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Hai-Tauchen im Käfig ist ab sofort illegal in Neuseeland

Seit Ende 2007 können wagemutige Touristen vor Stewart Island im Revier von Weißen Haien tauchen, die dort in großer Zahl vorkommen. Angezogen werden sie von der noch größeren Zahl an Seebären, deren Brutkolonien an den Küsten liegen.

Angezogen werden sie aber auch von den Hai-Tauchern selbst – so argumentieren seit Jahren die Paua-Taucher von Stewart Island. Das Ernten der köstlichen Meeresschnecken ist nur unter Wasser möglich, und die Paua-Taucher fürchteten zunehmend das Risiko, selbst von Weißen Haien angegriffen zu werden.

Die Tiere, die weltweit unter strengem Artenschutz stehen, können einen Menschen mit Leichtigkeit zerreißen und tun dies mitunter auch, weil sie Schwimmer oder Taucher mit Beutetieren verwechseln. Das Ködern der Haie mit Fischresten, die nach Beobachtungen einiger Paua-Taucher sogar in Neopren-Anzüge gepackt wurden, könnte dasVerhalten der Tiere verändern, fürchtet man.

Bereits 2014 stellte die Vereinigung der Paua-Fischer den Antrag auf ein einjähriges Moratorium für das Hai-Tauchen, um die Auswirkungen dieser Aktivitäten auf die Tierwelt zu erforschen.

Etwa 120 Weiße Haie leben dauerhaft in den Gewässern rund um Stewart Island. Locken die Käfigtaucher die Tiere aber tatsächlich an und gewöhnen sie an das Fressen von Ködern von Booten aus, machen sie die Haie damit womöglich aggressiver?

Immerhin überlappt das Gebiet, in dem die Hai-Taucher aktiv sind, mit wichtigen kommerziellen Paua-Zuchtgebieten. Teilweise ist es den Paua-Fischern wegen Sicherheitsbedenken gar nicht mehr möglich, die vor Jahren „gesäten“ Paua-Schnecken abzuernten.

Das DOC forderte von den Hai-Tauchern immerhin seit 2016, ihre Fahrten mit Videos zu dokumentieren, um das Verhalten der Haie beobachten zu können. Im Vordergrund stand immer der Tierschutzgedanke. Die Paua-Fischer wollten allerdings, dass auch die Sicherheit unbeteiligter Menschen berücksichtigt werde. 

Im Oktober 2016 wendeten sich die Paua-Fischer deshalb an den Obersten Gerichtshof in Wellington. Die Konzessionen des DOC für das Hai-Tauchen im Käfig seien schlichtweg die Legalisierung einer illegalen Aktivität. Auch die kommerziellen Haitaucher kritisierten das DOC, dessen uneinheitliche Vergabepolitik der Lizenzen ihnen keine Planungssicherheit gab.

Dieser Streit wurde 2017 entschieden, als der Oberste Gerichtshof dem DOC schlichtweg die Rechtsgrundlage dafür entzog, solche Lizenzen auszustellen. Vor dem Berufungsgericht wurde diese Entscheidung nun konkretisiert: Das Käfigtauchen mit Haien ist unter dem neuseeländischen Wildlife Act eine Straftat.

Damit ist Unternehmen wie Shark Experience Ltd. und Shark Dive New Zealand Ltd. die Existenzgrundlage entzogen – aber nicht nur die Paua-Fischer von Stewart Island, die einen großen Beitrag zur neuseeländischen Wirtschaft leisten, atmen auf.

(Jenny Menzel)

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