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Neue Idee gegen Arbeitskräftemangel: Provincial Visa für schwache Regionen

Die neue Labour-Regierung in Neuseeland versprach schon in ihrer Wahlkampagne, die Immigrationszahlen von 70.000 um 20.000 bis 30.000 Einwanderer pro Jahr zu reduzieren. Viele Unternehmen, vor allem in ländlichen Gegenden und schwächeren Regionen, bekommen diese Auswirkungen jetzt deutlich zu spüren.

Sie sind auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen und setzen die Regierung unter Druck. Nun überlegen die Politiker, ein „Provincial Visa“ auszuarbeiten.

Am 26. November 2018 treten die strikteren Bestimmungen für „Post Study Visa“ für Studenten in Kraft. Dann werden viele der bislang zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte für Unternehmen wegfallen. Denn Studenten, die mit „low level degree“ Qualifikationen abschließen, bekommen keine „Work Visa“ mehr.

Tankstellen- und Kellnerjobs könnten unbesetzt bleiben, doch auch andere Arbeitskräfte werden händeringend gesucht. Denn Studienabgänger ohne Abschluss erhalten ab November nur noch ein Arbeitsvisum für ein Jahr anstelle der vorherigen drei Jahre.

Zudem kippt die Bevölkerungspyramide. Ältere Bewohner gehen in Rente und viele junge Arbeitnehmer ziehen in die Großstädte. Stuart Nash, Minister für „Small Business“ versprach, den regionalen Unternehmen zu helfen, genügend qualifizierte Arbeiter zu bekommen und möchte die Idee eines „Provincial Visa“ genauer unter die Lupe nehmen, berichtet die Otago Daily Times.

„Die Einwanderung in den Ballungszentren wie Auckland zu drosseln, macht absolut Sinn, um den Druck auf die Infrastruktur vor Ort zu reduzieren. Aber in den ländlichen Regionen wie im Southland um Invercargill haben wir die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die Unternehmen brauchen ausländische Fachkräfte, die länger als drei Monate bleiben, bevor sie in die großen Städte abwandern!“, erklärte Mr. Nash auf einem Meeting der Southland Chamber of Commerce.

Die jeweils sehr spezifischen Mängel in bestimmten Berufen sind individuell für die einzelnen Regionen. „Es macht schon Sinn, eine Visa-Kategorie zu schaffen, die auf bestimmte Regionen begrenzt ist und nur die dort vorhandenen ,Skill Shortages‘ bedient“, erklärt auch der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington.

„So ein Konzept gab es ja schon einmal nach den Erdbeben in Christchurch. Man hat dort eine eigene ,Canterbury Skill Shortage List‘ geschaffen, um den großen Bedarf an Arbeitskräften für den Wiederaufbau zu decken. Das hat sehr gut funktioniert. Wir hatten diverse Kunden, die auf diese Weise ein Arbeitsvisum für die Region bekommen haben“, weiß Peter Hahn.

Allerdings waren die Visa anfänglich auf nur einen Arbeitgeber begrenzt. „So ein Arbeitgeber-gebundenes Visum führt leider oft dazu, dass die Angestellten ausgenutzt werden oder unter sehr schlechten Bedingungen arbeiten müssen“, erklärt der Neuseeland-Experte. „Seit Juli 2015 gibt es aber ,Open Work Visa‘, die nicht an bestimmte Arbeitgeber gebunden sind. Angestellte müssen dann nur im gleichen Beruf bleiben, egal für wenn sie in der Region arbeiten. Das ist natürlich ideal.“

Ein „Provincial Work Visa“ sollte demnach möglichst offen und nicht Arbeitgeber-gebunden sein. Es wäre für die jeweilige Region spezifisch und würde nur Berufe enthalten, die dort derzeit dringend gesucht werden.

„Man kann so gezielt versuchen, regionenspezifische Listen zu schaffen und die Einwanderer aus den Ballungszentren wie Auckland herauszuholen. Das würde auch für Immigrationsinteressierte aus dem deutschsprachigen Raum zu neuen Möglichkeiten führen, ein Arbeitsvisum zu bekommen. In einigen Fällen kann darauf später eine Einwanderung aufgebaut werden“, betont der langjährige Einwanderungsberater.

„Solche Visa aufgrund von ,Skill Shortages‘ sind sowohl für die Arbeitgeber wie auch für die Einwanderer mit weniger Aufwand und meist schneller zu bekommen als normale Work Visa in anderen Bereichen.“

Noch ist allerdings nicht klar, ob und wann die „Provincial Visa“ initiiert werden. Die Regierung hält sich derzeit bedeckt und auch der zuständige Vertreter auf dem Treffen der Handelskammer, Mark O’Connarm, wollte sich dazu bislang nicht äußern.

(Anja Schönborn)

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