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Der Vertrag von Waitangi ist übersetzt - in 30 Sprachen

Anfang 2017 setzte sich eine Gruppe von 116 Freiwilligen, die gemeinsam unter der Schirmherrschaft der New Zealand Society of Translators and Interpreters zusammenarbeiten, ein hehres Ziel: Pünktlich zum 30. Jubiläum der Gesellschaft der Übersetzer wollten sie den Vertrag von Waitangi, Neuseelands Gründungsdokument, in 30 Sprachen übersetzen.

Die neuen Versionen werden die Streitigkeiten zwischen Maori und Pakeha über die genaue Auslegung der 1840 geschlossenen Verträge kaum besänftigen können. Aber das neue Buch wird zumindest einen leichteren Zugang zum Inhalt des Dokuments für alle ermöglichen, die weder Maori noch Englisch als Muttersprache haben.

Das fertige Buch trägt den Titel “The Treaty Times Thirty”. Am 17. Februar 2019 soll es bei einer festlichen Veranstaltung Dame Patsy Reddy, der neuseeländischen Generalgouverneurin, präsentiert werden. Mit ihrem Geburtstagsgeschenk an sich selbst will die neuseeländische Gesellschaft der Übersetzer das Verständnis des Gründungsvertrags verbessern und gleichzeitig die Anerkennung der wertvollen Arbeit professioneller Übersetzerinnen und Übersetzer fördern.

Neuseelands Sprachlandschaft ist vielfältiger, als man oft annimmt. Neuseeland ist eines der wenigen Länder, in denen sowohl die Sprache der Ureinwohner, der Maori, als auch die Gebärdensprache offizielle Amtssprachen sind. Allein in Auckland werden aktuell 160 verschiedene Sprachen gesprochen, und diese Zahl soll noch steigen.

Die Bedeutung von Übersetzern in einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft könne gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, findet Stefan Grand Meyer, der Sprecher der Gesellschaft. Die Übersetzung des Vertrags von Waitangi war nicht unproblematisch, berichtet er weiter. In einigen Sprachen fehlen entsprechende Wörter oder Ausdrücke, und es kann eine Herausforderung sein, sich auf die Bedeutung eines Konzepts zu verständigen.

Das Ergebnis sei von internationalen Kollegen begutachtet worden, darunter Sprachprofessoren. Dame Claudia Orange, eine anerkannte Expertin für den Vertrag von Waitangi, unterstützt das Projekt und glaubt, dass es auf großes Interesse stoßen wird.

Die Gesellschaft der Übersetzer hat 1200 Ausgaben der “The Treaty Times Thirty” veröffentlicht und wird jeder öffentlichen Bibliothek in Neuseeland ein Exemplar schenken.

Touristen, die sich für Neuseelands Geschichte interessieren, haben nun eine gute Möglichkeit, das Gründungsdokument in ihrer Muttersprache zu lesen.

(Jenny Menzel)

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