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Christchurch nach dem Moschee-Attentat: Bleiben nun wieder die Besucher aus?

Der Tourismussektor in Christchurch hält derzeit gespannt den Atem an. Werden die düsteren Voraussagen von einem deutlichen Einknicken der Besucherzahlen nach dem Terror-Attentat vom 15. März eintreffen?

Nach einer Prognose des Bankunternehmens ANZ werden Touristen höchstwahrscheinlich in nächster Zeit Christchurch vermeiden. Das gilt vor allem für Reisende aus Asien, die tendenziell eher Risiko-avers eingestellt sind.

Der Terroranschlag, bei dem ein rassistisch motivierter Einzeltäter 50 Menschen in zwei Moscheen in Christchurch erschossen hat, setzt das gebeutelte Hotelgewerbe der Stadt erneut unter starken Druck – und das, nachdem die Übernachtungszahlen nach dem schweren Erdbeben von 2011 endlich wieder auf ein gutes Niveau gelangt waren.

Im Jahr 2018 hatte die Stadt etwas über 558 000 in- und ausländische Gäste beherbergt, die 2,3 Milliarden Neuseeland-Dollar eingebracht haben.

Die Auswirkungen wären sicher noch heftiger, wenn das Attentat anderen Touristen gegolten hätte. Trotzdem erwarten sie einen messbaren Rückgang der Besucherzahlen, der wenigstens ein Jahr brauchen wird, um sich zu erholen.

In der Folge des Terroranschlags wurde bereits eine Anzahl an geplanten Events abgesagt, darunter Konzerte der Rockstars Brian Adams und Slayer und ein Cricket-Testspiel zwischen den Black Caps und Bangladesch (das Team war dem Attentat in der Al-Noor-Moschee nur durch einen glücklichen Zufall entkommen). Beide Ereignisse hätten mehr als 18 000 Besucher angezogen, die nun wegbleiben werden. 

Obwohl die Polizei von Canterbury inzwischen erklärt hat, dass Christchurch sicher ist, wird der nationale Terror-Alarm immer noch auf höchster Stufe gehalten. Botschaften aller Länder werden auch in der nächsten Zeit ihre Bürger warnen, auf Reisen in Neuseeland wachsam zu sein.

Am Samstag nach dem Attentat hatten einige touristische Attraktionen geschlossen, inzwischen sind aber alle wieder geöffnet.

Die Frage, die den Touristikern von ChristchurchNZ derzeit von Besuchern und Reiseagenturen am häufigsten gestellt wird, ist: „Können unsere Gäste irgendwo in Christchurch ihre Anteilnahme und ihr Beileid ausdrücken?“

Am Montag nach dem Attentat gesellten sich zu den Trauernden an der Blumen-Gedenkwand außerhalb des Botanischen Gartens auch einige der 1700 Passagiere des Kreuzfahrtschiffs „Majestic Princess“, das an dem Tag im Akaroa Harbour ankerte. Offiziere des Schiffs legten einen Kranz an der Gedenkmauer nieder. Die meisten Kreuzfahrtpassagiere ließen sich durch die Geschehnisse nicht von einem Besuch in der Stadt abhalten. Sie wollten bewusst die Stadt unterstützen und ihre Solidarität mit den Bürgern und den Terror-Opfern zeigen.

Vor diesem tragischen Vorfall hatte sich Christchurchs Gastgewerbe auf die stärkste Saison seit dem Erdbeben 2011 gefreut. Welche Auswirkungen die Attentate tatsächlich haben werden, kann aktuell noch nicht ermessen werden; bisher ist eine große Zahl an ausländischen Medienvertretern und trauernden Familienangehörigen in der Stadt, die natürlich auch Unterkünfte benötigen.

Nach den Erdbeben, die im Februar 2011 die Stadt in großen Teilen zerstört hatten, fielen die Besucherzahlen in Christchurch um fast 100 000. Es dauerte sechs Jahre, bis sie ihr Ausgangsniveau wieder erreichten.

Der große Unterschied der heutigen Situation: Die Stadt und alle touristischen Anbieter sind weiterhin für Gäste offen. Reiseagenturen hatten ihren Kunden 2011 und in den folgenden Jahren oft geraten, Christchurch nicht zu besuchen, weil sie hier nichts sehen und erleben könnten. Das ist heute ganz anders: Die Stadt ist auch nach dem Terroranschlag ein lohnenswertes Reiseziel.

Seinen Ruf als Paradies am Ende der Welt, wo nichts passiert, hat Neuseeland nun verloren. Die meisten Reisenden dürften sich aber im Klaren sein, dass man heutzutage nirgends komplett sicher vor Terroranschlägen ist – und dass Neuseeland immer noch ein wunderschönes und vergleichsweise sicheres Reiseziel ist.

(Jenny Menzel)

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