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Winterlämmer in Neuseeland: (nicht) ganz normal

Zarte weiße Lämmer mitten im Winter, also zwischen Mai und Juli, sind auch in Neuseeland ein seltener Anblick. Aber da die Preise für Wolle derzeit so hoch sind wie seit acht Jahren nicht mehr, macht es für die neuseeländischen Farmer wirtschaftlich Sinn, wenn ihre Schafe möglichst früh im Jahr Junge bekommen.

Bei 3° Celsius scheinen die frisch geborenen Lämmchen auf Graham Matthews‘ Farm bei Ashburton vollkommen falsch am Platz. Aber sie fühlen sich pudelwohl. Mit Kälte können Schafe nämlich viel besser umgehen als mit Nässe – und für Regenfälle ist eher der Frühling in Neuseeland berüchtigt.

Der Bauer kümmert sich rund um die Uhr um seinen Nachwuchs, steht bei schlechtem Wetter auch mal mitten in der Nacht auf und treibt die Schafherde in den Stall. Üblich ist diese Methode nicht, aber dem 82-jährigen Matthews ist das egal. Er züchtet schon seit 20 Jahren seine „Winterlämmer“. Und seine 130 Babys sehen auf den mit Raureif überzuckerten Weiden so niedlich und außergewöhnlich aus, dass sie buchstäblich den Verkehr aufhalten.

Immer wieder halten Fahrzeuge auf dem State Highway 1 an, nicht nur Touristen machen ungläubig Fotos. Inzwischen halten selbst die Fahrer von Tourbussen an, um ihren Gästen aus China und Japan eine nette kleine Attraktion auf der Durchfahrt von Christchurch nach Dunedin zu bieten.

Die Zahl der Schafe auf Neuseelands Weiden ist zwar immer noch höher als in den meisten anderen Ländern der Welt (wenn man Schafe pro Einwohner betrachtet), sie sinkt aber stetig. Dank verbesserter Be- und Entwässerungsmethoden ist die Haltung von Milchkühen nun viel einfacher und lohnender; allerdings mit gravierenden Nachteilen für die Umwelt.

Neuseeland ist nach wie vor der weltweit größte Exporteur von Lammfleisch. Und noch nie waren die Preise für Lämmer so hoch wie im Winter 2018. Da scheint es logisch, dass immer mehr Farmer in Canterbury ihr Glück mit den Winterlämmern versuchen. Im Oktober sind sie dann alt genug, um zu Höchstpreisen verkauft (und, machen wir uns nichts vor, gegessen) zu werden.

Gerade rechtzeitig, bevor der zweite Durchgang an Lämmern geboren wird, die dann schönstes Frühlingswetter erleben werden. Sie laufen allerdings Gefahr, nicht mehr genug frisches, saftiges Gras abzubekommen, bevor die Trockenheit des Sommers alles verdorren lässt.

Und wenn die Weihnachtszeit kommt, dürfen die Schafböcke ein drittes Mal ran; für die nächste Generation von Lämmchen, die dann wieder im Winter geboren werden.

(Jenny Menzel)

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