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Neuseeland erwartet größte Schädlingsplage seit 45 Jahren

Die neuseeländische Umweltschutz-Organisation Forest and Bird hat vor einer extremen Schädlingsplage im Jahr 2019 gewarnt, von der unzählige einheimische Waldvögel bedroht sein werden. Der Grund: ein sogenanntes Mega-Mastjahr, das in dieser Stärke seit fast 50 Jahren nicht mehr in Neuseeland aufgetreten ist.

Die Umweltschutzgruppe fordert deshalb dringende zusätzliche Unterstützung des Umweltministeriums DOC, das mindestens 20 Millionen NZD benötigen wird, um die Ausrottung einheimischer Arten zu verhindern.

Die Warnung von Forest and Bird basiert auf Klimadaten, die eine Baummast in 90 Prozent der neuseeländischen Buchenwälder prognostizieren. Dort lebt eine Vielzahl der ohnehin bereits stark bedrohten neuseeländischen Vogelarten.

In Mastjahren produzieren Bäume extrem viele Blüten und Samen. Dies führt gemeinhin zu einem Überangebot an Nahrung für einheimische Tiere, durch das magere Jahre ausgeglichen werden. Vögel wie der flugunfähige Kakapo sind so auf die Mastjahre eingestellt, dass sie sich nur in den Jahren fortpflanzen, in denen der Rimu-Baum eine Baummast hat – das geschieht etwa alle fünf Jahre.

Seitdem aber zahlreiche Schädlinge aus anderen Ökosystemen nach Neuseeland eingeschleppt wurden, hat die Baummast eine andere Folge: Die zusätzliche Nahrung fördert das Wachstum der Nagetier-Population, und das wiederum stellt ein reicheres Nahrungsangebot für Raubtiere wie Wiesel und Katzen dar.

Jedes Jahr vernichten Ratten, Wiesel und Possums in Neuseeland geschätzte 25 Millionen heimische Vögel, von denen viele in ihrem Bestand bedroht sind. In Mastjahren steigt diese Zahl noch einmal deutlich an.

Die Baummast bei Buchen wird ausgelöst, wenn die durchschnittlichen Sommertemperaturen mehr als 1° Celsius höher sind als im vorigen Jahr. Forest and Bird nutzte die Wetterdaten der nationalen Niwa-Agentur, die 40 Jahre zurückreichen, und schätzte die Intensität und Dauer vorheriger Mastjahre ab. Es zeigte sich, dass es seit 1974 neunmal eine signifikante Baummast gegeben haben muss.

Für das Jahr 2019 wird eine “Mega-Baummast” erwartet, weil sowohl Buchen- als auch Steineibenwälder, in denen Kahikatea, Rimu, Totara, Matai und Miro wachsen, zur gleichen Zeit blühen werden. Damit sind weite Teile Neuseelands betroffen.

Die Vögel, Fledermäuse, Insekten und Eidechsen in den meisten unter Naturschutz stehenden Wäldern werden ohne Schädlingsbekämpungsmaßnahmen buchstäblich ausradiert werden. Vielerorts könnten jahrelange Bemühungen von Gemeinden, die in freiwilliger Arbeit Fallen aufstellen, um seltene Arten wieder anzusiedeln, vernichtet werden, fürchtet Forest and Bird.

Das einzige Mittel, das gegen Schädlingsplagen in großen und schwer zugänglichen Gegenden hilft, ist nach wie vor das Gift 1080. Aber das DOC bekommt aktuell nicht einmal genug finanzielle Mittel, um die wichtigsten Regionen vor den Auswirkungen einer Mega-Baummast zu schützen. Die Mehrheit der neuseeländischen Schutzgebiete wird nach Befürchtungen von Forest and Bird vollkommen ungeschützt sein.

Bereits in der Baummast von 2001 wurden einige Populationen von stark bedrohten Tierarten ausgerottet. Dazu gehörte der Yellowhead oder Mopua, dessen einziges bekanntes Verbreitungsgebiet am Mt Stokes in den Marlborough Sounds lag. Heute gibt es dort keinen einzigen dieser Vögel mehr, obwohl das DOC damals enorm viele Fallen gegen Ratten und Wiesel aufstellte.

Vor allem in entlegenen Regionen des Fiordland, des Arthurs Pass Nationalparks und der Catlins sind nun verbleibende kleine Bestände seltener Vogelarten durch die Schädlings-Schwemme unter enormem Risiko der völligen Auslöschung.

Profitieren könnte allenfalls die stark bedrohte Population des Kakapo von der Mega-Baummast. Die knapp über 100 noch lebenden Tiere leben in sehr geschützten Regionen, und durch die erfolgreichen Zuchtversuche der letzten Jahre sind mehr geschlechtsreife Weibchen vorhanden, die nun zur Fortpflanzung Lust bekommen sollten.

(Jenny Menzel)

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