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Neuseeland will zweisprachig werden

Maori ist seit über 30 Jahren eine der offiziellen Sprachen Neuseelands. Bisher konnten sich jedoch nur wenige Menschen in der indigenen Sprache verständigen. Doch das soll sich nun ändern: Ab 2025 sollen sämtliche Schulen auch Maori unterrichten.

Noch vor wenigen Jahrzehnten sei die Sprache der Maori „nicht so cool“ gewesen, erinnert sich Eruera Lee-Morgan. Doch jetzt habe sich die Situation gewandelt, sagte der Berater des Ministeriums für Maori-Entwicklung im Interview mit dem neuseeländischen Nachrichtenmagazin Stuff.

„In den letzten fünf bis zehn Jahren haben wir ein rasantes Wachstum erlebt, es ist phänomenal.“

Premierministerin lernt Maori

Die ersten Hürden seien überwunden und die Menschen hätten ihre Einstellung verändert. Die indigene Sprache spiele jetzt nicht mehr nur in der Maori-Welt, sondern auch in allen Regierungsbehörden und im privaten Sektor, an Universitäten, in Fernsehshows und im Radio eine wichtige Rolle. „Ich spüre Wertschätzung und Respekt“, sagte Eruera Lee-Morgan.

Der Wandel in der Gesellschaft wird nicht zuletzt durch die aktuelle Premierministerin Jacinda Ardern getrieben. Sie lernt die Sprache und wendet sie immer wieder an. Nach der Geburt ihres Babys im Juni betonte sie in einem Interview, dass ihre Tochter zweisprachig aufwachsen solle.

Zudem gab Ardern ihr einen Zweitnamen aus der Maori-Sprache. Neben Neve nannte sie ihre Tochter Te Aroha, was in der indigenen Sprache Liebe versinnbildlichen soll.

Schulen sollen künftig die indigene Sprache unterrichten

Der stellvertretende Parteichef der regierenden Sozialdemokraten ist zudem selbst Maori. Kelvin Davis sagte bereits im Juli, dass er auf eine Zukunft hinarbeite, in der Neuseeländer aus jeder Schicht die Fähigkeit hätten, Maori in Unterhaltungen zu nutzen. Davis sagte, er wünsche sich, dass Neuseeländer, die 2018 geboren werden, eines Tages zwischen Englisch und Maori einfach so umschalten könnten.

Ziel ist es, die Sprache ab 2025 an allen neuseeländischen Schulen zu unterrichten. Hemi Kelly vom National Maori Language Institute der Technischen Universität Auckland sagte lokalen Medien, dass momentan nur die großen Schulen Sprachlehrer für Maori hätten. Derzeit würden weniger als vier Prozent der 4,7 Millionen Neuseeländer Maori sprechen können. „Es wird nicht überleben, indem nur Maori Maori sprechen", sagte Kelly.

Rotorua will erste zweisprachige Stadt werden

Nach Kellys Meinung sind vor allem die einzelnen Gemeinden gefragt, die Sprache wiederzubeleben. Er nannte Rotorua auf Neuseelands Nordinsel als ein gutes Beispiel. Der Ort hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Neuseelands erste bilinguale Stadt zu werden und enthüllte am Montag im Rahmen der Maori-Sprach-Woche, die Neuseeland derzeit feiert, das erste Straßenschild auf Englisch und Maori.

Ebenfalls am Montag berichteten lokale Medien, dass Kurse für die indigene Sprache in vielen neuseeländischen Orten inzwischen so beliebt seien, dass manche Lehrer Wartelisten einführen mussten.

Ähnliche Bestrebungen, indigene Sprachen am Leben zu halten, gibt es auch im westaustralischen Broome sowie in Wales und in Irland. In Wales sind beispielsweise inzwischen auch die Straßenschilder zweisprachig.

(Barbara Barkhausen)

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