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Das Ende der Departure Cards

Der 5. November 2018 ist ein historisches Datum für Neuseeland-Reisende: Seit diesem Tag müssen sie keine Departure Card mehr ausfüllen, wenn sie Aotearoa verlassen.

Kein Reisender wird etwas gegen diese Entscheidung haben – nur wenige Länder ließen ihre Gäste überhaupt noch solche Dokumente ausfüllen, und kaum eines wollte dabei so viele Informationen haben wie Neuseeland.

Premierministerin Jacinda Ardern hatte bereits im März 2018 auf dem Australia New Zealand Leadership Forum in Sydney signalisiert, dass die Tage der Departure card in Neuseeland gezählt wären. Delegierte auf diesem Kongress hatten bemängelt, dass die Karten eine nahtlose „trans-Tasman experience“ behindern würden, was sowohl den Tourismus als auch die Wirtschaft beeinträchtige.

Rechtzeitig vor Beginn der Sommersaison wurde die Departure Card in Neuseeland also abgeschafft. Nun können Kiwis und „Aussies“ zwischen den benachbarten Ländern ganz ohne lästiges Karten-Ausfüllen reisen.

Die Departure Card gab es in Neuseeland seit April 1921. Ursprünglich wurde sie genutzt, um einen Überblick über alle Reisenden zu bekommen, die Neuseeland verließen. Die Karten enthielten Angaben darüber, wie lange sie in Neuseeland gewesen waren und wie lange sie dem Land fernbleiben wollten.

In den letzten Jahren wurden die Daten auf den Karten hauptsächlich von Statistics NZ genutzt, um Informationen über Touristen und Einwanderer zu sammeln.

Die Abschaffung der Departure Card wird nicht nur eine riesige Menge Papier einsparen, sagte Immigrations-Minister Iain Lees-Galloway. Außerdem würden Reisende in Zukunft mehr als 100 000 Stunden Zeit sparen, in der sie vorher über 6,5 Millionen Departure Cards pro Jahr ausgefüllt hatten.

Allein im Jahr 2017 wurden 6,5 Millionen Karten an den neuseeländischen Flughäfen abgegeben, insgesamt wird die Zahl der ausgefüllten Zettel auf 132 Millionen geschätzt.

Ab November 2018 verwendet Statistics NZ ein neues System, um die tatsächliche Aufenthaltszeit von Besuchern in Neuseeland zu messen. Neben den Papier-Karten bekommt der neuseeländische Zoll bereits jetzt elektronische Auswertungen von der Ankunft und Abreise jedes Besuchers aus Übersee. Darunter sind Informationen zu den Flugdaten und persönliche Angaben aus dem Reisepass, wie das Datum der Reise, Geburtstag, Geschlecht und Heimatland.

Nach Abschaffung der Departure Card steht nun ein weiteres Hindernis für Reisende auf der Abschussliste: die Arrival Card. Wer auf deren Abschaffung hofft, der muss allerdings wohl noch lange warten. Die Angaben auf dieser Karte, die bei der Einreise auszufüllen ist, sind und bleiben wichtig für die Abschätzung von Risiken bei der Biosicherheit und der Einwanderung.

Die Australier sind derweil schon ein Stück weiter: Sie überlegen, den Reisepass für bereits registrierte Reisende an australischen Flughäfen abzuschaffen.

(Jenny Menzel)

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