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Können neue Schutzmaßnahmen den bedrohten Hector-Delfin retten?

Fischerei- und Umweltschutzministerium verstärken ihre Bemühungen, den Schutz des landesweit bedrohten Hector-Delfins zu verstärken. Anlass war die versehentliche Tötung von fünf Delfinen im Februar 2018. Die Tiere waren in einem kommerziellen Schleppnetz etwa sechs Seemeilen nördlich der Banks Peninsula verendet.

Die beiden Ministerien haben mehrere kurzfristige Änderungen und langfristige Maßnahmen vorgeschlagen, um die bedrohte neuseeländische Tierart besser zu schützen. Dazu gehören die vollständige Einschränkung oder Abschaffung des Gebrauchs von Schleppnetzen oder wenigstens die Ausweitung der Schleppnetz-Verbotszone im Meeresschutzgebiet vor der Banks Peninsula.

Außerdem appellieren die Minister an kommerzielle Fischer, freiwillig auf den Einsatz von Schleppnetzen zu verzichten. Dies haben Fischer im Southland bereits getan, um den bedrohten Gelbaugenpinguin zu schützen.

Eine kurzfristige, wenn auch umstrittene Maßnahme ist der Einsatz von Beobachtern oder Überwachungskameras an Bord von Fischerbooten. Der Fischer, in dessen Schleppnetz die fünf Hector-Delfine gestorben sind, hatte den Vorfall korrekt gemeldet und sich gestellt. An Bord seines Bootes waren keine Kameras oder Zeugen gewesen. Er hat daraufhin die Verwendung von Schleppnetzen freiwillig eingestellt, obwohl er in einem Gebiet gefischt hatte, in dem die Schleppnetzfischerei nicht verboten war.

Die Ministerien überarbeiten derzeit den Threat Management Plan für den Hector-Delfin, der seit dem Jahr 2008 nicht aktualisiert worden ist. In die neue Version sollen längerfristige Maßnahmen aufgenommen werden, um die Delfine vor den Gefahren durch Schleppnetze und andere menschliche Aktivitäten besser zu schützen. Auch die Öffentlichkeit und beteiligte Interessengruppen sollen an dieser Überarbeitung beteiligt warden.

Vor der Ostküste der Südinsel leben aktuell noch geschätzte 9000 Hector-Delfine. Sie sind eine Untergruppe der größeren Südinsel-Population von 15 000 Tieren. Vertreter der neuseeländischen Fischer glauben, dass die Population an der Ostküste zurückgeht; offizielle Zahlen dazu gibt es aber nicht.

Nach wie vor stellen Schleppnetze für die Meerestiere vor Neuseelands Küsten die größte Bedrohung dar; daran ändern auch Meeresschutzgebiete nichts. Neben dem Hector- und dem Maui-Delfin sterben in den Schleppnetzen auch Seevögel wie der Gelbaugenpinguin, der Zwergpinguin und der Dickschnabelpinguin, Kormorane, Sturmtaucher und Seeschwalben einen sinnlosen Tod als versehentlicher Beifang.

Rund um die Banks Peninsula und an der Westküste der Nordinsel ist der Einsatz von Schleppnetzen bereits verboten, um bedrohte Arten zu schützen. Trotzdem verfangen sie sich weiterhin in den nahezu unsichtbaren Netzen und sterben. Zusätzliche Probleme entstehen durch “Geisternetze”, die sich von Fischerbooten losreißen und jahrzehntelang durch den Ozean treiben – da sie heutzutage meist aus Nylon bestehen, zerfallen sie nicht.

Dass Hector-Delfine so nahe an der Küste leben, macht sie sehr verletzbar hinsichtlich der Gefahren der Küstenfischerei. Nach offiziellen Angaben sind in Neuseeland seit 1973 insgesamt 188 Hector- und Maui-Delfine in Schleppnetzen getötet worden.

Die Ministerien fordern deshalb, Schleppnetze generell zu verbieten. Neuseeland könnte damit dem Beispiel von Kalifornien oder North Carolina folgen. Diese amerikanischen Bundesstaaten haben kommerzielle Schleppnetze bereits verboten, um gefährdete Seevögel, Meeressäuger und Meeresschildkröten zu schützen. Südaustralien hat ebenfalls Verbote ausgesprochen, um den Australasischen Seelöwen zu schützen, genau wie Finnland für die Saimaa-Ringelrobbe.

(Jenny Menzel)

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