Neuerscheinung: Nordinsel abseits der ausgetretenen Pfade

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Cathedral Cove bald nur noch mit Eintrittsgeld zu besichtigen?

Das Örtchen Hahei auf der Coromandel Peninsula hat einen der schönsten Strände Neuseelands, manche sagen: der Welt. Die Cathedral Cove mit ihrem weißen Strand und dem eindrucksvollen Felsentunnel sieht so paradiesisch aus, dass sich jeder gern dort fotografieren möchte – in Zeiten von Social Media führt das dazu, dass man in der Hauptsaison teilweise Schlange stehen muss, um das begehrte Selfie machen zu können.

Die Bevölkerung von Hahei ächzt unter der Last ihrer Besucher, 320 000 kamen allein im letzten Jahr.

Autos drängen sich dann Stoßstange an Stoßstange innerhalb des Ortes, die Leute parken, wo immer sie einen freien Winkel finden. Oft kommen Anwohner nicht mehr aus ihren Einfahrten heraus, weil die von parkenden Autos blockiert sind.

Der Gemeinderat des Thames-Coromandel District hat deshalb nun ein Gesetz vorgestellt, das die Besuchermassen in geregelte Bahnen lenken will. Die vorgeschlagenen Parkgebühren sind allerdings heftig umstritten.

Das Gesetz, das vorgestellt hat, würde jede kostenfreie Parkmöglichkeit für Touristen in den Straßen des Ortes ausschließen. Vom 1. Oktober bis zum 30. April, also während der kompletten Sommersaison, soll vollständiges Parkverbot herrschen.

Dafür sollen Parkplätze am Ortseingang und am Strand erweitert werden und dann Platz für 500 Fahrzeuge bieten. Bezahlt werden soll dieser Ausbau mit den Parkgebühren. Diese würden während der Sommersaison zwischen 8 und 10 Neuseelanddollar liegen.

Strittig ist noch, wo denn die Anwohner von Hahei parken dürfen; entweder gilt das Parkverbot für alle Fahrzeuge, oder Einwohner bekommen die Erlaubnis, wenigstens ein Fahrzeug außerhalb ihres Grundstücks abstellen zu dürfen.

Die Einheimischen sind sich nicht einig, was die beste Lösung für ihren Ort ist – sie wissen aber, dass ihr Wohnort nicht der einzige in Neuseeland ist, der ein Problem mit zu vielen Touristen hat. Die Sommer-Blase ist ein landesweites, vielleicht sogar weltweites Problem.

Die Schuld müssen sich die Tourismusorganisationen geben lassen, die ihre Marketingaktivitäten für Coromandel sehr einseitig auf die Cathedral Cove und den nahegelegenen Hot Water Beach fokussieren.

Alle freuen sich, dass nach jahrelangem Reden nun endlich ein Gesetzesentwurf zur Diskussion steht – nur über die vorgeschlagenen Verbote ist man getrennter Meinung. Vor allem die Besitzer von Strandhäusern sind „not amused“, wenn sie einen halben Kilometer zu ihrer „bach“ laufen müssen.

Hahei soll ein Dorf werden, in dem die Menschen gemütlich auf der Straße spazieren, nicht in Kolonnen herumfahren und nach Parkplätzen suchen – das wünschen sich alle Beteiligten. Vielleicht können wir Touristen selbst etwas dazu beitragen, indem wir nicht blind die wichtigsten „Hotspots“ ansteuern, sondern auch die versteckteren Winkel Neuseelands entdecken?

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: Graeme Murray, TNZ

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