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Kauri dieback: Muss auch Tane Mahuta sterben?

Tane Mahuta ist Neuseelands größter und ältester noch lebender Kauri-Baum. Er wird geehrt und geliebt, aber die Neuseeländer können ihn offenbar nicht vor dem heimtückischen Pilz schützen, der seit Jahren die Kauri-Bestände auf den Inseln angreift.

Wird nicht schnellstens eine Möglichkeit gefunden, mit der sich die Ausbreitung des Krankheitserregers zuverlässig eindämmen lässt, könnte Tane Mahuta in weniger als einem Jahr befallen sein.

Wissenschaftler rufen nun danach, das Management der Krise nicht mehr der Regierung zu überlassen.

Der gigantische Baum, der seit über zwei Jahrtausenden im Waipoua Forest wächst, spielt eine bedeutende Rolle für den Tourismus im Northland. Sein Name, Herr des Waldes, geht auf eine Legende der Maori von der Entstehung der Welt zurück.

Amanda Black, Biologin an der Lincoln University, gibt dem Ministerium für primäre Industrien (MPI) die Schuld an der Krise. Seit neun Jahren habe man nicht genug getan und darüber hinaus Wissenschaftler daran gehindert, die tödliche Baumkrankheit zu erforschen. Als sie vor drei Jahren die Forschungsergebnisse rund um Kauri dieback zusammenfassen wollte, wurde sie vom MPI an der Veröffentlichung gehindert.

Kauri dieback ist für die Bäume, die nur in Neuseeland wachsen, absolut tödlich. Neue Krankheitsfälle sind im Umkreis von wenigen Metern um Tane Mahuta bestätigt worden. Da der Erreger über den Boden übertragen wird, kann ihn nun nicht mehr viel aufhalten.

Jack Craw, ehemaliger Verantwortlicher für Biosecurity im Stadtrat von Auckland, ist entsetzt über die enorm schnelle Ausbreitung der Krankheit. Er bezeichnet Kauri dieback als „HIV und Ebola in einem“. Der Wald habe seiner Meinung nach nur noch wenige Monate, bis er unrettbar verloren sei.

Nicht nur Wissenschaftler fordern nun die Einsetzung einer Untersuchungskommission, um Fehler zu identifizieren und geradezurücken. Sie rufen außerdem dazu auf, den kompletten Waipoua Forest nördlich von Dargaville sofort zu schließen und die Verantwortung an einen gemeinnützigen Verein zu übergeben, der von lokalen Maori-Stämmen geleitet werden sollte.

Das MPI verteidigt sich: Es habe das Programm „Accelerating Protection for Kauri“ gestartet, um einen landesweiten Plan zum Schutz des Kauri ins Leben zu rufen. Dessen ungeachtet sprechen einige Stellen davon, dass das Verhältnis zwischen dem Umweltschutzministerium und dem Maori-Verband Te Roroa wegen des Umgangs mit Kauri dieback zerrüttet sei.

Bei seinem letzten Besuch im Waipoua Forest hat Jack Craw mehr als 20 neue Kauri gesehen, die von dem Pilz befallen und getötet worden waren. Er tritt dafür ein, infizierte Bäume zu fällen, um die Krankheit an der Weiterverbreitung zu hindern.

„Man braucht keine Überwachungsdrohnen mehr. Man kann die toten und sterbenden Bäume mit eigenen Augen sehen, überall.“

(Jenny Menzel)

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