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Mood of the Nation: Mehrheit der Neuseeländer hält nicht viel vom Tourismus

Etwa 3,8 Millionen Touristen besuchen Neuseeland jedes Jahr, Tendenz steigend. Das nährt die Sorge, ob die Infrastruktur des Landes den Besuchermassen gewachsen ist.

Eine neue Umfrage zeigt, dass sich mehr als die Hälfte der Neuseeländer nicht bewusst ist, wie wichtig der Tourismus für ihr Land geworden ist. Dass Touristen die größte Einnahmequelle für Neuseeland geworden sind, weiß kaum ein Einwohner.

Bei der “Mood of the Nation”-Umfrage werden zweimal jährlich mehr als 1000 Personen im ganzen Land nach ihrer Wahrnehmung zum internationalen Tourismus befragt. Diesmal meinten etwa 95 Prozent, der Tourismus wäre gut für ihr Land. Allerdings wussten nur 18 Prozent, wie viele Touristen ihr Heimatland pro Jahr besuchen.

Im März 2018 hatten das noch 26 Prozent ziemlich genau sagen können: Etwa 3,8 Millionen Besucher kommen pro Jahr nach Neuseeland. Und nur zehn Prozent der Befragten wussten, dass der Tourismus Neuseelands wichtigstes Export-Wirtschaftsgut ist.

Die Tourismus-Unternehmen des Landes geben sich große Mühe, um den Neuseeländern die Vorteile durch den internationalen Tourismus nahe zu bringen und ihre Wahrnehmung positiv zu beeinflussen (oder wenigstens zu verhindern, dass sich Ärgernisse anhäufen). „Es gibt viele Initiativen, um die Einnahmen aus dem Tourismus über das ganze Land zu verteilen und jeder Gemeinde zugute kommen zu lassen; wir kümmern uns um den Umweltschutz; wir sorgen dafür, dass unsere Gäste eine großartige Zeit bei uns verleben und jeder Neuseeländer von dieser Industrie profitiert“, versichert Chris Roberts, Chef der Dachorganisation TIA.

Bis zum Jahr 2025 strebt die Tourismusindustrie ein Wachstum von jährlich 41 Milliarden Neuseeland-Dollar an. Derzeit werden die Einnahmen auf 39,1 Milliarden Neuseeland-Dollar geschätzt.

„Die Neuseeländer verstehen im Allgemeinen noch nicht, dass der Tourismus inzwischen unser größtes und wichtigstes Exportgut ist und einen riesigen Teil unserer Wirtschaft bildet. Aber auch wenn sich viele über die tatsächlichen Zahlen nicht bewusst sind, sehen doch die meisten den Tourismus als eine gute Sache für das Land an“, meint Chris Roberts.

Aber Mr. Roberts gibt auch zu, dass der stark wachsende Tourismus eine Vielzahl von neuen Problemen erzeugt. Die drängendste Sorge für viele Neuseeländer ist der Druck, den die vielen Touristen auf die lokalen Gemeinden ausüben; gefolgt von der zunehmenden Verteuerung und Verknappung von Wohnraum, Umweltschäden und wachsender Belastung der Straßen.

Etwa 47 Prozent der Befragten meinten, die vorausgesagten Zahlen internationaler Gäste in der kommenden Saison seien „zu viel“. Das sind immerhin drei Prozent mehr als im November 2017.

Die Wahrnehmung, dass zu viele Touristen kämen, hat sich in der neuseeländischen Bevölkerung bei 39 Prozent eingepegelt. Seit Ende 2015 hatte diese Meinung einen signifikanten Sprung von 18 auf 40 Prozent erlebt. Am stärksten ist sie in Queenstown und Auckland vertreten – hier glauben viele Einwohner, sie hätten durch den Tourismus mehr Probleme als andere Regionen. In anderen Gegenden würden sich die Menschen allerdings mehr Besucher wünschen.

Etwa ein Fünftel der Befragten glaubte nicht, dass die Regierung und die Tourismusindustrie genug tun würden, um die wachsenden Probleme durch den Tourismus anzugehen. Chris Roberts versichert, das sei nicht der Fall: “Die Industrie und die Regierung erkennen sehr wohl, dass der Tourismus für einige Menschen eher eine Herausforderung bedeutet und dass sie mehr Unterstützung brauchen, um selbst zu profitieren. Es gibt keine Standardlösung für so eine komplexe Situation, aber wir sind wirklich auf vielen Feldern aktiv, um den Sorgen zu begegnen.“

Eine wichtige Initiative ist das “Tiaki – Care for New Zealand” Versprechen: eine landesweite Kampagne, die vor einigen Monaten gestartet wurde. Sie soll nicht nur Einheimische und Touristen gleichzeitig in ihrer Verantwortung für das Land ansprechen, sondern auch den Tourismus in Neuseeland nachhaltiger machen.

(Jenny Menzel)

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