Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

Das aktuelle Heft ...

 ... oder ältere Hefte HIER bestellen!

Geschenkabo-Gutschein

Wenn Sie ein Geschenkabo bestellt haben finden Sie hier einen Gutschein für den Beschenkten.

 

360° Kanada

Kennen Sie schon unser Schwester-Magazin 360° Kanada?
Mehr erfahren Sie hier:

 

Neuseelandhaus

Manukahonig, Wein und Bier, Schönes und Nützliches aus und um Neuseeland erhalten Sie beim

Keine Schokolade mehr in Dunedin: Cadbury World schließt endgültig

Cadbury World, eine der größten Touristenattraktionen in Dunedin, hat seine Tore für immer geschlossen.

Im März 2018 schloss die letzte Cadbury-Fabrik in Neuseeland, fortan wurden die neuseeländischen Spezialitäten in Australien hergestellt (und viele enttäuschte Kiwis verloren ihr Vertrauen in Cadbury). Das letzte Produkt, das in der Schokoladenfabrik vom Band lief, waren die beliebten „Pineapple Lumps“.

Die Cadbury World zog jedes Jahr etwa 120 000 Besucher an und war erst vor einem Jahr für 7 Mio. NZD aufwendig umgebaut worden – mit einem „magic elevator“, sensorischen Schokoladen-Erlebnissen und historischen Infotafeln. Die neue Cadbury World sollte eigentlich Ende 2018 eröffnen.

Aber dieser Plan wurde fallengelassen, nachdem feststand, dass die an der vorgesehenen neuen Produktionsstätte stattdessen das Krankenhaus von Dunedin erbaut werden soll. Mondelez, der Besitzer der Cadbury-Marke, beschloss daraufhin, auch die angeschlossene Cadbury World nicht mehr weiter zu betreiben. 39 Arbeitskräfte müssen sich nun nach neuen Jobs umsehen.

Die erste Schokoladen- und Kakaofabrik der Südhalbkugel war im Jahr 1884 von Richard Hudson gegründet worden. 1930 fusionierte die Firma zu Cadbury Fry Hudson. Mondelez International, eine Tochter des amerikanischen Giganten Kraft, kaufte Cadbury im Jahr 2009 nach einer sogenannten feindlichen Übernahme. Noch im selben Jahr schloss die Cadbury-Produktionsstätte in Auckland.

Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren geschätzte 80 Mio. NZD in die verbleibende Fabrik in Dunedin investiert. Diese arbeitete zwar profitabel, wurde aber trotzdem für eine Schließung vorgehen (zusammen mit anderen Fabriken in Kanada, Irland und den USA).

Zusammen mit der Schließung der Fabrik und der Cadbury World kündigte Mondelez auch an, sein Winter-Wohltätigkeitsprogramm einzustellen. Das enorm beliebte Cadbury Chocolate Festival ist international bekannt für sein Jaffa Race, bei dem zehntausende rot verpackte Schokoladenkugeln die steilste Straße der Welt hinabgerollt werden.

Die Schließung der Cadbury World ist für viele Kiwis der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Sie sehen sich um die Identität ihrer liebsten Snacks betrogen, die teilweise als „Kiwiana“ seit Jahrzehnten Kultstatus genießen. Immer mehr erklären, sie würden nun verstärkt beim Einkaufen auf die Herkunft achten und einheimische Produkte unterstützen.

Das wird deutlich in der enorm gestiegenen Beliebtheit der Konkurrenzmarke Whittaker’s, die bereits im siebten Jahr in Folge zu den neuseeländischen Marken mit dem höchsten Kundenvertrauen gewählt wurde. Cadbury‘s taucht in diesem Ranking gar nicht mehr auf.

Und auch in Dunedin wird es in Zukunft weiterhin neuseeländische Schokolade geben. Die Schließung der Cadbury-Fabrik war Anlass für das Startup-Unternehmen OCHO (Otago Chocolate Company), das 2017 innerhalb einer Woche per Crowdfunding über 2 Mio. NZD für eine Firmengründung einsammelte.

OCHO wollte ursprünglich einige der von Cadbury produzierten Spezialitäten weiterhin in Dunedin herstellen, dies wurde aber von Mondelez abgelehnt.

Nun produziert OCHO etwa 90 kg Schokolade pro Woche in einer kleinen Fabrik an der Vogel Street. Eine größere Schokoladenmanufaktur mit zehnfacher Kapazität soll im Oktober 2018 eröffnen. Dort soll es dann auch Besichtigungstouren und ein Café geben.

Schokoladen-Fans sollten Dunedin also noch nicht komplett abschreiben!

(Jenny Menzel)

Goto Top