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Fish and Chips mit Sprachkurs

Es gibt wohl kein typischeres Gericht in Neuseeland als Fish and Chips. Das bekannte Seafood-Restaurant „Fush“ in Christchurch ergänzt dieses Kiwi-as-Angebot nun mit kostenfreien Sprachkursen in Te Reo Maori. Die kommen gut an: Am ersten Montagabend kamen mehr als 600 Menschen.

Erwartet hatten die Besitzer vielleicht ein Dutzend. Die Nachfrage nach den Kursen war überwältigend, stellten sie erstaunt fest. Das Team musste eigens größere Räume suchen, sie buchten eine nahegelegene Versammlungshalle.

„Fush“ ist ein typisch neuseeländisches Familienunternehmen, das 2016 eröffnet hat. Ihr Ziel: die perfekten „Fish and Chips“ verkaufen. Genauso wichtig ist ihnen „manaakitanga“ – Gastfreundlichkeit gegenüber den eigenen Kunden und Besuchern. Jeder Gast wird bei „Fush“ wie ein Familienmitglied begrüßt. Die Speisekarte des Restaurants ist auf English und Maori, und auf den Tischen stehen kleine Aufsteller mit grundlegenden Maori-Wörtern. So sollten die Gäste angeregt werden, miteinander Maori zu sprechen, während sie auf ihr Essen warten.

Te Reo Maori erlebt in Neuseeland gerade eine Renaissance. Im ganzen Land werden kostenfreie Sprachkurse angeboten, die von Jung und Alt mit Interesse angenommen werden. Nicht nur Maori kommen dort hin, die ihre eigene Kultur wiederentdecken wollen.

Immer mehr Maori-Kinder sprechen zu Hause in ihrer Sprache, obwohl noch in den 1970er-Jahren Studien gezeigt hatten, dass quasi keine intergenerationale Übergabe von Te Reo Maori mehr stattfand.

Sogar auf internationaler Ebene schlägt Te Reo Maori Wellen: 2017 wurde der Disney-Film „Vaiana“ in Te Reo Maori synchronisiert, mit Unterstützung des Matewa Trust von Regisseur Taika Waititi. Star-Regisseur James Cameron sagte, Te Reo habe die Sprache der Na’vi im Film „Avatar“ beeinflusst. Dies wäre eine bewusste Hommage an Neuseeland, wo gerade die Fortsetzung des Kassenschlagers gedreht wird.

Jeden September wird in Neuseeland mit der „Maori Language Week“ (Te Wiki o te reo Maori) die Maori-Sprache gefeiert. Alle Neuseeländer werden ermutigt, die Sprache auszuprobieren und ins tägliche Leben zu integrieren.

Vom Wiederaufleben der Maori-Sprache profitieren nicht nur die Neuseeländer. Te Reo Maori kann auch viel zu einem authentischen und einzigartigen Besuchererlebnis für Touristen beitragen. Maori-Sagen und -Lieder über besondere Orte und Ereignisse, erzählt und gesungen von Maori auf Maori, faszinieren Besucher und zeigt ihnen die historische Tiefe von Neuseelands Landschaften.

Die Bemühungen der Maori-Gemeinden um die Wiederbelebung ihrer Sprache treffen auf breite öffentliche Unterstützung – das zeigen unter anderem die überaus beliebten Sprachkurse bei „Fush“. Auch in Schulen und generell in der Öffentlichkeit bekommt Te Reo Maori einen immer prominenteren Platz.

Je mehr Menschen Maori lernen, sprechen und weitergeben, desto schneller wird sich die Sprache in allen Bereichen des Lebens ausbreiten und desto mehr Initiativen für ihre Revitalisierung wird es geben. Die Graswurzel-Revolution begann mit der Einzelinitiative einer Radiomoderatorin, die ihre Hörer mit „Kia Ora“ begrüßte. In nur knapp 20 Jahren haben sich die Grashalme zu einer blühenden Wiese ausgewachsen.

(Jenny Menzel)

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