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Wird Neuseeland Weltmarktführer im Toiletten-Tourismus?

Mitte September kündigte Tourismus-Minister Kelvin Davis das neue Budget für die Tourismusförderung an: 19,3 Millionen NZD will Neuseeland im Jahr 2019 investieren, und einen beachtlichen Teil davon für die Verbesserung seiner öffentlichen Toiletten verwenden.

Ob sich Minister Davis bewusst ist, dass er damit womöglich einem „emerging trend“ auf der Spur ist?

Spaß beiseite: Toiletten-Tourismus könnte das nächste große Ding im heiß umkämpften Tourismusmarkt werden.

Neuseeland investiert momentan viel Geld für die Verbesserung seiner Infrastruktur, um der wachsenden Zahl seiner Gäste angemessen begegnen zu können. Dabei werden auch immer wieder verrückte, witzige und schicke öffentliche Toilettengebäude errichtet. Diese Toiletten sind bereits jetzt bei internationalen Touristen zum Teil so berühmt, dass als sie eigene Attraktionen gelten.

Allen voran natürlich die Hundertwasser-Toilette, die jährlich Tausende nach Kawakawa im abgelegenen Northland lockt. Mehr als die Toilette gibt es in Kawakawa nicht zu sehen, und doch kommen die Besucher nur für diese Toilette hierher.

Taupos „Superloo“ ist eine weitere Attraktion für durchreisende Touristen. schon in den 1990er-Jahren war diese öffentliche Toilettenanlage weithin bekannt und tauchte sogar in Reiseführern auf. Weitere Must-see-Toiletten sind Wellingtons witzige „Lobster Loos“ an der Waterfront.

Das Örtchen Matakana ließ seine öffentliche Toilette in Schiffsform ganz bewusst von Steffan de Haan designen und ehrte damit gleich noch die ortsansässige Schiffbau-Industrie.

Warum der Toiletten-Tourismus ein Trend werden könnte? Er ist witzig, lockt Besucher an, die sowieso ein dringendes Bedürfnis haben und lässt sich von Gemeinden relativ kostengünstig umsetzen. Eine öffentliche Toilette zum Eyecatcher zu gestalten, muss nicht teuer sein; das zeigen Toiletten in ganz Neuseeland.

Im Jahr 2017 wurde der erste internationale Toilet Tourism Award verliehen; ein Preis, der in Neuseeland bereits Tradition hat. Die Initiatoren des Preises haben eine gute Begründung: Saubere, kreative öffentliche Toiletten können das Image einer Destination gründlich steigern und damit zusätzliche Einnahmen generieren.

Unter den Kandidaten für die beste Toilette weltweit schnitt Neuseeland gut ab: Die frisch renovierten Toiletten des Hahei Holiday Resort räumten den Preis in der Design-Kategorie ab.

Gesamtsieger 2017 war das Schweizer Toilettengebäude im James Bond-Look am Piz Gloria. Das rotierende Restaurant und Besucherzentrum hatte als Drehort im Film „On Her Majesty's Secret Service“ gedient.

Ein eigenes Toiletten-Ranking hat der Reiseführer „Lonely Planet“: Auf seiner „Fame of Thrones“-Liste stehen Toiletten, die einen Einblick in die „Seele eines Ortes“ geben – ob als Gelegenheit für tolle Natur-Ausblicke, topmoderne Umwelttechnik oder tolle Architektur.

Nicht zuletzt dienen schöne Toiletten auch als Anschlusspunkte für die Interaktion zwischen Touristen und Anwohnern – die müssen schließlich auch mal.

Wir dürfen gespannt sein, wie die neuseeländischen Gemeinden das Tourismus-Budget von Kelvin Davis nutzen werden – und halten bei der nächsten Neuseeland-Reise Ausschau nach spannenden Toiletten!

(Jenny Menzel)

Bild-Credit: iTravelNZ

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