Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Geschenkabo-Gutschein

Wenn Sie ein Geschenkabo bestellt haben finden Sie hier einen Gutschein für den Beschenkten.

 

360° Kanada

Kennen Sie schon unser Schwester-Magazin 360° Kanada?
Mehr erfahren Sie hier:

 

Neuseelandhaus

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Neuseeland launcht nationales Plastikmüll-Programm

Den Welt-Umwelttag am 5. Juni nutzte Umweltministerin Eugenie Sage, um einen großangelegten Plan der Regierung vorzustellen: Neuseeland sagt der Plastikverschmutzung den Kampf an, und zwar mit Hilfe seiner Bürger.

Unter Federführung der NGO „Sustainable Coastlines“ bringt das Projekt ein Bildungsprogramm zur Müllvermeidung an Schulen und erstellt eine nationale Müll-Datenbank. Unterstützt wird die Umweltorganisation vom Department of Conservation und Statistics New Zealand.

Das Besondere: Die Programme sollen in ganz Neuseeland von den Gemeinden durchgeführt werden. Sustainable Coastlines wird landesweit „Bürger-Wissenschaftler“ ausbilden, die dann an ihrem heimischen Strand mit dem Müll auch Daten sammeln. Sie wenden dabei eine Methode des Umweltprogramms der Vereinten Nationen an, um national vergleichbare Ergebnisse zu erhalten.

Auch die neuseeländischen Lehrkräfte erhalten eine Zusatzausbildung: Sie werden darin trainiert, ihren Schülerinnen und Schülern ein Programm zur Verhaltensänderung zu vermitteln. Langfristiges Ziel des Lehrplans ist die Verringerung des Verbrauchs von Einwegplastik und generell die Vermeidung von Müll.

„Sustainable Coastlines ist bereits sehr aktiv darin, Neuseeländer zum Sauberhalten ihrer Strände und Flüsse aufzurufen. Jetzt können wir wissenschaftlich testen, wie effektiv verschiedene Methoden der Müllvermeidung sind. Dazu zählen auch die von uns entwickelten Bildungsansätze. So können wir herausfinden, wie sich das Verhalten der Menschen am besten ändern lässt,” kommentierte die Umweltministerin.

Die Datensammlung von Sustainable Coastlines begann schon 2008. Danach sind die am häufigsten vorgefundenen Müll-Arten Mikroplastik, Essenverpackungen, Flaschendeckel, Plastiktüten und Polystyrol. Acht von zehn getesteten neuseeländischen Stränden, Häfen und Feuchtgebieten sind bereits mit Mikroplastik verschmutzt.

Weil kaum jemand über diese Zahlen Bescheid weiß, fehlen den Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft Informationen für angemessene Maßnahmen. Deshalb werden alle Ergebnisse des Projekts, wie die Müll-Datenbank und die Unterrichtsmittel, online öffentlich einsehbar sein.

Neuseeland ist einer der größten Pro-Kopf-Müllverbraucher in der entwickelten Welt. 79 Prozent des Plastikmülls wird derzeit auf Müllkippen gelagert, vergraben oder in die Umwelt geworfen.

Weil fast die Hälfte des weltweiten Plastikmülls aus Verpackungen besteht, beschloss die neuseeländische Regierung Anfang 2018 einen radikalen Schritt: Einweg-Plastiktüten werden ab 2019 verboten sein, auch „Bio-Plastik“ und „kompostierbare“ Plastiktüten.

Neuseeland folgt damit dem Beispiel von mehr als 100 Vorbildern, die Plastiktüten bereits komplett verboten haben. Darunter sind sechs von acht Bundesstaaten Australiens, Belgien, Frankreich, Italien, China und Israel. Mehr als 40 weitere Länder erheben für Plastiktüten eine Gebühr oder Steuer, etwa Großbritannien, Irland, Hongkong, Taiwan, die Niederlande, Indonesien und Südafrika.

In Neuseeland haben vor kurzem 13 einheimische und multinationale Unternehmen die „New Zealand Plastic Packaging Declaration“ unterzeichnet und sich verpflichtet, spätestens bis 2015 nur noch 100 Prozent wiederverwendbare, recycelbare oder kompostierbare Verpackungen in ihren neuseeländischen Stätten zu verwenden.

Geschätzte fünf Trillionen (!) Plastiktüren werden weltweit jedes Jahr benutzt, Neuseeland trägt dazu etwa 1,29 Milliarden bei. Trotzdem ist Camden Howitt, Mitgründer von Sustainable Coastlines, optimistisch: “Müll ist ein Problem, das wir lösen können und werden.”

(Jenny Menzel)

Goto Top