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Kelly Tarlton wird für sein Lebenswerk geehrt

Nahezu jeder Neuseeland-Reisende kennt ihn oder hat zumindest seinen Namen schon einmal gehört: Kelly Tarlton, über Neuseelands Grenzen hinaus anerkannt als Abenteurer, Schatzsucher und Umweltschützer, ist den meisten Touristen als Namensgeber des Meeresmuseums „Sea Life Kelly Tarlton’s“ in Auckland bekannt.

Auf der Expo 2018 in Hongkong wurde Kelly Tarlton in die Hall of Fame der International Association of Amusement Parks and Attractions (IAAPA) aufgenommen – einer Organisation, die seit 1990 die Verdienste der Erfinder von Freizeitparks und Attraktionen weltweit honoriert.

Unter den Preisträgern waren bisher Koryphäen wie Walt Disney, der deutsche Achterbahn-Designer Anton Schwarzkopf oder der Gründer des Europa-Parks Roland Mack.

Kelly Tarlton ist der erste Mensch in Neuseeland und Australien, der diesen angesehenen Branchenpreis erhält. Für den Profi-Taucher und Tüftler, der 1985 kurz nach der Eröffnung seines Lebenswerks „Sea Life“ verstarb, ist das bereits die zweite Ehrung, die ihm nach seinem Tod zuteil wird. Schon 2012 wurde er posthum in die Hall of Fame der Internationalen Taucher aufgenommen.

Kelly Tarlton hatte Zeit seines Lebens eine Vision verfolgt: Er wollte die Menschen ermutigen, das Leben unter Wasser zu entdecken. Dafür nahm er 18-Stunden-Tage auf sich und schuf eine Aquarium-Erlebniswelt, wie sie bis dahin unbekannt gewesen war. Das Design seines gewölbten Unterwassertunnels, der sich über 110 Meter durch ein Haifischbecken zieht, hat international Standards im Aquarienbau gesetzt und wurde weltweit kopiert.

Kelly hatte es gemeinsam mit seiner Frau im heimischen Küchenofen entwickelt und ausprobiert. Um das Projekt zu finanzieren, baute Tarlton vieles selbst und verkaufte sein Wohnhaus in Paihia. Noch zwei Stunden vor der Eröffnung wurde in der „Underwater World“ gestrichen und geputzt. Bereits in der ersten Stunde kamen 200 Besucher, nach 18 Monaten war die Millionenmarke überschritten – und seit 22 Jahren ist das „Sea Life Kelly Tarlton’s“ (das nach seinem Verkauf an die Merlin Group umbenannt wurde) ein ungebrochener Publikums-Hit.

Kelly Tarlton liebte den Ozean und das Tiefseetauchen, war aber gleichzeitig ein Pionier in der Branche der Aquarien-Freizeitparks und setzte seine Idee eines Bildungsansatzes in dieser Industrie bewundernswert um. Auch der Gedanke der Nachhaltigkeit war bereits bei der Konzipierung des Aquariums federführend.

Die im Becken gehaltenen einheimischen Haie leben nur für wenige Wochen im „Sea Life“ und werden danach wieder im Meer ausgesetzt. Die ersten Haie fing Kelly Tarlton selbst in der Bay of Plenty und „führte“ sie stundenlang durch das Aquarium, denn die nervösen Fische ersticken, wenn sie sich nicht konstant bewegen.

„Kelly Tarlton’s Underwater World“, dessen Aquarien aus umgenutzten Abwassertanks errichtet wurden, ist viermal größer als jedes andere Aquarium auf der Welt. Das Laufband, auf dem die Besucher bequem durch die Aquarien fahren, war ebenfalls ein Trendsetter in der Branche.

Leider konnte der umtriebige Meeresarchäologe die Früchte seiner Arbeit nicht lange genießen; nach zehn Monaten Bauzeit starb er nur sieben Wochen nach der Eröffnung im Alter von 47 Jahren, wahrscheinlich an Erschöpfung. Seine Asche wurde vor Poor Knights Island, einem beliebten Tauchrevier im Nordosten Aucklands, verstreut.

Kelly Tarltons Frau und seine beiden Töchter verfolgen weiter das Lebensziel des renommierten Neuseeländers: Nach wie vor sollen die Besucher des Aquariums etwas über das Leben in den Ozeanen lernen und die vielfachen Verbindungen verstehen, die zwischen Mensch und Umwelt existieren. Wichtiger denn je sei es, der Öffentlichkeit außerdem Wege aufzuzeigen, wie sie die Ozeane schützen und retten können, ergänzt Daniel Henderson, der Direktor von „Sea Life Kelly Tarlton’s“.

Das Schildkröten-Aufzuchtprogramm und tägliche Vorträge über die Gefahren von Einwegplastik gehören zu den vielfältigen Umweltschutz-Aktivitäten des Aquariums.

Kelly Tarlton wäre stolz darauf, wie seine Kollegen und Freunde das ambitionierte Projekt „Sea Life“ in Auckland weiterführen – sicherlich stolzer als auf den Hall of Fame Award.

(Jenny Menzel)

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