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Wird Auckland bald untertunnelt?

Ein regelrechtes Labyrinth von Tunneln liegt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs unter Aucklands Innenstadt. Der längste Tunnel bietet eine 660 Meter lange Verbindung von der Victoria Street zur Beach Road.

30 Jahre lang hat Bill Reid alles versucht, um das Tunnelsystem unter dem Albert Park wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Endlich scheint sein Plan aufzugehen.

Der Stadtrat von Auckland hat dem Projekt einstimmig zugestimmt. Auch der Bürgermeister von Auckland, Phil Goff, unterstützt das Vorhaben. Ein privates Finanzkonsortium hat kürzlich zugesagt, die Millionen von Dollar investieren zu wollen, die für das gigantische Projekt nötig sind. Klappt alles wie geplant, könnten die Tunnel zu einer der größten Attraktionen von Auckland werden.

Die Tunnel würden nicht nur einen Radweg von der Innenstadt nach Parnell bieten, sondern auch eine Glowworm-Höhle, Blackwater Rafting und andere Attraktionen für Touristen. Daneben sollen sie Geschäfte, Cafès und Bars beherbergen. Weitere Interessenten sind Unternehmen, die natürlicherweise in Höhlen und Kellern angesiedelt sind, wie Käsereien und Winzer. Der Zugang soll bequem über zwei Fahrstühle erfolgen: einer auf der Princes Street in der Nähe der Universität, der andere auf der Symonds Street.

Als im Jahr 1941 Japan in die Kampfhandlungen im Zweiten Weltkrieg eintrat, bekam man in Neuseeland kalte Füße. Mehr als 100 Arbeiter begannen sofort, den weichen Boden unter der Stadtmitte von Auckland aufzuhacken. Mit Schaufeln, Spitzhacken und Schubkarren gruben sie in nur drei Monaten durch den Sandstein und den vulkanischen Untergrund und schufen ein 3,5 km langes Netzwerk an Tunneln. Diese sollten mehr als 20 000 Menschen vor den Bomben schützen, die man nur allzu bald über der Stadt zu fallen fürchtete.

Die Kamikaze-Flieger aus Japan kamen, wie wir heute wissen, zum Glück niemals nach Neuseeland. 1946 versiegelte man daher die Tunnel mit 8,8 Millionen Ziegeln. Die unglaubliche Ingenieursleistung und die Schufterei, die in den Tunneln unter Auckland steckten, schienen für immer vergessen.

Bis Bill Reid kam und den Kampf um die Wiedereröffnung der Tunnel begann. Nach aktueller Schätzung würde es mindestens 19 Millionen Neuseeland-Dollar kosten, die Tunnel für den einfachen Zugang für die Öffentlichkeit wiederherzustellen. Bill Reid und seine beiden Geschäftspartner möchten aber viel mehr erreichen: Ihre Träume vom Blackwater-Rafting und anderen Touristenattraktionen unter Auckland dürften eher 100 Millionen Neuseeland-Dollar kosten.

Das Geschäftsmodell wird rein privat finanziert. Da es sowohl eine Infrastruktur für die allgemeine Öffentlichkeit bietet als auch Geschäftsräume und Verkaufsflächen für private Unternehmen, sollen die laufenden Einnahmen die weitere Entwicklung finanzieren.

Wenn alles klappt, wollen Bill Reid und seine Partner die Tunnels unter Auckland noch vor dem America's Cup im Jahr 2021 fertigstellen. Sie glauben, dass es höchsten sechs Monate brauchen würde, um den Schutt aus den Gängen zu räumen und sie für die Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.

Wir sind gespannt, was uns bei unserem nächsten Besuch in Auckland erwartet!

(Jenny Menzel)

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