Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Geschenkabo-Gutschein

Wenn Sie ein Geschenkabo bestellt haben finden Sie hier einen Gutschein für den Beschenkten.

 

360° Kanada

Kennen Sie schon unser Schwester-Magazin 360° Kanada?
Mehr erfahren Sie hier:

 

Werbung

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Kauri dieback greift auf die Coromandel Peninsula über – Track-Schließungen drohen

Kauri dieback, die tödliche Pilzkrankheit, ist in einem privaten Waldgebiet auf der Coromandel Peninsula entdeckt worden. Der Fund bei Tairua bedeutet, dass es nun sechs Stellen gibt, an denen sich Kauri dieback in der Region Waikato ausgebreitet hat.

Das DOC hat umgehend die Wanderwege am Lynch Stream und die Twin Kauri Tracks geschlossen.

Bestätigte Fundstellen von Kauri dieback finden sich auf der Coromandel Peninsula an fünf Orten: in Hukarahi, nahe Whitianga und im Whangapoua Forest.

Kauri dieback oder Phytophthora agathidicida wird durch microskopisch kleine Sporen übertragen, die sich im Boden befinden und die Wurzeln und Stämme der Kauri-Bäume befallen. Das nährstofftransportierende Gewebe der Bäume wird zerstört, so dass sie regelrecht verhungern.

Derzeit wird vermutet, dass die Krankheit vor allem durch Menschen übertragen wird, die in  Schuhsohlen und Fahrradreifen Erdreste und damit Sporen von Baum zu Baum verbreiten. Eine weitere Gruppe von Verdächtigen sind wilde Schweine, die in vielen Waldgebieten Neuseelands beheimatet sind.

In den vergangenen zehn Jahren hat Kauri dieback tausende Kauri-Bäume befallen und getötet. Der Ursprung der Krankheit ist nach wie vor unbekannt, ein Heilmittel wurde immer noch nicht gefunden.

Die Symptome von Kauri dieback umfassen unter anderem eine welkende und dünner werdende Baumkrone – was allerdings auch von anderen Faktoren verursacht werden kann. Um die Verbreitung der Krankheit zu dokumentieren und zu überwachen, wurden im Jahr 2017 tausende Luftfotos in der Region Waikato angefertigt. Die Untersuchung identifizierte dabei weitere befallene Bäume, deren Umgebung nun von Mitarbeitern des DOC und der Gemeinden am Boden näher untersucht wird.

Proben wurden von Privatgelände im nördlichen Waikato, Hauraki und Coromandel genommen. Die Stelle bei Tairua ist bisher der einzige Ort, an dem ein Befall mit Kauri dieback bestätigt wurde.

Die Ankündigung des DOC, zum Schutz der Kauri-Bäume einige Wanderwege auf der Coromandel Peninsula dauerhaft und andere zeitweise zu schließen, stößt vor allem bei Wanderern, aber auch bei Tourismus-Anbietern auf Entsetzen.

Besser wäre es ihrer Meinung nach, wenn das DOC die vorhandenen Wege renovieren und offen halten würde. Um die Kauri zu schützen, müssen nasse und schlammige Wegstücke trockengelegt und die Drainage der Wege verbessert werden. Das Anlegen von erhöhten Bretterwegen gilt als Königsweg, ist aber sehr aufwendig und teuer.

Wanderclubs weisen außerdem darauf hin, dass einige Tracks in höheren Regionen der Halbinsel, etwa zwischen Thames und Coroglen, sich über dem Lebensraum der Kauri-Bäume befinden. Da die Bäume normalerweise unterhalb von 600 m wachsen, dürften Wanderer weiter oben die Krankheit nicht verbreiten können.

Wanderer auf der Coromandel Peninsula tragen jedes Jahr geschätzte 500 000 NZD zur lokalen Wirtschaft bei. Schließungen von Wanderwegen würden sich sofort negativ auf örtliche Unternehmen und den Arbeitsmarkt auswirken, befürchtet man.

Auch eine soziale Auswirkung darf nicht unterschätzt werden. Anwohner betonen, wie wichtig das „backcountry“ für Kinder und Erwachsene ist, um den Kontakt zur Natur und den verantwortungsvollen Umgang damit zu erlernen. Das Wegenetz und das Wandern in der freien Natur betrachten Neuseeländer als ihr kulturelles Erbe und Teil ihrer Identität.

Laut DOC hat das Kauri Dieback Recreation Project noch keine festen Daten für die Schließungen vorgesehen. Bis Ende Juli sollen Beratungen mit den betroffenen Gemeinden und Interessengruppen stattfinden.

Eine volle Liste vorgesehener Schließungen in der gesamten Kauri-Region will das DOC bis Anfang Juli 2018 auf seiner Website veröffentlichen.

(Jenny Menzel)

Goto Top