar auf einer nicht nachgeprüften Angabe der Wohnadresse beruhen wird, rollt das DOC in der kommenden Saison schrittweise ein neues Buchungssystem aus. Damit können Wanderer ihre Buchungen selbst verwalten und rechtzeitig wichtige Informationen und Warnhinweise bekommen.

Der nächste Schritt in den Plänen des DOC sollen Parkgebühren von 10 bis 15 NZD an beliebten und schwer zugänglichen Plätzen sein, etwa am Franz Josef Glacier oder in Punakaiki.

Auch wenn die Maßnahmen umstritten sind – alle Neuseeländer sind sich einig, dass sie dringend etwas tun müssen, wenn sie nicht von ihrem eigenen Ruhm überrannt werden wollen.

Die Buchungssysteme der neun „Great Walks“ für die nächste Saison öffnen am 12. Juni 2018. Für zwei Wochen können vorausplanende Wanderer dann ihre Termine für die Mehrtageswanderungen anmelden – auf den beliebtesten Tracks wird dies möglichst weit im Voraus empfohlen.

(Jenny Menzel)

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