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Neuseeland will auf Elektroflugzeuge umsatteln

Nach Norwegen will nun auch Neuseeland in den kommenden Jahren Kurzflüge mit elektrisch angetriebenen Flugzeugen abdecken. Es ist nicht das erste Mal, dass das kleine Land im Pazifik Vorreiter in der Luftfahrt und beim Thema Umweltschutz ist.

Zwischen Auckland und Wellington oder Christchurch und Queenstown sollen in den kommenden Jahrzehnten Elektroflugzeuge in die Lüfte steigen.

Dafür hat die nationale Fluglinie Air New Zealand ein Abkommen mit dem französischen Flugzeughersteller Avions de Transport Regional (ATR) unterzeichnet.

Neuseeland: Testfeld für neue Technologien

Die beiden Unternehmen werden unter anderem bei der Entwicklung neuer Antriebstechnologien zusammenarbeiten, hieß es in einer Presseerklärung der beiden Firmen. Die erneuerbare Stromversorgung Neuseelands und das umfassende regionale Netzwerk der Fluggesellschaft würden das Land zu einem idealen Testfeld für die neuen Technologien machen.

Schon heute stammen über 80 Prozent von Neuseelands Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen, vor allem aus Wasserkraft. Bis 2035 will Neuseeland zu 100 Prozent auf regenerative Energien umstellen. Doch nicht genug: Bis 2050 hat sich die sozialdemokratische Regierung unter Premierministerin Jacinda Ardern das Ziel gesetzt, kohlenstoffneutral zu sein – also nicht mehr Kohlendioxid auszustoßen, als die Biosphäre aufnehmen kann.

Im April stoppte Ardern deswegen beispielsweise neue Offshore-Explorationsgenehmigungen für Erdöl und Erdgas.

„Enorme Chance zur CO2-Einsparung“

Air New Zealand-Chef Christopher Luxon hofft, mit seiner Entscheidung einen großen Teil für dieses Ziel beizusteuern. „Auf unsere regionale Flotte entfallen etwa 40 Prozent unserer Inlandsemissionen“, sagte er. „Es besteht also eine enorme Chance zur CO2-Einsparung.“ Laut Luxon sollten erste Hybridflugzeuge in den kommenden zehn Jahren auf den Markt kommen.

ATR ist dabei nicht das einzige Unternehmen, das auf Hochtouren an der Zukunftstechnologie arbeitet. Das von Boeing unterstützte US-amerikanische Startup Zunum will erste Hybrid-Elektroflugzeuge sogar schon 2022 an eine Charterfluggesellschaft ausliefern.

Auch Airbus, Rolls-Royce und Siemens haben eine Partnerschaft geschlossen, um die Technologie voranzutreiben, wobei Siemens im Juni einen Rückschlag vermelden musste, als zwei Menschen beim Absturz eines elektrisch angetriebenen Kleinflugzeugs ums Leben kamen. Weitere Firmen, die Elektroflugzeuge entwickeln, sind Eviation aus Israel und das kalifornische Start-up Wright Electric.

Innovationshub: Flugtaxis und kommerzielle Raumfahrt

Neuseeland zeigte sich in der jüngeren Vergangenheit schon häufiger als Vorreiter in der Luft- und Raumfahrt. So will die von Google-Mitgründer Larry Page finanzierte Firma Kitty Hawk dort einen Flugdienst mit Lufttaxis starten. Die fliegenden Elektro-Taxis können zwei Personen unterbringen, starten senkrecht und fliegen dann wie ein Flugzeug, maximal bis zu 100 Kilometer. Die zwölf Elektromotoren des Flugtaxis können es dabei auf eine Höchstgeschwindigkeit von 177 Kilometer pro Stunde bringen.

2017 hat Neuseeland außerdem erstmals eine kommerzielle Rakete erfolgreich ins All geschickt. Seitdem arbeitet die Firma Rocket Lab daran, irgendwann 50 bis 100 Raketen pro Jahr von einer einsamen Halbinsel auf der Nordinsel Neuseelands in den Weltraum schicken. Rocket Lab kann verhältnismäßig günstige Preise anbieten, da die meisten Motorenteile der Raketen mit Hilfe eines 3D-Druckers hergestellt werden – in einem Prozess, der gerade mal 24 Stunden dauert.

(Barbara Barkhausen)

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