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Fünf heilige Orte der Maori in Neuseeland

Neuseeland ist reich an Naturwundern und schönen Landschaften. Sie alle sind nicht nur bildhübsch anzusehen, sondern fast immer auch eng verbunden mit der Kultur der Maori, die hier schon lange vor den „pakeha“ lebten.

Die Sagen und Mythen der Maori reflektieren ihren Respekt vor der sie umgebenden Natur, die gleichzeitig unveränderlich und doch so wechselhaft ist. Viele Berge und Flüsse sind für die Maori auch heute noch heilig.

Vor allem auf der Nordinsel Neuseelands begegnet man solchen spirituellen Stätten, die manchmal deckungsgleich mit berühmten Touristenattraktionen sind.

Te Whanganui-a-Tara (Wellington Harbour)

Der Hafen Wellingtons bildet den Rand des lebhaften Stadtzentrums, das auf der anderen Seite von grünen Hügeln umringt wird. Vor langer Zeit war an seiner Stelle jedoch ein See. Dort lebten zwei Taniwha (Seegeister), von denen einer auf der Suche nach südlichen Gewässern durch den Felsen brach, um die Cook Strait zu erreichen. Der zweite Taniwha, Whataitai, versuchte ihm zu folgen. Aber das Wasser floss aus dem See heraus und er strandete am Ufer.

Seine Seele stieg in der Form eines Vogels, Te Keo, über dem Hafen auf und weinte um seinen Körper. Bis heute kennen die Maori den Mount Victoria als Tangi Te Keo, “Das Weinen des Te Keo“.

Tongariro National Park

Die wunderschönen Berge im Zentrum der Nordinsel, die durchzogen sind von Flüssen und Seen, sind für die Maori eine Gegend von großer kultureller und spiritueller Bedeutung. Es gibt viele Geschichten darüber, wie die Vulkanlandschaft entstand.

Nach dem Glauben der Maori waren die Berge einst Götter und starke Krieger. Der große Tongariro umgab zusammen mit sechs anderen Bergen den Lake Taupo. Alle Berge waren männlich, bis auf die schöne Pihanga. Um ihre Gunst kämpften die anderen Berge, so dass das Land unter Feuer, Steinhagel und Rauch erzitterte.

Tongariro ging aus den Kämpfen als Sieger hervor und gewann Pihangas Gunst und das Recht, neben ihr zu stehen. Die besiegten Berge, darunter Mount Taranaki, flohen in der Nacht in alle Richtungen, bis die aufgehende Sonne sie an ihren Standorten im Süden und Westen festhielt.

Mount Taranaki, dessen ebenmäßiger Gipfel hoch über seiner flachen Umgebung aufragt und über den Ozean schaut, ist für die Maori ein wichtiger Wegweiser. Sie nennen ihn den “Gleitenden Gipfel”. Bei seiner Flucht durch die Nacht nach Westen zog er eine tiefe Furche in den Boden.

An seinem neuen Standort am Meer weinte er um Pihanga. Seine Tränen ergossen sich in die Furche und bildeten den großen Whanganui River. Wenn der Gipfel des Taranaki wieder einmal von Wolken verhüllt ist, versteckt der Berg seine Tränen.

Lake Taupo

Der See, der umgeben von Bergen so unglaublich groß ist, dass man das gegenüberliegende Ufer nicht erkennen kann, entstand vor fast 2000 Jahren durch einen gigantischen Vulkanausbruch.

Als der legendäre Entdecker Ngatoro-i-rangi Taupo zuerst erblickte, war er jedoch nur ein großes, staubiges Loch. Ngatoro-i-rangi warf einen Totara-Baum hinein, aber der Wind drehte den Stamm um, so dass er mit den Zweigen zuerst in der Erde landete. Frisches Wasser quoll hervor und bildete Taupo moana, “das Meer von Taupo“.

Der Baum soll immer noch unter Wasser zu sehen sein, etwa 70 Meter vom Ufer entfernt am Wharewaka Point. Ngatoro-i-rangi hatte nach dem Baum auch noch einige Flechten seines Mantels ins Wasser geworfen, aus denen die Fische des Sees wurden.

Rotorua

Rotorua scheint mit seinen farbigen Seen, den kochenden Schlammteichen und den dichten Wäldern direkt aus einem Märchen entsprungen. Eine besonders spannende Geschichte dreht sich um den Kuirau Park im Stadtzentrum. Der kochende See in der Mitte des Parks war früher einmal kälter.

Tamahika und seine schöne Frau Kuirau lebten am Ufer dieses Sees. Eines Tages, als Kuirau im Wasser badete, schnappte sie ein Taniwha und zog sie hinab in die Tiefe. Die Götter sahen das und wurden so wütend, dass das Seewasser zu kochen begann. Der Taniwha wurde getötet, aber auch Kuirau starb. Seitdem tragen der See und der Park ihren Namen.

Waipoua Forest

Auf der Fahrt von Auckland nach Hokianga windet sich die Straße durch den schönen Waipoua Forest, Heimat von drei Vierteln der heute noch lebenden Kauri-Bäume Neuseelands. Der gesamte Wald ist für die Maori heilig. Die größte Bedeutung hat jedoch Tane Mahuta, der nur einen kurzen Spaziergang vom Straßenrand entfernt steht.

Der größte Kauri des Landes misst 51 Meter und hat einen Stammumfang von fast 14 Metern. In den Schöpfungsmythen der Maori erschuf Tane Mahuta die Erde, indem er sich zwischen seine Eltern (Papatuanuku, die Erdmutter, und Ranginui, den Himmelsvater) schob und sie auseinanderdrückte. So machte er Platz für sich und seine Geschwister.

So steht er noch heute im Wald: Seine Schultern drücken gegen die Erde und seine Füße reckt er in den Himmel.

(Jenny Menzel)

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