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Die Schlacht um den Manuka-Honig

Manuka-Honig ist das neue Wundermittel, das gegen zahllose Krankheiten wirkt und daneben auch noch gut schmeckt. Neuseelands Wirtschaft bringt der Honig jährlich Millionen von Dollars ein. Dass es zu Konkurrenten und Nachahmern kommen musste, die auch ein Stück vom Kuchen abhaben wollen, war eigentlich zu erwarten.

Als beste Methode, um den einzigartigen neuseeländischen Manuka-Honig zu schützen, sehen Industrievertreter den markenrechtlichen Schutz des Produktnamens an. Der zweite Schritt müsse eine geografische Indikation sein, wie sie ähnlich z. B. für französischen Champagner gilt – nur Schaumweine aus Frankreich dürfen diese Bezeichnung tragen.

Der Handelswert von neuseeländischem Manuka-Honig wird derzeit auf 180 Mio. NZD geschätzt. Dieser Wert könnte sich in den nächsten zehn Jahren verdoppeln – allerdings nur, wenn die Marke geschützt und dadurch vor Nachahmern bewahrt wird.

Von denen stellen sich immer mehr auf: Neben den Australiern, die frech behaupten, eigenen Manuka-Honig in ihrem Land zu haben, wollen auch Länder wie Portugal, Mexiko und Paraguay Manuka-Sträucher anpflanzen und für die Honigerzeugung nutzen.

Besonders der Vormarsch der Australier wird in Neuseeland mit Entrüstung aufgenommen. Die Behauptung, auf dem kleinsten Kontinent würden 80 Unterarten von Leptospermum Scoparium (die Pflanze, aus der Manuka-Honig entsteht) existieren, während es in Neuseeland nur eine einzige gibt, ist für die Kiwis eine Wiederholung der Debatte um die Pavlova-Torte und das Marmite.

John Rawcliff von der Manuka-Gesellschaft Neuseelands beharrt darauf, dass Manuka ein Maori-Wort sei und die Verbraucher diesen Honig bereits mit Neuseeland verbinden würden. Die Australier hätten mit ihrer eigenen Definition von Manuka-Honig Konsumenten in die Irre führen.

„Was sie als Manuka beschreiben, ist eine sehr breite Zahl an Pflanzenarten. Die Zuordnung folgt keinen Kriterien; jeder australische Honig könnte danach als Manuka-Honig definiert werden“, sagt Rawcliff verächtlich.

Sowohl Neuseeland als auch Großbritannien haben „Manuka-Honig“ als zertifizierten Begriff akzeptiert. Für die Manuka Honey Appellation Society ist das die Grundlage, den Namen noch stärker zu schützen. Derzeit laufen Markenschutz-Anträge in China und den USA.

Die Neuseeländer rüsten sich zur Schlacht: Sie wollen ihre Honig-Industrie vor internationalen Konkurrenten schützen und lassen sich das geschätzte 5,5 Millionen Neuseeland-Dollar kosten.

Wie lange es dauern wird, bis der Manuka-Honig offiziell zu Neuseeland gehört, ist völlig offen. Bis dahin haben die Kiwis einen weiteren Anlass, über den „großen Bruder“ Australien zu schimpfen.

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: Comvita

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