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Neuseeland trauert und trägt Kopftuch

Eine Woche nach dem furchtbaren Terroranschlag in Christchurch hat Neuseeland ein Zeichen der Solidarität gesetzt: Zahlreiche Menschen trugen Kopftuch, auch die Premierministerin Jacinda Ardern.

Zwei Minuten schwiegen die Menschen im Hagley Park in Christchurch. Mit ihnen stand der Rest des Landes still. Tausende Menschen hatten sich in Moscheen und Parks versammelt, um zum Freitagsgebet den Opfern des Massakers vor einer Woche zu gedenken.

50 Menschen hatten ihr Leben verloren, als ein rechtsextremer Terrorist in zwei Moscheen in Christchurch das Feuer eröffnete. Dutzende wurden verletzt – unter den Toten und Verletzten sind auch zahlreiche Kinder.

Kopftuch als Zeichen der Solidarität

Etliche Frauen trugen am Freitag als Zeichen der Solidarität mit der muslimischen Gemeinde Kopftuch, auch die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern, die erneut nach Christchurch gereist war, um der Gemeinde beizustehen. Viele teilten ihre Fotos unter dem Hashtag #HeadscarfForHarmony.

Die Freitagsgebete und Reden in Christchurch wurden live im neuseeländischen Fernsehen übertragen. Auch in anderen neuseeländischen Städten öffneten Moscheen ihre Türen für Gäste, die mit ihnen trauern wollten.
Viele Neuseeländer verließen die Arbeit oder Schule früher, um ihren Respekt und ihre Solidarität zum Ausdruck zu bringen. Viele Zeitungen im Land setzten mit ihrer Titelseite ein Zeichen: So druckte die lokale Zeitung in Christchurch The Press die Worte „Salaam, peace“ (Friede) auf Arabisch und Englisch auf der ersten Seite ab.

Haka spielt besondere Rolle bei Trauerbewältigung

In Christchurch bedankte sich der Imam Gamal Fouda für all die Fürsorge, die die Neuseeländer seit dem Attentat gezeigt haben: „Danke für euren Haka, danke für eure Blumen, danke für eure Liebe und euer Mitgefühl“, sagte er in seiner Ansprache. Vor allem der Haka, der traditionelle Tanz der Maori, der neuseeländischen Ureinwohner, hat den Menschen in Christchurch schon einmal über eine Tragödie hinweggeholfen. Die spezielle Form des Tahu Potiki Haka wurde vor allem nach dem schweren Erdbeben in Christchurch 2011 immer wieder aufgeführt, um der Gemeinde und vor allem jüngeren Menschen dabei zu helfen, die Trauer um die 185 Opfer verarbeiten zu können. Auch nach dem Massaker vergangenen Freitag führten ihn Schüler zu Ehren der Opfer auf.

Der Imam wandte sich in seiner Ansprache auch direkt an Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern, die seit dem Anschlag bereits mehrmals in Christchurch war, um Opfer, Angehörige und Helfer zu besuchen und um in einer Schule zu sprechen, die mehrere der Opfer besuchten. „Vielen Dank für Ihre Führung“, sagte der religiöse Führer. Er dankte Ardern auch für die Geste, ein Kopftuch zu tragen.

Imam: Neuseeland ist unzerstörbar

Arderns Verhalten sei eine Lektion für die Führer der Welt. „Vielen Dank an die neuseeländische Regierung und all die wunderbaren Menschen, die uns gezeigt haben, dass wir wichtig sind und nicht vergessen werden.“ Weiter dankte Fouda den Sanitätern und all den Menschen, die geholfen haben. „Danke Neuseeland, dass ihr der Welt gezeigt habt, was es bedeutet, zu lieben und zu sorgen“, sagte er. „Wir haben gezeigt, dass Neuseeland unzerstörbar ist.“

In Bezug auf die 50 Opfer sagte er: „Sie sind nicht nur Märtyrer des Islam, sondern auch Märtyrer dieser Nation Neuseeland.“ Islamfeindlichkeit sei real, meint Fouda. Deswegen forderte er die Regierungen in der ganzen Welt auf, der Hassrede und der Politik der Angst ein Ende zu setzen.

„So sieht Führung aus.“

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hatte sich noch vor den Schweigeminuten an die trauernden Menschen gewandt. Sie bezog sich in ihrer Rede auf eine Aussage des Propheten Mohammed und sprach dabei auch arabisch. „Neuseeland trauert mit euch, wir sind eins mit euch“, sagte die Politikerin. 

Jacinda Ardern hat in den vergangenen Tagen nicht nur Lob aus dem eigenen Land dafür erhalten, wie sie mit der Krise in Christchurch umgegangen ist. Menschen aus der ganzen Welt schrieben über ihren Führungsstil auf sozialen Medien, in Tageszeitungen und in Blogs: „So sieht Führung aus.“

Ardern zeigte in den vergangenen Tagen aber nicht nur viel Menschlichkeit, sie handelte auch umgehend: So wurden am Donnerstag – nicht einmal eine Woche nach dem Anschlag – bereits sämtliche halbautomatischen Waffen und Sturmgewehre im Land verboten.

(Barbara Barkhausen)

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